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Größte Hilfsorganisationen schlagen Alarm: mehr Angriffe auf medizinische Versorgung im Krieg

ARCHIV: Mitarbeitende des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) und des Südsudanischen Roten Kreuzes bringen in Akobo einen verletzten Patienten zum Krankenwagen.
ARCHIV: Helfer des Roten Kreuzes und des Südsudanischen Roten Kreuzes bringen einen Verletzten in Akobo, Südsudan, in einen Krankenwagen. Copyright  Copyright 2025 The Associated Press.
Copyright Copyright 2025 The Associated Press.
Von Marta Iraola Iribarren
Zuerst veröffentlicht am
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Rotes Kreuz, WHO und Ärzte ohne Grenzen prangern fehlenden politischen Willen an, Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen weltweit zu stoppen.

Der Präsident des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz, der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation und der internationale Präsident von Médecins Sans Frontières (Ärzte ohne Grenzen) haben in einem gemeinsamen Schreiben die Staats- und Regierungschefs weltweit zum Handeln aufgefordert. Sie verlangten die politische Führung, die nötig ist, um der Gewalt in Kriegsgebieten ein Ende zu setzen.

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„Gesundheitsversorgung darf niemals zum Opfer des Krieges werden“, schrieben die Organisationen.

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat einstimmig die Resolution 2286 zur Gesundheitsversorgung in bewaffneten Konflikten angenommen. Darin verpflichteten sich mehr als achtzig Mitgliedstaaten, medizinisches und humanitäres Personal sowie Infrastruktur, Transportmittel und Ausstattung besser zu schützen.

„Die Lage ist heute noch schlechter als vor zehn Jahren. Wir feiern keinen Erfolg, sondern müssen ein Scheitern eingestehen“, heißt es in der gemeinsamen Erklärung.

Sie stellten fest, dass die Gewalt gegen medizinische Einrichtungen, Transportmittel und Personal unvermindert anhält. Der Schaden, den die Resolution verhindern sollte, ist keineswegs zurückgegangen.

„An den Frontlinien der verheerendsten Krisen dieser Welt erleben unsere Teams Tag für Tag, welche katastrophalen Folgen es hat, wenn die Unantastbarkeit der Gesundheitsversorgung verletzt wird“, schrieben sie.

„Wenn Gesundheitsversorgung nicht mehr sicher ist, ist das oft das deutlichste Warnsignal: Die Regeln und Normen, die das Leid im Krieg begrenzen sollen, geraten aus den Fugen. Wenn Krankenhäuser und das dort tätige Personal angegriffen werden, ist das nicht nur eine humanitäre Krise, sondern eine Krise der Menschlichkeit.“

Mehr Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen

In den vergangenen zehn Jahren haben internationale Gesundheitsorganisationen immer wieder Angriffe auf die Gesundheitsversorgung angeprangert: Luftangriffe auf Krankenhäuser in Syrien und Jemen, Beschuss von Kliniken in der Ukraine und in Palästina, Drohnenangriffe auf ein Krankenhaus in Myanmar sowie Attacken auf deutlich gekennzeichnete Krankenwagen in Kamerun, Haiti und im Libanon.

Im Jahr 2025 registrierte das Überwachungssystem der Weltgesundheitsorganisation für Angriffe auf die Gesundheitsversorgung insgesamt 1.348 Attacken auf medizinische Einrichtungen; dabei kamen 1.981 Menschen ums Leben.

Am stärksten betroffen war der Sudan mit 1.620 Todesopfern, gefolgt von Myanmar mit 148, Palästina mit 125, Syrien mit 41 und der Ukraine mit 19 Getöteten.

Allein im laufenden Jahr 2026 hat die WHO bereits 521 Angriffe in dreizehn Ländern erfasst; 408 Menschen wurden dabei getötet.

Das Tempo der Angriffe lässt nicht nach. Die Ukraine meldet im Vergleich zu 2024 einen Anstieg der Attacken auf die Gesundheitsversorgung um fast zwanzig Prozent.

Seit Beginn der umfassenden russischen Invasion am 24. Februar 2022 hat die WHO in der Ukraine mindestens 2.881 Angriffe auf die Gesundheitsversorgung dokumentiert. Betroffen sind Gesundheitsfachkräfte, Einrichtungen, Krankenwagen und medizinische Lager.

Nach Angaben von Ärzte ohne Grenzen erreichten die registrierten Vorfälle in den Jahren 2024 und 2025 ihren Höchststand. Vorläufige Daten für 2026 deuten auf ein ähnliches Niveau wie in den beiden Vorjahren hin.

„Noch immer werden Gesundheitseinrichtungen beschädigt oder zerstört. Medizinisches Personal sowie Patientinnen und Patienten geraten weiterhin in Angriffe und werden getötet oder verletzt. Das ist kein Versagen des Rechts, sondern ein Versagen des politischen Willens“, heißt es in dem Schreiben.

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