Die Behörden in ganz Europa und Afrika suchen nun nach Passagieren, die das Schiff unter anderem auf St. Helena verlassen haben.
Nach dem Tod des ersten Passagiers an Bord eines Kreuzfahrtschiffes, auf dem das tödliche Hantavirus ausgebrochen war, sind nach Angaben der niederländischen Behörden rund 40 Passagiere von Bord gegangen.
Die Passagiere verließen die MV Hondius während eines Zwischenstopps auf der abgelegenen Südatlantikinsel St. Helena, wie das niederländische Außenministerium mitteilte.
Unter ihnen befand sich die Frau eines 70-jährigen niederländischen Passagiers, der an Bord starb, nachdem er während der Reise erkrankt war. Sie flog später mit einem kommerziellen Flug nach Südafrika, wo sie kollabierte und im Krankenhaus starb.
Der Kreuzfahrtveranstalter Oceanwide Expeditions hatte bisher nur bestätigt, dass die Niederländerin das Schiff mit der Leiche ihres Mannes verlassen hat, und nicht öffentlich eingeräumt, dass auch Dutzende anderer Passagiere von Bord gegangen sind.
Die niederländischen Behörden haben nicht mitgeteilt, wo sich die Passagiere, die das Schiff verlassen haben, jetzt befinden.
Was ist auf der MV Hondius passiert?
An Bord des unter niederländischer Flagge fahrenden Kreuzfahrtschiffs MV Hondius, das mit fast 150 Menschen an Bord weiterhin vor der Küste der Kapverden festsitzt, sind drei Passagiere gestorben und acht weitere an dem Hantavirus erkrankt.
Das Schiff war am 1. April von Argentinien aus zu einer Atlantik-Kreuzfahrt aufgebrochen und sollte unter anderem in der Antarktis und auf den Falklandinseln Halt machen.
Der Leiter der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, sagte, dass drei Patienten mit Verdacht auf Hantavirus evakuiert worden seien und sich auf dem Weg in die Niederlande befänden.
"Zum jetzigen Zeitpunkt ist das Risiko für die öffentliche Gesundheit insgesamt gering", schrieb er auf seinem X-Account.
Unterdessen erklärte Maria Van Kerkhove von der WHO, dass die Behörden eine mögliche Übertragung von Mensch zu Mensch untersuchen - was als äußerst selten gilt - und dass sie davon ausgehen, dass sich die erste infizierte Person das Virus wahrscheinlich vor dem Einsteigen zugezogen hat. Die Behörden haben auch erklärt, dass sich keine Ratten an Bord befinden.
Ein Fall, der mit dem Schiff in Verbindung steht, wurde auch in der Schweiz bestätigt, während Gesundheitsbehörden in Südafrika und der Schweiz einen Stamm identifiziert haben, der in seltenen Fällen von Mensch zu Mensch übertragen werden kann.
Was ist das Hantavirus?
Das Hantavirus bezeichnet eine Gruppe von Viren, die von Nagetieren übertragen werden und in erster Linie durch das Einatmen von luftgetragenen Partikeln aus getrocknetem Nagetierkot auf den Menschen übertragen werden.
Nach Angaben der US Centers for Disease Control and Prevention können Hantaviren zwei schwere Krankheiten verursachen.
Die erste ist das Hantavirus-Lungensyndrom, das die Lunge angreift und zu schwerem Atemversagen führen kann. Die zweite ist das hämorrhagische Fieber mit Nierensyndrom, das die Nieren angreift und zu schweren Komplikationen führen kann.