Pedro Almodóvar stellt heute in Cannes seinen neuen Film „Bitter Christmas“ vor. Er fordert Europäer auf, ein Schutzschild gegen Trump, Netanyahu und Putin zu sein.
Europäerinnen und Europäer müssen nach Ansicht des gefeierten spanischen Regisseurs Pedro Almodóvar zu einem „Schutzschild“ gegen drei „Monster“ werden.
Die drei von ihm genannten Schreckgestalten: Donald Trump, Benjamin Netanjahu und Wladimir Putin.
Almodóvar äußerte sich heute auf einer Pressekonferenz bei den Filmfestspielen in Cannes, wo er seinen neuesten Wettbewerbsbeitrag Amarga Navidad („Bitter Christmas“) vorstellt.
„Als Europäer sind wir verpflichtet, so etwas wie ein Schutzschild gegen Monster wie Trump, Netanjahu oder den Russen Putin zu sein“, sagte der Regisseur von Klassikern wie Todo Sobre Mi Madre („Alles über meine Mutter“) und Hable Con Ella („Sprich mit ihr“), der einen Anstecker mit der Aufschrift „Free Palestine“ am Revers trug.
„Dazu sind wir verpflichtet, weil wir hier das Völkerrecht respektieren“, fügte er hinzu.
Der Regisseur ist ein scharfer Kritiker des Kriegs Israels im Gazastreifen und hatte Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez bereits zuvor aufgefordert, wegen des Kriegs alle diplomatischen und wirtschaftlichen Beziehungen zu Israel zu kappen.
Seine Aussagen erinnern an die Worte des spanischen Stars Javier Bardem, der in diesem Jahr ebenfalls in Cannes war, um seinen neuen Film, Rodrigo Sorogoyens Drama The Beloved, vorzustellen.
Der Film setzt sich mit toxischer Männlichkeit auseinander, und der siebenundfünfzigjährige Schauspieler sagte der Nachrichtenagentur Reuters: „Die Vorstellung einer Männlichkeit, die aggressiv ist und ihre Macht über andere demonstrieren muss, beschäftigt mich, denn mit so einem Männerbild bin ich aufgewachsen.“ Er fügte hinzu: „Und das ist falsch. Und dass wir in diesem Film darüber sprechen, zeigt, dass es dafür heute mehr Bewusstsein gibt, als etwas, das wir anprangern und hinter uns lassen müssen.“
Er weitete das Gespräch auf einer Pressekonferenz in Cannes aus, wo der Schauspieler erklärte, „toxisches männliches Verhalten“ ziehe sich bis hin zu Staats- und Regierungschefs wie Trump, Putin und Netanjahu. Solche Aggression und Rivalität, so Bardem, schürten Konflikte.
Almodóvar, der in diesem Jahr um die Goldene Palme konkurriert, gewann in Cannes bereits 1999 den Preis für die beste Regie für Alles über meine Mutter. Bei den Filmfestspielen in Venedig erhielt er 2024 für The Room Next Door den Goldenen Löwen.
Bitter Christmas erzählt von einem Regisseur, dem die Ideen ausgehen und der beschließt, sich bei den Geschichten anderer zu bedienen. Die Tragikomödie feierte gestern an der Croisette Premiere und startet heute in Spanien und Frankreich in den Kinos. Die Auswertung in weiteren europäischen Ländern folgt im Laufe dieses Monats.