Zum Tag des bayerischen Bieres erinnerte man in München jetzt an das Reinheitsgebot von 1516. Während die Braukunst gefeiert wird, sinken aber Konsum und Absatz bundesweit.
O'zapft ist es am Tag des bayerischen Bieres. Um Punkt 15:16 Uhr floß in München am Donnerstag das Bier in den allerersten Maßkrug.
Es ist eine Hommage an den 23. April 1516, dem Tag an dem das Bayerische Reinheitsgebot in Kraft trat. Damals galt: Nur Hopfen, Gerste und Wasser dürfen ins Bier. Mit der Einführung des deutschen Reinheitsgebots im Jahr 1906 wurde die Regel etwas ausgeweitet: Seitdem darf auch Hefe zugesetzt werden.
Die Bierkultur gehört zu Bayern wie das Oktoberfest zu München. Für Münchnerinnen wie Susanne ist Biertrinken ein echtes Lebensgefühl: "Ich glaube, es ist eine Mischung daraus, wo trinkt man das Bier, mit wem trinkt man Bier, in welchem Rahmen. Und wir haben hier in Bayern natürlich viele Feste und Anlässe, bei denen man noch Bier gut trinken kann."
Etwa 40 Biersorten und mehr als 4.000 Marken werden in bayerischen Brauereien produziert.
Mittlerweile sinkt deutschlandweit allerdings der Pro-Kopf-Konsum. 2025 wurden jährlich pro Person 84,3 Liter Bier getrunken, so der Deutsche Brauer Bund. 2018 waren es noch 99 Liter. Der Bierabsatz der deutschen Brauereien und Bierlager ist im Jahr 2025 um 6,0 % gesunken im Vergleich zum Vorjahr und liegt nun bei 7,8 Milliarden Liter. Das sind 497,1 Millionen Liter weniger als 2024. Deutschlandweit gibt es mehr als 1.500 Brauereien.