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Dritter Todesfall: Malaria-Ausbruch in Frankfurt weitet sich aus

Bevölkerung in Flughafennähe von Frankfurt vor Malaria gewarnt
Bevölkerung in Flughafennähe von Frankfurt vor Malaria gewarnt Copyright  Jacquelyn Martin/AP2009
Copyright Jacquelyn Martin/AP2009
Von Franziska Müller
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Nach zwei Neuinfektionen im Frankfurter Stadtteil Schwanheim ist nun ein weiterer Mensch an Malaria gestorben. Damit steigt die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit der Flughafenmalaria auf drei, seit Juli haben sich acht Personen infiziert.

Eine der beiden zuletzt gemeldeten Malaria-Erkrankten aus dem Stadtteil Schwanheim ist an den Folgen der Infektion gestorben. Das bestätigten das Gesundheitsamt und die Universitätsmedizin Frankfurt am Donnerstag. Damit ist es bereits der dritte Todesfall im Zusammenhang mit der im Juli bekannt gewordenen Flughafenmalaria. Beide Einrichtungen sprachen den Angehörigen ihr aufrichtiges Mitgefühl aus.

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Bei der verstorbenen Person handelt es sich um einen Fall von Malaria tropica, der gefährlichsten Form der Krankheit. Seit Juli sind in Frankfurt damit acht Personen an Malaria erkrankt, eine Tropenkrankheit, die durch Mücken übertragen wird. Zwei der Erkrankungen endeten bereits zuvor tödlich, betroffen waren damals zwei Mitarbeiter des Flughafenbetreibers Fraport.

Bei den beiden neuesten Fällen handelt es sich um Personen aus dem Stadtteil Schwanheim, in unmittelbarer Nähe zum Flughafen. Anders als bei den ersten Fällen hatten diese beiden Betroffenen nach Angaben der Behörden weder ein Malaria-Gebiet bereist noch am Flughafen gearbeitet.

Die Infektionen traten laut Gesundheitsamt rund fünf Kilometer vom Flughafen entfernt auf, eine Distanz, die Anopheles-Mücken den Angaben zufolge durchaus zurücklegen können. Vermutet wird daher weiterhin, dass eine infizierte Mücke mit einem Flugzeug nach Frankfurt gereist ist und die Krankheit anschließend durch einen Stich übertragen hat, ein sogenannter Fall von Flughafenmalaria.

Was ist Malaria?

Die Tropenkrankheit Malaria ist bei frühzeitiger Diagnose gut behandelbar. Die Symptome ähneln zunächst allerdings einer Grippe und Erkältung. "Entscheidend ist deshalb, eine mögliche Malariainfektion bei entsprechenden Symptomen frühzeitig in Betracht zu ziehen", so die Stadt Frankfurt am Main.

Klassische Symptome für eine Malaria-Infektion sind Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Magen-Darm-Beschwerden. "Häufig werden solche Anzeichen daher als grippaler Infekt oder Magen-Darm-Infektion fehlinterpretiert", erklärt auch das Robert-Koch-Institut.

Nicht alle Malaria-Arten sind tödlich, etwa Malaria tertiana, quartana, oder Plasmodium knowlesi Malaria. Die gefährlichste Art ist Malaria tropica, sie kann ohne frühzeitige Diagnose und Behandlung tödlich enden. Das Auswärtige Amt spricht deshalb von einer lebensbedrohlichen Erkrankung.

Die Krankheit ist nicht von Mensch zu Mensch ansteckend. Für eine Übertragung ist der Stich einer infizierten Mücke erforderlich. Wird Malaria nicht in einem Endemiegebiet übertragen, sondern durch den Mittransport der Tiere in andere Länder, spricht man oft von Flughafenmalaria.

Empfehlung: Bei unklarem Fieber ärztlichen Rat einholen

Menschen, die am oder im Umfeld des Frankfurter Flughafens arbeiten oder sich dort aufhalten beziehungsweise in räumlicher Nähe zum Flughafen wohnen, sollen bei unklarem Fieber einen Arzt aufsuchen.

Dort sei es wichtig, auf den Wohnort oder einen möglichen Aufenthalt im Umfeld des Flughafens hinzuweisen.

Bürger aus Frankfurt am Main können sich außerdem über eine Hotline des Gesundheitsamts informieren. Diese ist telefonisch von 9 bis 18 Uhr unter 069/212-30030 erreichbar.

Auch Präventivmaßnahmen sind möglich, indem man sich vor Mückenstichen schützt. Prophylaxe ist beispielsweise durch Insektenabwehrmittel mit Repellenten möglich. Bislang haben sich Mittel auf der Basis von Diethyltoluamid (= DEET) und Icaridin weltweit bewährt, heißt es in einem Ratgeber des Auswärtigen Amts. Auch lange Kleidung sowie Insektennetze können langfristig helfen.

Flughafenmalaria in Europa

Fälle von Flughafenmalaria sind nach Angaben des Robert Koch Instituts in Deutschland sehr selten. Eine Studie aus dem Jahr 2024 macht außerdem deutlich, dass mehr als 99 Prozent der in Europa festgestellten Malariafälle aus Endemiegebieten importiert worden sind.

Von 1969 bis Anfang 2024 wurden demnach in Datenbanken 145 Fälle von Malaria bekannt, bei denen sich die Betroffenen in Europa angesteckt hatten. Mehr als zwei Drittel davon wurden als Flughafenmalaria gewertet. Am stärksten betroffen waren Frankreich (52 Fälle), Belgien (19 Fälle) und Deutschland mit neun Fällen, davon acht in Frankfurt und einer in München.

Auch hier hatten viele Betroffene Bezüge zu einem internationalen Flughafen. Die zweite, noch lebende Person aus Frankfurt-Schwanheim befindet sich nach Angaben der Stadt weiterhin in stationärer Behandlung.

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