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Hantavirus-Ausbruch: was Reisende über Virenrisiken auf See wissen sollten

Das Kreuzfahrtschiff MV Hondius läuft am Mittwoch, dem sechsten Mai 2026, aus dem Hafen von Praia auf den Kapverden aus. (AP Photo/Misper Apawu)
Das Kreuzfahrtschiff MV Hondius läuft Mittwoch, dem sechsten Mai zweitausendsechsundzwanzig, aus dem Hafen von Praia auf Kap Verde aus. (AP Photo/Misper Apawu) Copyright  AP Photo/Misper Apawu
Copyright AP Photo/Misper Apawu
Von Marta Iraola Iribarren
Zuerst veröffentlicht am
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Ein Hantavirus-Ausbruch auf einem Kreuzfahrtschiff im Atlantik sorgt für neue Diskussionen über Gesundheitsrisiken auf See.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat fünf Hantavirus-Fälle im Zusammenhang mit einem Ausbruch auf einem Kreuzfahrtschiff im Südatlantik bestätigt, darunter drei Todesfälle.

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Kreuzfahrten ziehen jedes Jahr Millionen Reisende an. Oft sind Tausende Menschen wochenlang gemeinsam an Bord.

Kreuzfahrtschiffe sind nicht per se gefährlich. Doch die Bedingungen an Bord begünstigen nach Einschätzung von Fachleuten die Verbreitung von Viren.

„Kreuzfahrten werden als schwimmender Urlaub verkauft, sie eignen sich aber auch, um die öffentliche Gesundheit zu verstehen“, schrieb Vikram Niranjan, Assistenzprofessor für Public Health an der Universität Limerick in Irland, in einem Beitrag für The Conversation.

Er betont, dass Reedereien ihre Hygiene- und Notfallkonzepte verbessert haben und viele Reisen ohne Zwischenfälle verlaufen. Die grundlegende Struktur dieser Urlaubsform bleibe jedoch eine Herausforderung.

„Kreuzfahrtschiffe sind sorgfältig gestaltete Orte, an denen viele Menschen leben, essen, sich erholen und sich tageweise durch dieselben Gemeinschaftsbereiche bewegen. Sie zeigen, wie leicht sich Krankheiten ausbreiten können, wenn viele Menschen in einer einzigen, eng vernetzten Umgebung zusammenkommen.“

Laut den Reiseempfehlungen der US-Gesundheitsbehörde Centers for Disease Control and Prevention (CDC) für das Jahr 2026 birgt eine Kreuzfahrt eine besondere Kombination von Gesundheitsrisiken.

Reisende aus unterschiedlichen Regionen, die sich in der oft vollen, halbabgeschlossenen Umgebung eines Schiffs begegnen, erleichtern nach Angaben der Behörde die Übertragung ansteckender Krankheiten – von Mensch zu Mensch, über Lebensmittel oder über Wasser.

Virusausbrüche auf Kreuzfahrten: wie häufig kommen sie vor?

Der aktuelle Hantavirus-Ausbruch ist der erste bekannte Fall dieser Virusart im Zusammenhang mit Kreuzfahrten.

Gemessen an der Gesamtzahl der Reisen sind Ausbrüche an Bord selten. Wenn es dazu kommt, geht es jedoch häufig um Magen-Darm-Viren.

Das US-Programm zur Schiffshygiene hat für 2026 vier Ausbrüche erfasst: zwei durch Noroviren und zwei durch E.-coli-Bakterien.

Nach Angaben des Branchenverbands Cruise Lines International Association (CLIA), der weltweit größten Interessenvertretung der Kreuzfahrtindustrie, treten Magen-Darm-Erkrankungen auf Kreuzfahrtschiffen im Vergleich zu anderen Umgebungen nur selten auf.

Die Verbreitung ist auf Kreuzfahrten weniger häufig als in Schulen, Kitas oder Gesundheitseinrichtungen. Gesundheitsbehörden schreiben jedoch vor, dass entsprechende Fälle gemeldet werden müssen.

„Der Bereich Verpflegung spielt bei diesem Risiko eine große Rolle. Buffet-Restaurants, gemeinsames Besteck und viele Menschen, die dieselben Oberflächen berühren, erleichtern die Ausbreitung von Magen-Darm-Erregern“, schrieb Niranjan.

„Wenn jemand infiziert ist, sich aber noch nicht krank fühlt, kann die Person Lebensmittel oder Oberflächen kontaminieren, bevor sie merkt, dass etwas nicht stimmt“, fügte er hinzu.

Einer der bekanntesten Ausbrüche an Bord ereignete sich auf der Diamond Princess: Das Coronavirus verbreitete sich damals auf dem Schiff und infizierte über siebenhundert Menschen von insgesamt mehr als dreitausendsiebenhundert Passagieren und Crewmitgliedern.

Krank auf Kreuzfahrt: was passiert an Bord?

Die CLIA-Richtlinien verpflichten alle Mitgliedsreedereien, rund um die Uhr mindestens eine ausgebildete medizinische Fachkraft an Bord zu haben – für Besuche in der Bordpraxis oder Hausbesuche in der Kabine.

Kreuzfahrtschiffe müssen zudem über einen Behandlungsraum, einen Intensivraum und Geräte verfügen, um Laboruntersuchungen durchzuführen, Vitalwerte zu überwachen und Medikamente zu verabreichen.

Wer eine umfassendere Behandlung braucht, wird in der Regel in eine medizinische Einrichtung an Land überwiesen.

Niranjan zufolge sind die Bordkliniken darauf ausgelegt, Erste Hilfe, einfache Behandlungen und kurzfristige Versorgung zu leisten. Sie sind jedoch nicht darauf vorbereitet, einen sich schnell ausbreitenden Großausbruch zu bewältigen.

„Deshalb hängt die Gesundheit an Bord so stark von früher Meldung, rascher Isolation und konsequenter Reinigung ab“, schrieb er.

Gesundheitsrisiken auf Kreuzfahrt: wie Sie das Risiko senken

Niranjan empfiehlt, sich schon vor dem Einsteigen auf mögliche Gesundheitsrisiken vorzubereiten.

Dazu gehören ein aktueller Impfschutz, der Blick auf die Leistungen der Reiseversicherung und ein Gespräch mit der Hausärztin oder dem Hausarzt, wenn man zu einer Risikogruppe gehört – etwa ältere Menschen oder Schwangere.

An Bord sollten Reisende aufmerksam auf mögliche Symptome achten.

„Wenn Sie sich unwohl fühlen, ist es am sichersten, Buffets und stark frequentierte Gemeinschaftsbereiche zu meiden und Symptome früh zu melden, statt zu versuchen, einfach wie gewohnt weiterzumachen“, schrieb Niranjan.

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