Im dänischen Küstenort Hundested holt sich das Sandskulpturen-Festival Anregungen aus dem Mittelalter: Seit 15 Jahren formen Künstler Ritter, Drachen und Könige am Strand.
In der dänischen Küstenstadt Hundested wachsen beim jährlichen Sandskulpturen-Festival Könige, Ritter und Drachen aus dem Sand.
Bildhauerinnen und Bildhauer aus Europa und anderen Teilen der Welt setzen Szenen aus dem mittelalterlichen Alltag um; Mythen und Sagen aus dem Mittelalter bilden das diesjährige Thema.
„Wir haben auch lokale Geschichten aus Dänemark entdeckt. Eine erzählt von einem riesigen Markt aus jener Zeit“, sagt Christian Warrer, Organisator des Hundested Sand Sculpture Festival. „Das ist so etwas wie ein Temu des Mittelalters. Und die Schnitzerinnen und Schnitzer, die Künstler, lieben dieses Thema, weil es so viele starke Bilder und Geschichten bietet.“
Die Künstlerinnen und Künstler haben nur wenige Tage, um ihre sandigen Meisterwerke fertigzustellen. Das Festival läuft jedoch bis Mitte Oktober, deshalb ist Stabilität entscheidend.
Die schwerkrafttrotzenden Figuren brauchen daher stabileres Material als gewöhnliche Sandburgen. Anders als normaler Strandsand enthält der verwendete Sand Ton, der ihn fast wie Stein aushärten lässt.
„Es ist kein Strandsand, sondern normaler Sand aus einer Sandgrube. Da ist ein bisschen Ton drin. Dadurch trocknet er aus, wird hart, steinhart, und hält dem Regen stand“, erklärt Warrer.
Der niederländische Bildhauer Joris Kivits arbeitet seit mehr als 20 Jahren mit Sand. Seine Skulptur „Das Spiel der Könige“ zeigt mittelalterliche Herrscher, die sich zu einer Partie Schach treffen.
„Ich habe dann etwas über Schach recherchiert, und das fand ich schön: Offenbar reisten Menschen aus verschiedenen Kulturen, vor allem Könige, sogar in die Häuser der anderen, nur um gemeinsam Schach zu spielen.“
In diesem Jahr werden mehr als 60.000 Besucherinnen und Besucher erwartet.
Das Hundested Sand Sculpture Festival in Dänemark läuft noch bis zum 18. Oktober 2026.