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Baskenland senkt Darmkrebssterblichkeit mit Früherkennungsprogramm um 50 Prozent

Fotograf: gemeinfrei
Fotograf: gemeinfrei Copyright  CCO
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Von Christina Thykjaer
Zuerst veröffentlicht am
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Eine spanische Studie zeigt: Das Programm zur Früherkennung im Baskenland senkt die Sterblichkeit durch Darmkrebs bei 50- bis 69-Jährigen um 50 Prozent.

Das Screening auf Darmkrebs mit einem einfachen Test auf verborgenes Blut im Stuhl kann tausende Leben retten. Das zeigt eine der bisher größten Studien in Spanien. Sie kommt zu dem Schluss, dass dieses Früherkennungsprogramm mit einer Verringerung der Sterblichkeit durch Darmkrebs um 50 % bei Menschen zwischen 50 und 69 Jahren verbunden ist.

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Die Studie, die an diesem Mittwoch in „JAMA Network Open“ erschienen ist, hat die Entwicklung der Erkrankung über 21 Jahre bei knapp 2,2 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern im Baskenland untersucht. Die Ergebnisse zeigen: Der Rückgang der Todesfälle setzte bereits drei Jahre nach Einführung des Screening-Programms ein und hält seither an.

Das Programm senkt nicht nur die Sterblichkeit. Es macht auch möglich, 70,8 % der Tumoren in den Stadien I und II zu entdecken – also in Phasen, in denen die Heilungschancen deutlich höher sind und die Therapien weniger belastend ausfallen.

Die Auswertung unter Leitung von Luis Bujanda analysierte Sterbedaten aus den Jahren 2004 bis 2024. In diesem Zeitraum wurden 438.134 Todesfälle aus allen Ursachen erfasst, davon standen 16.298 im Zusammenhang mit kolorektalem Krebs.

In der Altersgruppe, die am Screening teilnimmt – Menschen zwischen 50 und 69 Jahren –, sank die Sterberate von 39,7 auf 19,8 Todesfälle pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner. Das entspricht einem Rückgang um 50,1 %. Auch in der Gesamtbevölkerung ging die Sterblichkeit zurück: von 32,8 auf 23,1 Todesfälle pro 100.000 Menschen.

Die Forschenden entdeckten 2012 einen Wendepunkt – nur drei Jahre nach Start des Programms. Das stärkt den Zusammenhang zwischen Screening und Rückgang der Todesfälle durch kolorektalen Krebs. Zudem schätzen sie: Ohne das Früherkennungsprogramm wäre die Sterblichkeit bei den 50- bis 69-Jährigen um 46,2 % höher ausgefallen.

Einfache Stuhlprobe entdeckt Krebs vor ersten Symptomen

Grundlage des Screenings ist der fäkale immunchemische Test (FIT). Der nicht invasive Test spürt kleinste Mengen versteckten Bluts im Stuhl auf – einen der frühesten Hinweise auf möglichen Krebs oder Vorstufen. Im Baskenland erhalten Frauen und Männer zwischen 50 und 69 Jahren ohne Beschwerden diese Untersuchung alle zwei Jahre angeboten. Fällt der Test positiv aus, folgt eine Darmspiegelung zur Sicherung der Diagnose.

Im Untersuchungszeitraum wurden durch das Programm 4.892 Fälle von kolorektalem Krebs entdeckt. Mehr als sieben von zehn dieser Tumoren wurden in Stadium I oder II diagnostiziert, wenn die Behandlung besonders wirksam ist und die Überlebenschancen deutlich steigen.

Studie stützt Programme zur Darmkrebs-Früherkennung

Kolorektaler Krebs gehört zu den häufigsten Tumorarten und ist eine der häufigsten Todesursachen durch Krebs – in Spanien wie weltweit. Wird die Erkrankung früh erkannt, steigen die Heilungschancen deutlich. Oft lassen sich dann Polypen entfernen, bevor sie zu bösartigen Tumoren werden.

Aus Sicht der Autorinnen und Autoren belegen die Daten den langfristigen Nutzen organisierter Screeningprogramme mit dem fäkalen immunchemischen Test. Sie sehen darin eine wichtige gesundheitspolitische Strategie, um die Sterblichkeit durch kolorektalen Krebs zu senken.

Gleichzeitig betonen sie, dass es sich um eine Beobachtungsstudie handelt. Die Ergebnisse belegen also einen Zusammenhang zwischen Einführung des Programms und sinkender Sterblichkeit, können aber eine eindeutige Ursache-Wirkungs-Beziehung nicht so sicher nachweisen wie eine klinische Studie.

Dennoch zeigt der starke und über mehr als zwei Jahrzehnte anhaltende Rückgang, welchen Stellenwert das Screening als eines der wichtigsten Instrumente im Kampf gegen diese Krebsart hat.

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