Über tausend Kilometer, viele Stunden im Sattel, ein Ziel: einem kranken Kind helfen. Die Gruppe Łatwogang fährt von Zakopane nach Danzig, um die Behandlung des achtjährigen Maks mit einer Spendenaktion zu unterstützen.
Der polnische Influencer Piotr Hancke, im Netz unter dem Pseudonym Łatwogang bekannt, ist am Freitag um 16 Uhr in Zakopane zu einer Charity-Radtour nach Gdańsk aufgebrochen.
Sobald er die Ostsee erreicht hat, will er dieselbe Strecke wieder zurück in die Tatra fahren. Während der Tour sammelt er Spenden für den achtjährigen Maks Tocki, der an Duchenne-Muskeldystrophie (DMD) leidet.
Vor dem Start betonte der Content-Creator im Gespräch mit Medien, die Aktion sei ein Zeichen der Solidarität und lebe auch von den Menschen, die den Livestream im Internet verfolgen. „Jede Form der Unterstützung zählt“, sagte er – selbst ein Klick auf den Stream helfe, da dieser über Werbung finanziert werde.
„Wir geben alles. Ich weiß, dass viele nach der letzten Aktion bereits viel Geld gespendet haben. Deshalb zählt jede Unterstützung, auch wenn man nur in den Livestream klickt“, erklärte Hancke vor dem Start.
Der Influencer berichtete zudem, er habe sich kurz nach Abschluss seiner vorherigen Spendenaktion zu einer weiteren Tour entschlossen. Inspiriert hätten ihn die Geschichten von Kindern mit DMD, besonders der Fall von Maks, von dem die Organisatoren durch eine E-Mail erfahren hätten.
„Ich dachte, das sei eine gute Wahl – wobei man kaum von einer Wahl sprechen kann, denn es gibt viele solcher Kinder, und jedes von ihnen braucht Hilfe“, sagte er.
Radtour nach Gdańsk: Rund 40 Stunden pro Strecke
Hancke räumte ein, dass ihm nur wenig Zeit zur Vorbereitung geblieben sei. Wie die Tour verläuft, hänge von seiner körperlichen Verfassung und den Wetterbedingungen entlang der Strecke ab. Für die Fahrt von Zakopane nach Gdańsk rechnet er mit rund 40 Stunden. Einen detaillierten Routenplan habe er nicht erstellt. Begleitet wird er von Freunden in einem Begleitfahrzeug.
„In Gdańsk schlafe ich acht bis zehn Stunden und fahre dann zurück nach Zakopane“, kündigte er an.
Vor dem Start kamen auch Maks und seine Familie zu Wort. Der Achtjährige sagte, er sei zunächst „ein bisschen gestresst“ gewesen, habe dann aber gemerkt, dass das nicht nötig sei. Er fühle „Euphorie und Ungläubigkeit“. Maks besucht die zweite Klasse der Grundschule und interessiert sich in seiner Freizeit für Fußball und Zeichnen.
Seine Mutter betonte, die Familie kämpfe unermüdlich für die Behandlung ihres Sohnes und glaube an den Erfolg der Spendenaktion. Die gesundheitlichen Probleme ihres Mannes hätten die Familie zusätzlich motiviert, aktiv zu werden. Die Aussicht auf eine Gentherapie gebe Hoffnung, sagte sie. Die Unterstützung der Spender könne entscheidend sein.
Nach Angaben der Organisatoren soll das gesammelte Geld in eine Gentherapie für den Jungen fließen, die rund 15 Millionen Złoty kostet. Seit Oktober 2025 kamen bereits mehr als drei Millionen Złoty zusammen. Damit fehlen noch rund zwölf Millionen Złoty bis zum Spendenziel.
Zum Start der Tour lagen auf dem Spendenkonto bereits mehr als 400.000 Złoty. Am Samstagmittag zeigte der Zähler dann schon über vier Millionen Złoty an.
Die vorherige Charity-Aktion von Łatwogang brachte nach Angaben der Organisatoren mehr als 251 Millionen Złoty für die Stiftung Cancer Fighters ein. Den damaligen Livestream, der mehr als neun Tage dauerte, verfolgten in der Spitze über eineinhalb Millionen Menschen.