Bei der zweiten Station seiner Europareise hat Indiens Premierminister Narendra Modi Göteborg besucht. Dort traf er den schwedischen Ministerpräsidenten Ulf Kristersson, EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sowie Vertreterinnen und Vertreter der europäischen und indischen Wirtschaft.
Indiens Premierminister Narendra Modi hat am Sonntag Schweden besucht. Nach den Niederlanden war es die zweite Station seiner Europareise, die ihn außerdem nach Norwegen und Italien führt.
In Göteborg traf Modi beim European Business Round Table for Industry den schwedischen Ministerpräsidenten Ulf Kristersson und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Im Mittelpunkt standen Gespräche mit Vertretern der europäischen und indischen Wirtschaft.
"Das wird auch die Investitionsbeziehungen zwischen Indien und Europa weiter vertiefen", schrieb Modi vor dem Treffen auf X. Von der Leyen bekräftigte erneut die Pläne für das Handelsabkommen zwischen der EU und Indien.
Die Vereinbarung war im Januar in Neu-Delhi unterzeichnet worden und soll bis Ende des Jahres endgültig abgeschlossen werden. Wegen seines Umfangs wird das Abkommen bereits als "Mutter aller Deals" bezeichnet.
Der Pakt würde fast zwei Milliarden Menschen umfassen und knapp ein Viertel der weltweiten Wirtschaftsleistung abdecken. Für beide Seiten wäre es das größte bilaterale Handelsabkommen ihrer Geschichte – in einer Zeit, in der geopolitische Spannungen den Welthandel zunehmend belasten. Indien plant, Zölle auf 96,6 Prozent der Warenausfuhren aus der EU zu senken oder ganz abzuschaffen. Die EU will im Gegenzug innerhalb von sieben Jahren 99,5 Prozent ihrer Zollpositionen für indische Waren liberalisieren.
"Handel allein reicht nicht aus", sagte von der Leyen am Sonntag. "Als Nächstes müssen wir ein Investitionsabkommen auf den Weg bringen." Das sei "das fehlende Puzzlestück" für eine engere wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen der EU und Indien, sagte sie weiter.
"Insgesamt eröffnet diese neue Phase der Beziehungen zwischen der EU und Indien historische Chancen – und wir wollen sie nutzen", erklärte die EU-Kommissionspräsidentin.
Modi und Kristersson sprachen zudem über einen weiteren Ausbau der Zusammenarbeit in den Bereichen Handel, Investitionen, Innovation und Verteidigung. Bereits am Samstag hatte Modi bei einem Treffen mit dem niederländischen Premierminister Rob Jetten eine strategische Partnerschaft mit den Niederlanden unterzeichnet. Geplant ist ein Ausbau der Zusammenarbeit bei Handel, Technologie und Energie.
Nach Schweden reist Modi nach Oslo zum dritten Indien-Nordisch-Gipfel. Dort trifft er die Regierungschefs von Norwegen, Schweden, Dänemark, Finnland und Island. Nach Angaben des indischen Außenministeriums soll es dabei unter anderem um Technologie, erneuerbare Energien, Verteidigung, Raumfahrt und die Zusammenarbeit in der Arktis gehen.
Zum Abschluss seiner Reise wird Modi am 20. Mai in Italien erwartet, wo er Ministerpräsidentin Giorgia Meloni treffen will. Bereits 2024 hatten Modi und Meloni einen "gemeinsamen strategischen Aktionsplan" vereinbart. Beide Länder wollen ihre Zusammenarbeit vor allem in den Bereichen Sicherheit und Verteidigung vertiefen sowie legale und sichere Migrationswege fördern.