Die USA und Iran melden eine Einigung: Der Krieg soll an allen Fronten enden, auch im Libanon, und die wichtige Straße von Hormus wieder öffnen. Zu Teherans Atomprogramm nennen sie kaum Details.
Spitzenvertreter der EU haben am Montag die Vereinbarung zwischen den Vereinigten Staaten und Iran zur Beendigung des Krieges begrüßt. Europa sei bereit, zu einem "dauerhaften Frieden" beizutragen, erklärten sie.
"Ich freue mich auf ein Ende dieses kostspieligen Krieges und auf die vollständige Wiederherstellung der freien Schifffahrt in der Straße von Hormus", schrieb António Costa, der Präsident des Europäischen Rates und Vertreter der Mitgliedstaaten, in einem Beitrag auf X.
"Jetzt müssen die Waffen schweigen", mahnte Costa. Die Europäische Union sei bereit, "an einer umfassenden Strategie für einen dauerhaften Frieden im gesamten Nahen Osten mitzuarbeiten".
EU will bei Umsetzung von Waffenstillstandsabkommen im Iran mitwirken
Die USA und Iran erklärten, sie hätten sich auf ein Abkommen geeinigt, das die Kämpfe an allen Fronten, auch im Libanon, beenden und die wichtige Straße von Hormus wieder öffnen soll. Zur heiklen Frage von Teherans Atomprogramm gaben sie jedoch kaum Hinweise.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen betonte, nun habe "eine rasche und vollständige Umsetzung" Vorrang. Sie rief "alle Parteien" auf, die Souveränität und territoriale Integrität Libanons zu respektieren und einen echten Waffenstillstand umzusetzen.
"Es kann keinen Frieden im Nahen Osten geben, wenn der Libanon in Flammen steht", warnte sie. Die Wiedereröffnung der Straße von Hormus sei "entscheidend für die regionale Stabilität und die Weltwirtschaft". Ein endgültiges Abkommen solle "Irans nukleare und ballistische Programme sowie seine destabilisierenden Aktivitäten in der Region beenden".
Vor den Gesprächen mit den Außenministerinnen und Außenministern der Mitgliedstaaten kündigte die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas an, die Minister würden am Montag beraten, "wie die EU in der nächsten Phase eng eingebunden sein kann".
Britisch-französische Militärmission zur Sicherung eingerichtet
Unterdessen erklärte der französische Präsident, eine von Paris und London eingerichtete Militärmission zur Unterstützung des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus sei nach der Bekanntgabe des Abkommens zur Beendigung des Krieges einsatzbereit.
Macron, der später am Montag seinen US-Amtskollegen Donald Trump zu einem G7-Treffen empfängt, sagte, die Mittel der britisch-französischen Mission seien "positioniert und einsatzbereit".
"Die Wiederaufnahme des Seeverkehrs ohne Beschränkungen oder Gebühren ist eine wesentliche Voraussetzung für die Stabilität in der Region und für die Weltwirtschaft", erklärte er in einem Beitrag auf X.
Die Straße von Hormus ist eine für die Energieversorgung zentrale Wasserstraße. Iran hat sie seit Beginn des Krieges faktisch blockiert.
Die staatliche Nachrichtenagentur Fars erwähnte die Straße von Hormus zwar nicht. In einem Bericht, der wenige Minuten nach Trumps Ankündigung veröffentlicht wurde, hieß es jedoch, Iran und Oman wollten gemeinsam einen Rechtsrahmen für die Schifffahrt in den Gewässern des Persischen Golfs schaffen.
Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif kündigte an, die offizielle Unterzeichnung des Abkommens solle am Freitag in der Schweiz stattfinden.