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Papst besucht Angola: Thema Korruption und Armut im ölreichen Land

Papst Leo XIV. zieht in Prozession ins Japoma-Stadion in Douala ein, um dort am Freitag, dem 17. April 2026, eine Messe zu feiern.
Papst Leo XIV. zieht in Prozession ins Japoma-Stadion in Douala, Kamerun, ein, um dort am Freitag, 17. April 2026, eine Messe zu feiern. Copyright  AP Photo/Andrew Medichini
Copyright AP Photo/Andrew Medichini
Von Manuel Ribeiro
Zuerst veröffentlicht am
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Nach Kamerun ist Angola die dritte Etappe der elftägigen Afrikareise von Papst Leo XIV. Die Menschen hoffen auf Friedensbotschaften und Antworten auf die wirtschaftliche Krise in dem öl- und seltene-Erden-reichen Land.

Nach seinem Besuch in Kamerun ist Papst Leo XIV. am Samstag in Luanda eingetroffen. In der Stadt hingen bereits Stunden vorher Willkommensplakate. Der Heilige Vater ist damit der dritte Papst, der Angola besucht – nach Johannes Paul II. (1992) und Benedikt XVI. (2009).

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Unmittelbar nach seiner Ankunft traf Leo XIV. Präsident João Lourenço. Der Besuch ist die jüngste Station einer Reise, auf der der Papst seinen Ton deutlich verschärft hat – nachdem Donald Trump ihn heftig attackiert hatte.

Am Sonntag reist der Heilige Vater mit dem Hubschrauber in das rund 130 Kilometer südöstlich von Luanda gelegene Dorf Muxima. Dort befindet sich eine Kirche aus dem 16. Jahrhundert, die von den Portugiesen erbaut wurde und heute zu den wichtigsten Wallfahrtsorten Afrikas zählt.

Vor rund 500 Jahren war das Marienheiligtum zugleich ein zentraler Ort des transatlantischen Menschenhandels der Portugiesen. Hier wurden versklavte Menschen getauft, bevor sie auf Schiffe in Richtung Amerika gebracht wurden.

„Geschichtlicher Moment der Gnade“

In Muxima entsteht derzeit eine neue Basilika. Die Regierung investiert mehrere Millionen, um den Ort zu einem bedeutenden Reiseziel auszubauen. „Es ist ein geschichtlicher Moment der Gnade, ein Moment tiefer Emotion, mit Tränen in den Augen und Dankbarkeit im Herzen“, sagte der Rektor des Heiligtums, Pater Mpindi Lubanzadio Alberto, dem katholischen Nachrichtenportal ACI Africa.

Erwartet werden Zehntausende Gläubige, die an den Ort pilgern, um das Oberhaupt der katholischen Kirche zu sehen. Leos Appelle für den Weltfrieden dürften in Angola auf offene Ohren stoßen. Das Land beendete 2002 einen siebenundzwanzigjährigen Bürgerkrieg, der nach der Unabhängigkeit von Portugal im Jahr 1975 ausgebrochen war.

Neben seinen Friedensappellen dürfte der Papst auch über Korruption und Ausbeutung in diesem Land sprechen. Angola verfügt über große fossile Ressourcen, doch ein Drittel der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze.

Angola ist heute der viertgrößte Ölproduzent Afrikas und gehört laut Internationaler Energieagentur zu den zwanzig größten Förderländern weltweit. Es ist außerdem der drittgrößte Diamantenproduzent der Welt und verfügt über bedeutende Vorkommen an Gold und Seltenen Erden.

Trotz dieser Rohstofffülle schätzte die Weltbank im Jahr 2023, dass mehr als 30 Prozent der Bevölkerung von weniger als 2,15 US-Dollar pro Tag leben.

In Angola leben rund 38 Millionen Menschen, etwa 55 Prozent von ihnen sind katholisch. Das Land erlangte 1975 seine Unabhängigkeit von Portugal, trägt jedoch bis heute die Narben eines verheerenden Bürgerkriegs. Der Konflikt begann kurz nach der Unabhängigkeit und zog sich mit wechselnder Intensität über 27 Jahre hin, bis er 2002 endete. Schätzungen zufolge kamen mehr als eine halbe Million Menschen ums Leben.

Während seines viertägigen Besuchs in Angola richtet Papst Leo XIV. nach Angaben des Vatikans seine Botschaft besonders an die Jugend. Er will ihnen Hoffnung und Heilung zusprechen.

Die gesamte Afrikareise von Leo XIV. dauert elf Tage. Stationen sind Algerien (13. bis 15. April), Kamerun (15. bis 18. April), Angola (18. bis 21. April) und Äquatorialguinea (21. bis 23. April).

Weitere Quellen • AFP, AP

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