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"Timmy" bläht sich immer weiter auf– Hitze macht Wal zur tickenden Zeitbombe

Wal Timmy während der Rettungsarbeiten vor Deutschland
Wal Timmy während der Rettungsarbeiten vor Deutschland Copyright  AP Photo
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Von Sonja Issel
Zuerst veröffentlicht am
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Wärme und Faulgase setzen dem Kadaver immer stärker zu. Experten warnen vor einem möglichen "großen Knall".

Das Drama um den toten Buckelwal "Timmy" vor der dänischen Insel Anholt scheint kein Ende zu finden. Auf aktuellen Livestream-Aufnahmen der Nachrichtenagentur NEWS5 vom Sonntagmorgen ist zu sehen, wie stark der Kadaver inzwischen aufgequollen ist. Die Haut des Tieres wirkt extrem gespannt und zugleich elastisch, Möwen kreisen kreischend über dem verendeten Meeressäuger.

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Experten schlagen deshalb zunehmend Alarm. Durch die fortschreitende Verwesung bilden sich im Inneren des Wals große Mengen an Faulgasen.

Die derzeit warmen Temperaturen an der dänischen Küste verschärfen die Lage zusätzlich. Sie beschleunigen den Verwesungsprozess und damit auch die Gasbildung im Körper des Tieres. Die Behörden warnen deshalb bereits seit Tagen eindringlich davor, sich dem Kadaver zu nähern.

"Der Druck im Innern baut sich immer weiter auf, und irgendwann könnte das Tier mit einem großen Knall in die Luft fliegen", erklärte Walforscher Fabian Ritter der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Ganz ausgeschlossen sei allerdings auch ein anderes Szenario nicht: Laut Ritter könnte das Gewebe an einer Stelle aufreißen, sodass die Gase langsam entweichen und eine Explosion verhindert wird.

Flüssigkeit tritt aus Kadaver aus

Seit Samstag ist zudem zu beobachten, dass sich rund um den Kadaver ein schmieriger Film auf der Wasseroberfläche ausbreitet. Experten gehen davon aus, dass die Flüssigkeit direkt aus dem verwesenden Wal austritt.

Der Meeresbiologe und Walexperte Fabian Ritter erklärte der Bild, dass der Verwesungsprozess inzwischen massiv fortgeschritten sei. Durch die Sonneneinstrahlung erhitze sich das Innere des Kadavers stark, wodurch die Zersetzung zusätzlich beschleunigt werde.

"Alles im Inneren verflüssigt sich nach und nach", sagte Ritter. Dabei träten Körperflüssigkeiten und gelöste Fettstoffe aus dem toten Tier aus und gelangten ins Wasser.

Die geplante Bergung und Obduktion von "Timmy“" verzögert sich derweil immer weiter. Drei Versuche, den stark aufgeblähten Kadaver von der Sandbank zurück ins Wasser zu ziehen, scheiterten bislang. Die zuständige Behörde will nun nach Pfingsten einen neuen Versuch starten.

Zweiter Wal-Kadaver entdeckt

Während "Timmy" weiter auf einer Sandbank vor Anholt liegt und die Bergung stockt, wurde auf der anderen Seite der Insel ein weiterer toter Wal entdeckt. Das berichtet die Bild. Wann genau das Tier angespült wurde, ist bislang unklar.

Der zweite Kadaver befindet sich bereits in einem deutlich weiter fortgeschrittenen Verwesungszustand. Teile des Rückgrats liegen frei, offenbar ist der Körper bereits aufgeplatzt. Die genaue Walart konnte bislang noch nicht bestimmt werden. Der Unterkiefer deute jedoch auf einen Bartwal hin – möglicherweise ebenfalls einen Buckelwal.

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