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Studie: Abnehm-Medikamente senken Risiko für Depression, Angst und Selbstverletzung

Abnehm-Medikamente senken Risiko für Depressionen und Angstzustände
Abnehm-Medikamente senken Risiko für Depressionen und Angststörungen Copyright  Canva/Cleared
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Von Marta Iraola Iribarren
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GLP-1-Gewichtsabnehmmittel mit Semaglutid senken laut neuer Studie das Risiko für Depressionen, Angststörungen, Suchterkrankungen und Selbstverletzung.

Eine neue Studie zeigt: Semaglutid, ein häufiger Wirkstoff in GLP-1-Medikamenten zur Gewichtsreduktion, steht mit einem geringeren Risiko für eine Verschlechterung psychischer Erkrankungen in Verbindung.

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Die in The Lancet Psychiatry veröffentlichte Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass Menschen unter einer GLP-1-Behandlung wegen Diabetes oder Adipositas seltener wegen psychischer Probleme im Krankenhaus behandelt werden mussten und seltener krankgeschrieben waren.

Forschende der Universität Ostfinnland, des Karolinska-Instituts in Stockholm und der Griffith University in Australien stellten fest, dass Menschen, die Semaglutid nutzten, ein um 42 Prozent geringeres Risiko für eine Verschlechterung ihrer psychischen Erkrankung hatten. Bei Menschen, die Liraglutid einnahmen, lag das Risiko um 18 Prozent niedriger.

Beim Krankheitsbild Depression sank das Risiko um 44 Prozent, bei Angststörungen um 38 Prozent.

Semaglutid stand auch mit einem geringeren Risiko für Störungen durch Substanzgebrauch in Zusammenhang. Krankenhausaufenthalte und Krankschreibungen wegen Alkohol- oder Drogenkonsums lagen bei Menschen unter Semaglutid-Therapie um 47 Prozent niedriger. Auch das Risiko für Selbstverletzungen war in dieser Gruppe reduziert.

Semaglutid und Liraglutid sind die Wirkstoffe in GLP-1-Medikamenten; sie ahmen die Wirkung des körpereigenen GLP-1-Hormons nach, das Appetit und Blutzucker reguliert.

In die Studie flossen Daten von mehr als 95 000 Menschen ein. Sie waren im Schnitt 50,6 Jahre alt, hatten eine Diagnose einer Depression oder Angststörung und verwendeten zwischen 2009 und 2022 irgendein Antidiabetikum.

Die Autorinnen und Autoren betonen, dass die Studie keinen Beleg dafür liefert, dass Gewichtsverlust direkt zu einer besseren psychischen Gesundheit führt. Der Zusammenhang zwischen den Medikamenten, dem Gewichtsverlust und der Psyche ist vermutlich komplex.

Aus einer Beobachtungsstudie lässt sich zwar keine direkte Kausalität ableiten. Die Forschenden sehen in den Ergebnissen eine Grundlage für künftige klinische Studien.

Psychische Gesundheit und Diabetes: ein Teufelskreis

In Europa lebt etwa jede sechste Person, insgesamt rund 140 Millionen Menschen, mit einer psychischen Erkrankung. Die Schwere reicht von milden bis zu starken Beeinträchtigungen des Alltags, so die Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Noch höher sind die Zahlen bei Menschen mit Diabetes und Adipositas. Bei Erwachsenen mit Diabetes tritt eine Depression laut Internationaler Diabetes-Föderation (IDF) fast doppelt so häufig auf.

Der Zusammenhang verläuft in beide Richtungen: Wer eine psychische Erkrankung hat, trägt auch ein erhöhtes Risiko, einen Diabetes zu entwickeln.

Biologische, verhaltensbezogene und soziale Faktoren treiben diesen gegenseitigen Zusammenhang an und schaffen einen Kreislauf, den zu durchbrechen oft schwerfällt, so die IDF.

Besonders groß ist die Belastung für Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen. Unter ihnen kommt Diabetes Schätzungen zufolge zwei- bis dreimal häufiger vor. Dazu tragen die Nebenwirkungen bestimmter Medikamente, ungleiche Gesundheitschancen und Lebensstilfaktoren bei.

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