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Israel erreicht Platz zwei beim ESC - Debatte über Teilnahme hält an

AP-Foto/Martin Meissner
AP-Foto/Martin Meissner Copyright  Copyright 2026 The Associated Press. All rights reserved.
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Von Nathan Rennolds
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Der israelische Sänger Noam Bettan belegte beim Eurovision Song Contest 2026 den zweiten Platz. Überschattet wurde der Wettbewerb von Protesten und einem der bislang größten politischen Boykotte in der Geschichte des ESC.

Der israelische Sänger Noam Bettan hat beim Eurovision Song Contest 2026 den zweiten Platz belegt. Mehrere Länder boykottierten den Wettbewerb wegen der Teilnahme Israels und verwiesen dabei auf das vorgehen der israelischen Regierung im Krieg im Gazastreifen .

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Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu gratulierte Bettan zu seinem Auftritt und erklärte, er habe sich den "Dank der gesamten Nation" verdient. Zugleich lobte er den Sänger dafür, den "hohlen verbalen Angriffen stolz die Stirn geboten" zu haben.

In den Wochen vor dem diesjährigen Wettbewerb drehte sich vieles um die Debatte über Israels Beitrag. Fünf Länder - Spanien, Irland, die Niederlande, Slowenien und Island - zogen sich aus Protest zurück.

Es war einer der größten politischen Boykotte in der Geschichte des Wettbewerbs.

Die Europäische Rundfunkunion (EBU) erklärte im Dezember, Israel trotz zunehmender Forderungen nach einem Ausschluss weiterhin am Wettbewerb teilnehmen zu lassen.

Kritiker verwiesen dabei vor allem auf Israels Vorgehen im Krieg im Gazastreifen, der nach dem Hamas-Angriff vom 7. Oktober 2023 ausbrach. Dabei wurden nach israelischen Angaben rund 1.200 Menschen getötet und mehr als 200 weitere in den Gazastreifen verschleppt.

Die darauffolgende israelische Militäroffensive kostete nach Angaben der Gesundheitsbehörden im Gazastreifen mehr als 70.000 Menschen das Leben.

Gegen Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu liegt derzeit ein Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs vor. Der Chefankläger wirft ihm unter anderem das Aushungern von Zivilisten, Angriffe auf die Zivilbevölkerung, Mord, Verfolgung sowie andere unmenschliche Handlungen vor. Israel weist die Vorwürfe zurück und betont, militärische Operationen im Einklang mit dem Völkerrecht durchgeführt zu haben.

Zudem gab es Vorwürfe, die israelische Regierung habe bei früheren Ausgaben des Eurovision Song Contest Einfluss auf das Abstimmungsverhalten genommen. Die Vorwürfe wurden zuletzt unter anderem in einem Bericht der New York Times thematisiert. Der israelischen Rundfunksender Kan erklärte der Zeitung auf Anfrage, nichts von Versuchen zur Einflussnahme gewusst zu haben, die Wettbewerbsregeln seien nicht verletzt worden.

Nach dem Finale des vergangenen Jahres änderte die EBU ihre Regeln. Seither dürfen Sender und Teilnehmende keine Werbekampagnen mehr durch Dritte, darunter Regierungen, durchführen lassen.

Belgien zieht Boykott in Betracht

Am Samstag erklärte der belgische Sender VRT, er denke darüber nach, im kommenden Jahr nicht mehr am Eurovision Song Contest teilzunehmen.

"Nach heutigem Stand ist es wenig wahrscheinlich, dass der VRT im nächsten Jahr eine Künstlerin oder einen Künstler entsendet", sagte Sprecherin Yasmine Van der Borght und forderte zugleich eine Abstimmung darüber, welche Länder teilnehmen dürfen.

"Wir erwarten von der EBU ein klares Zeichen gegen Krieg und Gewalt und für die Achtung der Menschenrechte", fügte Van der Borght hinzu.

AP-Foto
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Bulgarien gewann die siebzigste Ausgabe des Wettbewerbs, der am Samstagabend in der Wiener Stadthalle zu Ende ging, deutlich mit dem Song "Bangaranga". Der israelische Teilnehmer Bettan wurde mit "Michelle" Zweiter.

Teile des Publikums jubelten Bettan zu, andere buhten ihn aus. Mehrere Hundert Demonstrierende hatten sich zudem vor dem Finale in der Nähe der Halle versammelt. Im Vergleich zu den letzten Jahren sind die Proteste in diesem Jahr laut der ARD deutlich kleiner ausgefallen. Die Polizei sprach am Nachmittag von einer ruhigen Lage.

Die österreichischen Behörden ließen die Straßen rund um die Stadthalle geöffnet, beobachteten den Protestzug durch die Hauptstadt aber genau.

Die Sicherheitsmaßnahmen waren die ganze Woche über verstärkt. Polizeikräfte aus ganz Österreich waren im Einsatz.

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