Newsletter Newsletters Events Veranstaltungen Podcasts Videos Africanews
Loader
Finden Sie uns
Werbung

Schockfund in Polen: Ermittler stoßen auf vergrabene Föten

Polnische Polizei
Polnische Polizei Copyright  AP Photo
Copyright AP Photo
Von Jan Bolanowski
Zuerst veröffentlicht am
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen
Teilen Close Button

Im Ort Lutoryż bei Rzeszów finden Arbeiter bei Renovierungsarbeiten auf einem Grundstück menschliche Überreste. Es sind Föten. Das Gelände gehörte früher einer siebenundfünfzigjährigen Pathologin, die die Polizei festnahm.

Ein makaberer Fund in Lutoryż nahe der südostpolnischen Stadt Rzeszów sorgt seit einigen Tagen für große Bestürzung. Auf einem Privatgrundstück, das früher einer auf Pathomorphologie spezialisierten Ärztin gehörte, wurden vergrabene Überreste menschlicher Föten sowie weiterer medizinischer Abfall entdeckt.

WERBUNG
WERBUNG

"Die Staatsanwaltschaft in Rzeszów wurde am 10. Juni 2026 darüber informiert, dass auf einem Grundstück in Lutoryż größere Mengen medizinischer Abfälle entdeckt wurden, vor allem Paraffinblöcke und Objektträger für Mikroskope", erklärte Krzysztof Ciechanowski, Sprecher der Staatsanwaltschaft des Bezirks Rzeszów, in einer Mitteilung.

"Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen wurden diese Gegenstände bei Erdarbeiten auf dem Grundstück gefunden. Unter den Abfällen befand sich auch ein menschlicher Fötus sowie weitere Überreste, die frühe Stadien menschlicher Föten oder deren Fragmente darstellen könnten. An den Fundort wurden rechtsmedizinische Sachverständige gerufen, die bestätigt haben, dass es sich bei dem gesicherten Material um Überreste menschlicher Föten handelt", ergänzte der Staatsanwalt.

Tote Föten in Lutoryż: Zahl der Überreste bleibt unklar

Erste Berichte sprachen von rund einem Dutzend entdeckter Föten. Später meldeten Medien etwa 30 von den Ermittlern sichergestellte Überreste. In weiteren Berichten war bereits von rund 50 Föten und sogar von mehr als 100 Körpern die Rede. Bislang handelt es sich dabei jedoch ausschließlich um Medienangaben.

Die Ermittler betonen, dass sich die genaue Zahl der sichergestellten Überreste erst nach spezialisierten Untersuchungen und der Identifizierung des auf dem Grundstück gefundenen Materials feststellen lässt. Die Arbeiten vor Ort könnten noch bis in die kommende Woche andauern. Zum Schutz der laufenden Ermittlungen will die Staatsanwaltschaft vorerst keine weiteren Details veröffentlichen.

Menschliche Überreste in Lutoryż: Ärztin festgenommen

Die Staatsanwaltschaft ermittelt unter anderem wegen Störung der Totenruhe und wegen der illegalen Lagerung gefährlicher Abfälle. Diese Straftaten können mit Freiheitsstrafen von bis zu zwei beziehungsweise bis zu zwölf Jahren geahndet werden.

'"Im Verlauf des Verfahrens wurde festgestellt, dass die jetzigen Eigentümer des Grundstücks die Fläche von einer Frau gekauft haben, die als Pathomorphologin tätig war. Am 11. Juni 2026 ordnete der Staatsanwalt die Festnahme der 57-jährigen Magdalena H. an", teilte Staatsanwalt Ciechanowski mit.

Die Frau wurde in Zamość festgenommen und sollte anschließend von den Ermittlern vernommen werden.

Nach Medienberichten erklärte sie, die Überreste stammten aus medizinischem Material, das für pathomorphologische Untersuchungen genutzt worden sei. In inoffiziellen Schilderungen heißt es zudem, ein Teil dieses Materials könnte während der COVID-19-Pandemie aus einem Krankenhaus mitgenommen worden sein. Diese Hinweise werden nun von den Ermittlern geprüft.

Für die Staatsanwaltschaft ist vor allem entscheidend zu klären, ob es sich "lediglich" um die unerlaubte Lagerung und Vergrabung biologischen Materials handelt oder ob darüber hinaus Vorschriften zum Umgang mit menschlichen Überresten und medizinischer Dokumentation verletzt wurden.

Im Raum steht zudem die Vermutung, die Ärztin habe die menschlichen Überreste auf dem Grundstück vergraben, um die Kosten einer fachgerechten Entsorgung medizinischer Abfälle zu vermeiden.

Lutoryż: Unerwartete Wendung vor der Vernehmung

Als es zunächst so aussah, als würde die Vernehmung der festgenommenen Ärztin zum entscheidenden Moment der Ermittlungen werden, kam es zu einer unerwarteten Wendung.

Magdalena H. sollte zur Staatsanwaltschaft gebracht werden, um dort zur Herkunft und Lagerung der Überreste auszusagen. Dazu kam es jedoch nicht. Nach Angaben von Radio Rzeszów fühlte sich die Frau während der polizeilichen Maßnahmen unwohl und benötigte medizinische Hilfe. Sie wurde daraufhin in ein Krankenhaus gebracht. Die geplante Vernehmung musste verschoben werden.

Zu den Barrierefreiheitskürzeln springen
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen

Zum selben Thema

Fund während Spaziergang: 1,5 Tonnen sowjetische Munition in Berliner Wald entdeckt

Butscha, vier Jahre danach: Warum sich die Ukraine Russlands "Frieden" nicht leisten kann

4,8 Tonnen Haschisch sichergestellt: Schmuggler werfen Ladung ins Meer