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Ein einen Monat altes Mönchsrobbenweibchen im Zoo von Attika in Spata, im Osten Athens, 2014.
Ein einen Monat altes Mönchsrobbenweibchen im Zoo von Attika in Spata, im Osten Athens, 2014. Copyright Thanassis Stavrakis/AP
Copyright Thanassis Stavrakis/AP
Copyright Thanassis Stavrakis/AP

Zum Weltnaturschutztag: Sieben gefährdete Arten in Europa

Von Lottie Limb
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"Wir müssen diesen Krieg gegen die Natur beenden", sagt UNO-Generalsekretär Guterres am Weltnaturschutztag

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Am 3. März ist Weltnaturschutztag, ein Tag, an dem wir die außergewöhnliche Vielfalt unseres Planeten feiern - und eine Bestandsaufnahme davon machen, wie gut wir sie schützen.

Der 3. März wurde ausgewählt, weil er der Jahrestag des 1973 unterzeichneten Übereinkommens über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen (CITES) ist. Dieses Abkommen trägt nun schon seit 50 Jahren zum Schutz von Tausenden von Pflanzen und Tieren bei.

In dieser Zeit gab es einige bemerkenswerte Erfolge bei der Erhaltung der Arten, aber immer noch fallen wertvolle Arten durch die Maschen. Der Bericht "Living Planet" des World Wildlife Fund (WWF)  aus dem vergangenen Jahr zeigte, dass die weltweiten Wildtierpopulationen seit 1970 im Durchschnitt um 69 Prozent zurückgegangen sind.

"Am Weltnaturschutztag besinnen wir uns auf unsere Verantwortung, die großartige Vielfalt des Lebens auf unserem Planeten zu schützen. Und wir erkennen unser klägliches Versagen an", so UN-Generalsekretär Antonio Guterres zum heutigen Tag.

"Menschliche Aktivitäten verwüsten einst blühende Wälder, Dschungel, Ackerland, Ozeane, Flüsse, Meere und Seen. Eine Millionen Tier- und Pflanzenarten sind vom Aussterben bedroht, bedingt durch die Zerstörung ihrer Lebensräume, die Verschmutzung durch fossile Brennstoffe und die sich verschärfende Klimakrise. Wir müssen diesen Krieg gegen die Natur beenden“, mahnt Guterres.

Obwohl die am stärksten bedrohten Tiere - Berggorillas, Spitzmaulnashörner und afrikanische Waldelefanten zum Beispiel - auf Nachbarkontinenten zu finden sind, gibt es auch in Europa viele Fronten in diesem Kampf.”

Hier sind einige der wertvollen Pflanzen und Tiere, die wir zu verlieren drohen.

Polarfuchs: Nur noch rund 450 in der EU

Brennan Linsley/AP
Ein Polarfuchs, hier im Zoo von Denver (USA)Brennan Linsley/AP

Der Polarfuchs gilt in der EU als stark bedroht. Die schneeweißen Raubtiere sind nur noch in Finnland und Schweden anzutreffen, obwohl in Russland noch größere Populationen umherstreifen.

Ursprünglich wurde der Fuchs durch die Jagd und den Fang seines wertvollen Fells an den Rand der Ausrottung getrieben, doch nun stellt der Klimawandel eine neue Bedrohung für ihn dar. Die arktische Tundra, auf die er angewiesen ist, schrumpft immer mehr.

Riesenhai: Zweitgrößter Hai der Welt vom Aussterben bedroht

Rebecca-Belleni/Getty
Ein Riesenhai, fotografiert vor der Westküste von SchottlandRebecca-Belleni/Getty

Schönheit ist keine Voraussetzung dafür, schützenswert zu sein - zum Glück für den Riesenhai. Sein höhlenartiges Maul macht ihn für den Menschen zu einem furchteinflößenden Anblick - aber wir haben der Art, die jahrhundertelang Ziel der Harpunen- und Netzfischerei war, weit mehr Schaden zugefügt.

Der Hai steht heute auf der Liste der gefährdeten Arten der IUCN (International Union for Conservation of Nature) und muss sich auf seinen weiten Wanderungen durch den Ozean vor Schiffen in Acht nehmen, und davor nicht als Beifang zu enden.

