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Digitale Gesundheit in Europa: welches Land liegt bei Patientenakten und digitaler Kompetenz vorn?

GoMeyra MD ist eine neue Plattform für das Management im Gesundheitswesen. Sie bietet Ärzten Module, um Patientenversorgung und elektronische Gesundheitsakten zu steuern.
GoMeyra MD ist eine moderne Plattform, mit der Ärzte Patientenversorgung und elektronische Gesundheitsdaten über verschiedene Module steuern. Copyright  Copyright Business Wire 2021.
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Von Servet Yanatma
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Viele Länder Europas verbessern den Zugang zu elektronischen Patientenakten, doch es bleibt viel zu tun; geringe digitale Gesundheitskompetenz bleibt ein zentrales Problem.

Digitale Gesundheitsdienste gewinnen in ganz Europa an Bedeutung. Die COVID-19-Pandemie hat viele Länder dazu gebracht, Videosprechstunden einzuführen oder stark auszubauen. Seitdem nimmt die Zahl der Telekonsultationen weiter zu.

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Der Zugang zu elektronischen Gesundheitsakten und die digitale Gesundheitskompetenz stehen im Zentrum der digitalen Transformation der Gesundheitssysteme. Elektronische Akten ermöglichen eine schnellere, sicherere und besser abgestimmte Versorgung in hoher Qualität. Digitale Kompetenz sorgt dafür, dass Menschen Gesundheitsinformationen und -dienste selbstbewusst finden, verstehen und nutzen können.

Die Europäische Union hat sich ein klares Ziel für E-Health gesetzt. Bis 2030 sollen alle Bürgerinnen und Bürger der EU Zugang zu ihren elektronischen Gesundheitsakten haben.

Der Stand der Dinge unterscheidet sich jedoch stark zwischen den Ländern. Welche Staaten schneiden beim Zugang zu elektronischen Gesundheitsakten am besten ab? Und wie gut kommen die Europäerinnen und Europäer generell mit digitalen Angeboten rund um ihre Gesundheit zurecht?

Nach Angaben des Berichts „Digital Decade 2025: eHealth Indicator Study - Final Report“ der EU-Kommission erreichte der Zugang zu elektronischen Gesundheitsakten (Electronic Health Records, EHR) in der EU im Jahr 2024 einen Wert von 83 Prozent. Diese Kennzahl, auch zusammengesetzter E-Health-Score genannt, setzt 100 Prozent für einen vollständig ausgereiften Zustand mit umfassendem Bürgerzugang zu elektronischen Gesundheitsdaten an.

Der Score stieg damit gegenüber 2023 um vier Prozentpunkte von 79 auf 83 Prozent und liegt elf Punkte über dem Wert von 72 Prozent im Jahr 2022.

Irland ist Schlusslicht

Unter 29 europäischen Ländern, darunter die 27 EU-Mitgliedstaaten sowie Norwegen und Island, reicht der EHR-Score von 25 Prozent in Irland bis 100 Prozent in Belgien und Estland. Den zweitniedrigsten Wert verzeichnen die Niederlande mit 65 Prozent – Irland bleibt damit ein Ausreißer nach unten.

Dänemark (98 Prozent), Litauen (95 Prozent), Malta (94 Prozent), Polen (92 Prozent) und Norwegen (91 Prozent) gehören ebenfalls zur Spitzengruppe. Alle erreichen Werte von über 90 Prozent.

In diesen Ländern stehen elektronische Akten einem sehr großen Teil der Bevölkerung zur Verfügung. Laut Bericht liegen mehrere Kategorien von Gesundheitsdaten bei den meisten Leistungserbringern digital vor, und bestimmte Personengruppen haben gezielte Zugriffsrechte.

Portugal (88 Prozent), Spanien (88 Prozent), Österreich (87 Prozent), Bulgarien (87 Prozent), Kroatien (87 Prozent), Deutschland (87 Prozent), Slowenien (87 Prozent), Ungarn (86 Prozent), Lettland (86 Prozent), Finnland (85 Prozent), Frankreich (84 Prozent) und Italien (84 Prozent) liegen alle über dem EU-Durchschnitt.

