Die Müdigkeit und die Hitzewelle in Frankreich setzen auch Tennisstar Jannik Sinner zu: Der Südtiroler bricht bei den French Open zusammen, als er gegen Juan Manuel Cerundolo kurz vor dem Sieg steht.
Top-Favorit Jannik Sinner ist bei Roland-Garros in Paris ausgeschieden. Nicht so sehr wegen seines Gegners – ohne die solide Partie des Argentiniers Juan Manuel Cerundolo, Nummer 49 der Live-ATP-Weltrangliste, abwerten zu wollen –, aber der 24-Jährige Südtiroler gab wegen Unwohlsein, Erschöpfung und Hitze auf.
Als der Weltranglistenerste aus Italien das Match eigentlich im Griff hatte - bei 6:3, 6:2, 5:2 für ihn -, fühlte er sich plötzlich unwohl. Mit leerem Blick und versteinertem Gesicht versuchte Sinner nur noch, Zeit zu gewinnen: Er ließ zunächst einige Punkte laufen, dann den dritten Satz, den Cerundolo mit 7:5 gewann.
"Noch nie auf dem Platz so schlecht gefühlt"
"Ich muss mich übergeben“, sagte Sinner dem Arzt, der ihn in einer der Pausen auf dem Platz betreute. Und tatsächlich ging es dem Spieler gar nicht gut. Er musste sich auf den Schläger abstützen und auch eine kurze Pause vom Court Philippe-Chatrier reichte nicht.
Zwar wirkte der italienische Profi danach etwas gefasster. Aber der vierte Satz war schnell verloren und ging mit 6:1 an den Argentinier.
Auf der anschließenden Pressekonferenz erklärte der 24-jährige Sinner, er habe sich noch nie auf dem Platz so schlecht gefühlt. Aber der Tennisprofi suchte nicht nach Ausflüchten, so sei eben der Sport. "Ich muss diese Situation akzeptieren."
"Bis Mitte des dritten Satzes habe ich großartig gespielt, dann konnte ich den Satz nicht ausservieren, weil mein Körper nicht mehr mitspielte. Das ist Sport. Mir wurde schwindlig, ich hatte nur wenig Energie. Ich fühlte mich schon heute Morgen, als ich aufgewacht bin, nicht wohl. Ich habe versucht, die Ballwechsel kurz zu halten", sagte Sinner im Anschluss. Die Hitze von rund 40 Grad soll nicht die Ursache gewesen sein: "Es war warm, aber nicht verrückt warm. Das hatte nichts mit der Hitze zur tun. Es war zum Spielen okay", so Sinner.
Paris ruft Orange-Warnstufe wegen drückender Hitze aus
In Paris herrschte an diesem Donnerstag - wie schon seit Tagen - drückende Hitze. Der Wetterdienst Météo France gab eine Hitzewarnung der Stufe Orange aus.
In der Hauptstadt stiegen die Temperaturen auf 33 Grad, gefühlt waren es über 36 Grad. Das sind rund zwölf Grad mehr als die übliche Höchsttemperatur Ende Mai.
Sinner musste sich so nach drei Stunden und 36 Minuten Spielzeit geschlagen geben. Die Chance auf den "Career Grand Slam" verschiebt sich damit auf die nächste Saison. Dafür müsste er alle vier Grand-Slam-Turniere gewinnen: die US Open, die Australian Open, Wimbledon und eben Roland Garros. Im vergangenen Jahr hatte er hier noch das Finale erreicht, war dort aber nach einem dramatischen Duell dem Spanier Carlos Alcaraz unterlegen.
Sinner bleibt klar die Nummer eins der Welt
In der Weltrangliste liegt Sinner dennoch deutlich vorn und bleibt mit 13.500 Punkten an der Spitze, obwohl er zuletzt 1.250 Zähler eingebüßt hat.
Dazu trägt auch die Verletzung des Spaniers bei, die Alcaraz sowohl bei den Internazionali d’Italia in Rom als auch nun in Roland Garros zum Zuschauen zwingt. Carlos Alcaraz liegt mit 9.960 Punkten auf Rang zwei und damit 2.000 Zähler unter der Wertung nach seinem Sieg in Paris 2025.
Sinner will sich jetzt ausruhen und vor Wimbledon (ab 29. Juni) kein Turnier mehr spielen.