Dreißig Jahre nach dem Kultfilm, der alles veränderte, kommt das „ultimative Anti-Musical“: „Trainspotting“ erobert jetzt als Bühnenmusical die Welt.
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Darauf läuft es hinaus: Der gefeierte schottische Autor Irvine Welsh hat ein neues Bühnenmusical zu seinem Bestseller-Roman von 1993, „Trainspotting“, angekündigt. Die Premiere ist für Juli in London geplant.
In seinem Debütroman begleitet Welsh eine Clique von Heroinabhängigen in Edinburgh. Das Buch wurde rasch zum Kulttitel und Danny Boyle brachte die Vorlage drei Jahre nach Erscheinen ins Kino.
Der Film mit Ewan McGregor, Robert Carlyle, Jonny Lee Miller und Kelly Macdonald erreichte ebenfalls Kultstatus, wegen der intensiven Schauspielerei, des sofort wiedererkennbaren Soundtracks und eines rabenschwarzen Humors, der ihn zu einem der wichtigsten britischen Filmen der neunziger Jahre gemacht hat.
Seit Mitte der neunziger Jahre gab es zwar zahlreiche Bühnenfassungen von „Trainspotting“. Im Jahr 2026 wird der Roman jedoch zum ersten Mal als Musical auf die Bühne gebracht.
Das Stück feiert im Sommer am Theatre Royal Haymarket Premiere. Welsh hat den Roman selbst für die Bühne bearbeitet und zusammen mit Stephen McGuinness Lieder für die Produktion geschrieben. Auch Stücke aus Boyles Filmversion Trainspotting sollen verwendet werden.
„Es war nicht gerade das naheliegendste Buch für einen Erfolg“, sagte Welsh dem The Guardian (Quelle auf Englisch). „Und es war weder als Film noch als Theaterstück ein sicherer Erfolgskandidat. Die Geschichte hat alle Erwartungen unterlaufen, vor allem meine eigenen.“
Welsh betonte jedoch, dass er mit „Trainspotting: The Musical“, der von Beteiligten bereits als „ultimatives Anti-Musical“ beschrieben wird, etwas anderes bieten will.
„Im West End laufen so viele Shows, die eigentlich Sprechtheater sind, in das man pflichtschuldig ein paar Songs hineinstopft, oder Nostalgieformate mit beliebiger Musik aus der jeweiligen Zeit“, sagte er. „Die einzige Möglichkeit, wie ein Trainspotting-Musical für mich funktionieren konnte, war, eigene Songs zu schreiben, die die Geschichte wirklich weitererzählen und als echtes Musiktheater funktionieren.“
Welsh sagte außerdem: „Dieses Musical hat ein größeres, lauter schlagendes menschliches Herz als sowohl das Buch als auch der Film. Die verschiedenen Bühnenadaptionen von ‚Trainspotting‘ sind bereits gefeierte und bewegende Theatererlebnisse, und der Soundtrack des Films ist ohnehin ikonisch. Da lag es nahe, Musik und Text zusammenzubringen, um eine explosive, provokative und zugleich unterhaltsame Show zu schaffen. Die Menschen müssen über die Welt nachdenken, in der wir leben, diesen Blick nach innen bieten wir. Aber sie müssen auch aus voller Kehle mitsingen und sich halb totlachen; das macht Menschsein aus, und auch dafür sind sie bei diesem Stück bestens aufgehoben.“
Die Inszenierung, die Caroline Jay Ranger entwickelt und inszeniert, besetzt den sechsundzwanzigjährigen schottischen Schauspieler Robbie Scott als Mark Renton, die Rolle, die im Film Ewan McGregor spielte. Weitere Rollen werden in Kürze besetzt und bekanntgegeben.
„Trainspotting: The Musical“ eröffnet am Theatre Royal Haymarket am 15. Juli 2026. Tickets gibt es hier (Quelle auf Englisch).
Bis dahin bleibt eine Frage: Wie, um Himmels willen und im Namen von Mother Superior (sie nannten ihn so wegen seiner langen Kutte), will die Produktion eigentlich die Szene mit der „schlimmsten Toilette Schottlands“ auf die Bühne bringen?