Die Slowakei (72 Prozent), Griechenland (74 Prozent), Rumänien (75 Prozent) und Zypern (75 Prozent) bewegen sich eher am unteren Ende der Skala.

Warum hinkt Irland hinterher?

Stand 2024 bieten alle EU-Länder mit Ausnahme Irlands Zugang zu elektronischen Gesundheitsdaten über ein Online-Portal an. Das erklärt die schwache Platzierung Irlands. Die Lage dürfte sich jedoch ändern, denn das Land investiert inzwischen deutlich stärker in die digitale Gesundheit.

Am 5. Februar 2026 gab der Gesundheitsminister die Zustimmung, die Beschaffung für eine nationale elektronische Gesundheitsakte zu starten. Die Regierung bezeichnete dies als wichtigen Schritt, um das irische Gesundheitssystem zu modernisieren und sicherere, intelligentere und besser vernetzte Versorgung zu ermöglichen.

Digitale Gesundheitskompetenz bleibt ausbaufähig

Die Verfügbarkeit digitaler Gesundheitsdienste ist wichtig. Genauso wichtig ist jedoch die Fähigkeit, diese Angebote zu nutzen. Der Bericht „Health at a Glance 2025“ der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zeigt, dass es hier noch deutliche Lücken gibt.

Unter digitaler Gesundheitskompetenz versteht man unter anderem die Sicherheit, verlässliche Informationen im Netz zu finden und sie richtig einzuordnen. In vielen Ländern bleibt dieses Kompetenzniveau niedrig. Besonders betroffen sind ältere Menschen und Personen mit geringerem Bildungsabschluss.

Daten aus 17 OECD-Ländern, zumeist in Europa, belegen: Unter Nutzerinnen und Nutzern der hausärztlichen Versorgung ab 45 Jahren ist die digitale Gesundheitskompetenz weiterhin schwach ausgeprägt. 2024 lag der Score bei 18 Prozent bei Menschen mit niedrigerem Bildungsniveau. Bei höher Gebildeten waren es 26 Prozent. Erfasst ist nur diese Altersgruppe.

Die Werte unterscheiden sich deutlich zwischen den Ländern. Tschechien verzeichnet unter den Hochgebildeten mit 53 Prozent den höchsten Wert, gefolgt von Wales im Vereinigten Königreich (46 Prozent), Frankreich (43 Prozent) und den Niederlanden (31 Prozent). Die Marke von 50 Prozent überschreitet jedoch nur Tschechien – selbst in der Gruppe mit höherer Bildung.

Auch unter den geringer Gebildeten liegen diese Staaten vorn, wenn auch auf niedrigerem Niveau: 41 Prozent in Tschechien, 31 Prozent in Wales, 24 Prozent in Frankreich und 21 Prozent in den Niederlanden.

In mehreren Ländern sind die Kompetenzwerte noch wesentlich niedriger. In Italien erreichen Menschen mit höherer Bildung 9 Prozent, jene mit niedrigerer Bildung 5 Prozent. In Rumänien kommen beide Gruppen nur auf 9 Prozent. In Belgien liegen die Werte bei 11 beziehungsweise 10 Prozent.

„Vertrauen aufzubauen ist entscheidend, um die aktive Nutzung digitaler Gesundheitstechnologien zu fördern“, heißt es in dem Bericht.

Auch der Anteil von Telekonsultationen an allen Arztkontakten unterscheidet sich in Europa stark.

Fachleute betonen, wie wichtig der Zugang zu elektronischen Gesundheitsakten ist, um digitale Gesundheitsangebote weiterzuentwickeln.

„Länder mit gut ausgebauten elektronischen Gesundheitsakten und Plattformen, die einen reibungslosen Datenaustausch ermöglichen, können Telekonsultationsangebote viel leichter ausweiten“, sagte David Novillo Ortiz, Leiter für Daten, KI und digitale Gesundheit im Regionalbüro Europa der Weltgesundheitsorganisation (WHO), gegenüber Euronews Health.

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