Europäischer Aal: Geheimnisvoller Fisch ist in Gefahr, in der Versenkung zu verschwinden

Getty
Der Bestand des europäischen Aals ist seit den 1970er Jahren stark zurückgegangen.Getty

Der Europäische Aal wird von der Weltnaturschutzunion (IUCN) als vom Aussterben bedroht eingestuft (noch stärker als der Riesenhai und knapp vor dem Aussterben in freier Wildbahn).

Er ist einer Vielzahl von Bedrohungen ausgesetzt - vom Klimawandel über Parasitenbefall bis hin zur Umweltverschmutzung -, die dazu geführt haben, dass die Populationen in nur wenigen Jahrzehnten um 90 Prozent gesunken sind.

Die Rosskastanie: Quelle der Kastanienmännchen in Not

espy3008/Getty
Ein stolzer Rosskastanienbaum in Lochaber, Schottland.espy3008/Getty

Die berühmte Rosskastanie ist in weiten Teilen Europas verbreitet. Doch ein Schädling, die Miniermotte, die erstmals 1984 festgestellt wurde uns sich seitdem in großer Geschwindigkeit ausbreitet, gefährdet die Art stark. Dazu kommt der Druck durch Abholzung, Waldbrände und Tourismus.

Derselbe IUCN-Bericht stellt fest, dass mehr als die Hälfte (58 %) der endemischen Bäume Europas vom Aussterben bedroht sind. Auch die Krimbeere und die Eberesche sind besonders betroffen.

Schwebfliege: Ein Drittel der lebenswichtigen Bestäuber ist vom Aussterben bedroht

Silas Stein/AP
314 von 890 Schwebfliegenarten in Europa sind stark gefährdet, gefährdet oder vom Aussterben bedroht.Silas Stein/AP

Rund ein Drittel (37 Prozent) aller Schwebfliegenarten in Europa sind vom Aussterben bedroht, warnte die IUCN letztes Jahr.

Der Rückgang ist für die EU besonders besorgniserregend, da das Insekt wichtige Bestäubungsdienste leistet.

Luchs: Prächtige Raubkatzen weiterhin durch Wilderei in Gefahr

Catalonia Government via AP
Ein seltener Anblick: ein junger iberischer Luchs am Rande von Barcelona.Catalonia Government via AP

Diese spitzohrige Wildkatze ist sicherlich eines der charismatischsten Säugetiere, dessen Verlust uns in Europa droht.

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Der Iberische Luchs und der Eurasische Luchs sind zwei der fünf großen Raubtierarten, die es auf dem Kontinent noch gibt. Der iberische Luchs ist die am stärksten bedrohte Katzenart der Welt und kommt nur in Spanien und Portugal vor.

Naturschützer warnen davor, dass der Bestand des Eurasischen Luchses in Frankreich bald zusammenbrechen könnte. Dennoch hat Schweden Jäger:innen gerade die Erlaubnis erteilt, insgesamt 201 Luchse zu töten.

Mittelmeer-Mönchsrobbe: Weniger als 700 Exemplare in freier Wildbahn

Thanassis Stavrakis/AP
Ein einen Monat altes Mönchsrobbenweibchen im Zoo von Attika in Spata, im Osten Athens, 2014.Thanassis Stavrakis/AP

Die Mittelmeer-Mönchsrobbe ist mittlerweile und traurigerweise ein seltener Anblick in europäischen Gewässern.

Im Jahr 2015 wurde geschätzt, dass weniger als 700 dieser Robben in drei oder vier isolierten Teilpopulationen im Mittelmeer überleben, insbesondere in der Ägäis, auf der Inselgruppe Madeira und im Gebiet von Cabo Blanco im nordöstlichen Atlantik.

Es wird angenommen, dass sie die weltweit seltenste Robbenart (Pinnipedia) sind.

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Was wird zum Schutz der bedrohten Arten in Europa getan?

Die gute Nachricht ist, so Guterres, "dass wir die Instrumente, das Wissen und die Lösungen haben, um die Krise der Artenvielfalt zu bewältigen". Neben dem CITES gibt es das im letzten Jahr geschlossene Abkommen von Kunming und Montreal über die globale Biodiversität. Es wurde von fast 200 Ländern unterzeichnet und als das Pariser Abkommen für die Natur bezeichnet.

"Wir müssen die Stimmen lokaler Gemeinschaften und indigener Völker - die wirksamsten Hüter der Artenvielfalt - in den Mittelpunkt stellen", so der Generalsekretär.

Journalist • Andreas Rogal

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