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Wal-Kadaver: Trotz Explosionsgefahr machen Touristen Selfies

Der Buckelwal vor der Insel Poel, Deutschland, am Mittwoch, dem 22. April 2026.
Der Buckelwal vor der Insel Poel, Deutschland, am Mittwoch, dem 22. April 2026. Copyright  AP Photo
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Von Nela Heidner
Zuerst veröffentlicht am
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Es ist klar: Der vor der dänischen Küste angespülte Kadaver gehört zu Buckelwal „Timmy“, der zuvor vor der Insel Poel zurück ins offene Meer gebracht worden war. Während die Debatte über die Rettungsaktion weitergeht, posieren Touristen für Selfies mit dem toten Tier.

Nach dem Tod des Buckelwals, der mehrfach an der Küste von Mecklenburg-Vorpommern gestrandet war, üben die Grünen scharfe Kritik an Umweltminister Till Backhaus (SPD).

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Der Buckelwal war mit einer Transport-Barge in Richtung Nordsee gebracht und am 2. Mai freigelassen worden. Genau zwei Wochen später war klar: Das Tier hat nicht überlebt.

Der umweltpolitische Sprecher der Landtagsfraktion, Harald Terpe, wirft dem SPD-Politiker unter anderem vor, Backhaus orientiere sich bei seinem Vorgehen zu sehr an der öffentlichen Stimmungslage. Entscheidungen im Umwelt- und Tierschutz müssten aber auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen – und nicht auf öffentlichem Druck oder medienwirksamer Selbstinszenierung einzelner Beteiligter.

Backhaus selbst verteidigt den Versuch der privaten Initiative zur Rettung von Timmy. Es sei "absolut menschlich, auch die geringste Chance zu nutzen". Es sei immer darum gegangen, abzuwägen, "welche Option die schlechteste ist: Den sicheren Tod des Tieres unter Qualen abzuwarten oder ihm eine letzte Chance zu geben und ihn dabei möglichem Stress auszusetzen."

Die dänischen Behörden zeigen indes wenig Verständnis für den Umgang Deutschlands mit Buckelwal. Morten Abildstrøm, der Leiter dänischen Naturschutzbehörde Naturstyrelsen, sagte dem Sender News 5, man sei in Dänemark darüber sehr erstaunt. Dort überlasse man gestrandete Buckelwale in der Regel dem Lauf der Natur.

Abildstrøm sagte zudem, der Kadaver stelle aktuell weder eine Gefahr noch ein Hindernis dar. Sollte der Wal dennoch geborgen oder verlegt werden, müsste Deutschland die Kosten dafür übernehmen.

Die zuständige Abteilungsleiterin der dänischen Umweltschutzbehörde, Jane Hansen, erklärte, es gebe zumindest vonseiten ihres Landes keine konkreten Pläne für eine Bergung oder eine Autopsie. Zwar sei das große öffentliche Interesse an dem Tier nachvollziehbar, dennoch sollten Menschen einen Sicherheitsabstand zum Kadaver einhalten.

Das kümmert allerdings einige Schaulustige weniger: Zwei Personen sollen sich dem Tier genähert und Selfies gemacht haben, wobei ein Mann sogar auf den Wal geklettert sei, berichtet News 5. Dem Bericht zufolge wurden sie anschließend von der Küstenwache bzw. Behördenmitarbeitern vertrieben.

Die Behörden warnen eindringlich davor, sich dem Kadaver zu nähern. Experten haben darauf hingewiesen, dass sich im Zuge der Verwesung Gase bilden können, die sich unter der dicken Haut von Meeressäugern stauen und im Extremfall zu gefährlichen Explosionen führen können.

Minister Till Backhaus will nun mit den dänischen Behörden klären, wie mit dem Kadaver des Wals weiter verfahren wird. Zudem seien Gespräche mit der beteiligten privaten Rettungsinitiative vorgesehen.

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