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NATO ist "entschlossen und einsatzbereit": Drohne über Litauen abgeschossen

NATO-Kampfjets sichern Luftraum über dem Baltikum
NATO-Kampfjets sichern Luftraum über baltischen Staaten Copyright  AP Photo
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Von Simon Ormiston
Zuerst veröffentlicht am
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Vom Baltikum bis nach Polen verfolgt der östliche Rand Europas aufmerksam Russlands Krieg in der Ukraine. Die Staaten wollen verhindern, dass der Konflikt auf ihr eigenes Territorium übergreift.

Die NATO ist „wachsam, entschlossen und einsatzbereit“, sagte Litauens Außenminister am Dienstag. Zuvor hatte ein Kampfflugzeug eines Verbündeten eine Drohne zerstört, die aus Belarus in den litauischen Luftraum eingedrungen war. Es ist der jüngste Vorfall in einer Reihe von Luftzwischenfällen, die die Ostgrenze des Bündnisses zu Russland testen.

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Kestutis Budrys führte den Abschuss auf die Stärke der gemeinsamen Verteidigung zurück. Er dankte den Verbündeten, deren Präsenz am Himmel nach seinen Worten den baltischen Luftraum schützt und die Sicherheit der Region stärkt.

Die Botschaft reicht über Vilnius hinaus. Der andauernde Krieg Russlands gegen die Ukraine führt dazu, dass die östlichen NATO-Staaten Verletzungen ihres Luftraums – ob absichtlich oder nicht – zunehmend als Test für die Entschlossenheit des Bündnisses sehen. Die Reaktion am Dienstag gilt in diesem Kontext als Beleg dafür, dass das System funktioniert.

Präsident Gitanas Nausėda bestätigte den Vorfall in sozialen Medien und erklärte, die Drohne sei vernichtet worden.

„Eine Drohne, die soeben in den litauischen Luftraum eingedrungen ist, wurde von NATO-Kampfjets zerstört“, schrieb Gitanas Nausėda in einem Beitrag auf X.

„Angesichts der zunehmenden Aggression Russlands gegen die Ukraine ist eine solche Bereitschaft für unsere Region entscheidend“, fügte er hinzu.

Das Nationale Krisenmanagementzentrum Litauens teilte mit, die Drohne sei aus Belarus gekommen. Sie sei über die Gebiete Lentvaris und Trakai in Richtung Westen geflogen und schließlich in einem ländlichen Gebiet nahe dem Dorf Pratkūnai im Kreis Kaunas abgestürzt. Es ist das erste Mal, dass eine Drohne über litauischem Staatsgebiet abgeschossen wurde.

Moskau hat sich zu dem Vorfall bislang nicht geäußert. Der Zwischenfall blieb nicht allein. Wenige Stunden später meldete Polen eigene „Luftoperationen“. Warschau verwies auf russische düsengetriebene Drohnen, die ukrainisches Territorium nahe der polnischen Grenze angreifen.

Die polnische Regierung bezeichnete die Maßnahmen als vorbeugend. Sie sollen den Luftraum in Regionen sichern, die direkt an das Kriegsgebiet angrenzen – ein Zeichen dafür, dass die Wachsamkeit längst über die baltischen Staaten hinausreicht.

Waffenruhe an Energieanlagen auf dem Prüfstand

Litauen, Lettland und Estland berichten seit Beginn der russischen Großinvasion in der Ukraine im Jahr 2022 immer wieder von Drohnen, die ihre Lufträume verletzen. Abschüsse durch NATO-Flugzeuge bleiben jedoch so selten, dass sie besondere Aufmerksamkeit erregen.

Die Luftüberwachungsmission des Bündnisses holte im Mai eine ukrainische Drohne vom Himmel, die in den estnischen Luftraum abgeirrt war. Es war der erste Abschuss dieser Art seit Beginn des Krieges.

Europäische Vertreter verweisen zudem darauf, dass Russland ukrainische Drohnen ablenkt, die Industrie- und Ölanlagen nahe St. Petersburg am Finnischen Meerbusen treffen sollen.

Die jüngste Verletzung des Luftraums fällt in eine heikle diplomatische Phase. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat erklärt, Kyjiw sei zu „deeskalierenden Schritten“ bereit, wenn Moskau entsprechend reagiere. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump erklärt, beide Seiten hätten vereinbart, Angriffe zu stoppen auf die Energieinfrastruktur des jeweils anderen.

Dennoch dauern die Gefechte an. In der Nacht griffen ukrainische Streitkräfte russische Militärziele im Gebiet Krasnodar an, während Russland 102 Drohnen gegen die Ukraine einsetzte.

Der Vorfall steht zudem im Zusammenhang mit einem längerfristigen Kurswechsel in der litauischen Politik. Seit Nausėda im Juli angekündigt hat, Litauen solle Teil der westlichen nuklearen Abschreckung gegenüber Moskau werden, arbeitet das Land daran, sein verfassungsmäßiges Verbot der Stationierung von Atomwaffen aufzuheben. Der Schritt dürfte in europäischen Hauptstädten neue Aufmerksamkeit auslösen, denn die Debatte über die eigene Abschreckungsfähigkeit des Kontinents gewinnt an Schärfe.

Weitere Quellen • AFP

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