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Nord-Stream-Verdächtiger bei Dreharbeiten zu Hollywoodfilm verhaftet

ARCHIV – Auf diesem Foto vom 11. November 2018 arbeitet ein Schiff in der Ostsee an der Erdgas-Pipeline Nord Stream 2, die von Russland nach Deutschland führt.
ARCHIV – Auf diesem Foto vom 11. November 2018 arbeitet ein Schiff in der Ostsee an der Erdgas-Pipeline Nord Stream 2, die von Russland nach Deutschland führt. Copyright  AP Photo
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Von Nela Heidner mit AFP
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Ausgerechnet bei einem Film, der die Nord-Stream-Sabotage fiktional thematisiert, wurde ein Mann festgenommen, den die deutsche Justiz wegen seiner mutmaßlichen Beteiligung an eben diesem Anschlag verfolgt.

Der ukrainische Verdächtige, der im Fall der gesprengten Nord-Stream-Pipelines in Kroatien festgenommen wurde, ist ausgerechnet während der Dreharbeiten zu einem Hollywood-Thriller über den Anschlag verhaftet worden.

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Der Mann soll als Berater an dem Film beteiligt gewesen sein.

Die kroatische Polizei nahm den Ukrainer Wolodymyr S. am Mittwoch auf Grundlage eines von Deutschland ausgestellten Europäischen Haftbefehls fest. Nach Angaben des deutschen Fachportals Legal Tribune Online hielt sich S. in Kroatien im Zusammenhang mit den Dreharbeiten zu Snake Island auf.

Die Festnahme erfolgte in Pula, nachdem die Dreharbeiten von Zagreb dorthin verlegt worden waren – offenbar für Unterwasserszenen.

Der politische Thriller des US-Regisseurs Doug Liman, der unter anderem für die Bourne-Filme bekannt ist, beschäftigt sich mit der Nord-Stream-Sabotage.

In den Hauptrollen sind Adrien Brody und Sean Penn zu sehen.

Der Ukrainer soll laut Medienberichten als Berater für die Produktion gearbeitet haben. Der Film soll eine Gruppe ukrainischer Taucher zeigen, die eine geheime Unterwassermission durchführt – also eine Handlung, die deutliche Parallelen zu den deutschen Ermittlungen aufweist.

Die deutsche Justiz wirft dem ausgebildeten Taucher vor, an der Sabotage der Nord-Stream-Pipelines in der Ostsee beteiligt gewesen zu sein. Drei der vier Leitungen wurden im September 2022 durch Explosionen zerstört.

Bereits einmal in Polen freigelassen

Für Wolodymyr S. ist es bereits der dritte Versuch deutscher Behörden, ihn zu fassen. Zuvor war er in Polen wegen einer mutmaßlichen Beteiligung an der Zerstörung der Pipelines festgesetzt worden. Die polnischen Behörden lehnten seine Auslieferung nach Deutschland jedoch ab und ließen ihn wieder frei.

Hintergrund war unter anderem die rechtliche Bewertung, ob ein möglicher ukrainischer Angriff auf die Pipelines im Kontext des russischen Angriffskriegs als legitime Kriegshandlung oder als Straftat einzustufen sei. Der Fall könnte damit erneut zu einer rechtlichen Auseinandersetzung zwischen europäischen Staaten führen.

Deutsche Ermittler vermuten ukrainische Beteiligung

Die deutsche Bundesanwaltschaft wirft Wolodymyr S. vor, gemeinsam mit weiteren Personen an der Vorbereitung und Durchführung der Anschläge beteiligt gewesen zu sein. Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht auch der Ukrainer Serhij K., der im vergangenen Jahr in Italien festgenommen und anschließend nach Deutschland ausgeliefert wurde.

Nach Darstellung der deutschen Ermittler soll die Sabotage von einer ukrainischen staatlichen Stelle in Auftrag gegeben worden sein. Ziel sei es gewesen, Russland künftige Einnahmen aus dem Energiegeschäft mit Deutschland zu entziehen. Die Ermittlungen sind politisch heikel, da Deutschland zu den wichtigsten Unterstützern der Ukraine im Krieg gegen Russland gehört.

Die Bundesregierung verweist bei Fragen zu dem Verfahren auf die Unabhängigkeit der Justiz. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat wiederholt erklärt, seine Regierung habe von einem Plan zur Sprengung der Pipelines nichts gewusst.

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