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Todeskampf? Wal Timmy wälzt sich - Rettungsaktion läuft weiter

Der Buckelwal vor der Insel Poel hob an diesem Freitag mehrmals die Schwanzflosse. Freitag, 17.4.2026
Der Buckelwal vor der Insel Poel hob an diesem Freitag mehrmals die Schwanzflosse. Freitag, 17.4.2026 Copyright  AP Photo
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Von MK
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Die Rettungsaktion für den vor der Insel Poel gestrandeten Wal ist fortgesetzt worden, aber erst am Samstag soll das Tier angehoben werden. Am Morgen hat sich der Wal deutlich sichtbar bewegt.

Nach längerer Reglosigkeit hat der gestrandete Buckelwal an diesem Vormittag mehrmals die Schwanzflosse gehoben, sich hin- und hergewälzt und Blas ausgestoßen - beobachtet und bejubelt von Schaulustigen. Die Taucher, die kurz zuvor zur Vorbereitung der Rettungsarbeiten zu ihm gefahren waren, zogen sich zunächst erst einmal wieder zurück.

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Am frühen Nachmittag lag er dann ruhig im Wasser, bedeckt mit Tüchern, und wurde laut Tierärztin Janine Bahr van Gemmert von Helfern mit Salzwasser befeuchtet. Erst am Samstag aber solle er angehoben werden.

"Reelle Überlebenschance"

Die Tierärztin von der privaten Initiative, die den Wal bergen und in den Atlantik transportieren will, betonte gegenüber den Medien, dass er eine reelle Überlebenschance habe. Seine Aktivität am Morgen hielt sie für ein gutes Zeichen. Das lasse darauf schließen, dass er womöglich nicht schwer verletzt ist.

Schon am Donnerstag hatten laut einer Sprecherin der Rettungsaktion zwei Tierärztinnen und ein Walexperte Kontakt zu ihm aufgenommen und ihn untersucht. Auf Ansprache habe er reagiert, sein Blasrohr sei intakt und Entzündungszeichen nicht erkennen. Auch Aufregung zeige er nicht.

Schwimmbagger, Pontons und Pumpe am Einsatzort

An diesem Mittag fuhr ein Schwimmbagger, der auf Pontons geladen war, zur Liegestelle des Tieres. Kräne, Pontons und Rohre waren schon tags zuvor angeliefert worden. Zunächst sollte der Schlick unter dem Wahl mit Saugrohren und einer großen, auf dem Bagger befestigten Pumpe weggespült und eine Plane unter dem Wal gespannt werden. Per Luftkissen soll er dann angehoben werden. Läuft alles nach Plan, wird er danach zwischen Pontons gelagert und durch die Ostsee an Dänemark entlang zur Nordsee und in den Atlantik geschleppt.

Den Rettungsversuch initiiert und finanziert eine private Initiative um MediaMarkt-Mitbegründer Walter Gunz und die Trabrennsportunternehmerin Karin Walter-Mommert. Zunächst hat die Aktion sich allerdings um einen Tag verzögert, wie Gunz der Deutschen Presseagentur erläuterte. Am Donnerstag, dem ersten Tag, habe man einen Teil des Programms nicht durchführen können. An der Rettungsaktion ist laut Gunz ein 40-köpfiges Team mit internationalen Experten beteiligt.

Backhaus: Verantwortung voll und ganz bei den privaten Initiatoren

Auch Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) war am Morgen wieder vor Ort und erklärte, aus seiner Sicht habe der Wal eine Chance. Nach der tierärztlichen Begutachtung tags zuvor frohlockte er: "Der Wal ist doch in einem besseren Zustand, als andere es vermutet haben. Darüber freuen wir uns sehr." Auch Gunz erklärte im Gespräch mit der Neuen Osnabrücker Zeitung, dass der tierärztlichen Untersuchung zufolge eine 50:50-Chance für den Wal bestehe - "das ist etwas anderes, als wenn es zu 99 Prozent negativ aussieht.“

Karin Walter-Mommert erklärte laut Bild, dass der Wal schon Donnerstag "sehr positiv" darauf reagiert habe, als ihm feuchte Tücher auf den Körper gelegt wurden, um seine Haut feucht zu halten.

Backhaus wies darauf hin, dass die private Rettungsaktion geduldet werde, aber keine behördliche Genehmigung dafür erteilt worden sei. Die Verantwortung liege voll und ganz bei den Initiatoren, werde aber von Veterinären des Bundeslandes beobachtet. Nach NDR-Informationen stützt die private Aktion sich auf einen Paragraphen des Bundesnaturschutzgesetzes, demzufolge jede Person ein verletztes oder hilfloses Tier aufnehmen kann, um es zu pflegen und anschließend wieder auszuwildern. Da der Buckelwal eine geschützte Art ist, besteht außerdem Meldepflicht.

Skepsis und Kritik anderer Experten

Das Tier liegt seit Ende März in der Wismarer Bucht vor der Insel Poel im Wasser fest, Anfang März war es zum ersten Mal in der Ostsee, die eigentlich nicht seine Heimat ist, gesichtet worden.

Anders als die jüngsten Äußerungen der Beteiligten vermuten lassen, halten viele Experten den Wal für stark geschwächt und krank und geben ihm wenig Überlebenschancen. Von Umweltorganisationen wie Sea Shepherd oder Greenpeace kam Kritik und Skepsis.

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