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Abnehm-Pille "Wegovy" ab heute in deutschen Apotheken erhältlich

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Von Laura Fleischmann
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Die Abnehmpille Wegovy ist jetzt in deutschen Apotheken erhältlich. Der Wirkstoff Semaglutid soll das Sättigungsgefühl steigern. Die Tablette ist für Erwachsene zugelassen und kostet zwischen 170 und 280 Euro.

Ab heute ist die Abnehm-Pille "Wegovy" des dänischen Herstellers Novo Nordisk ab dem 1. September in deutschen Apotheken erhältlich. Nach der EU-Zulassung im Juli ist Deutschland das erste Land, in dem Wegovy verkauft wird. Novo Nordisk bezeichnete die Zulassung als "Meilenstein".

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Das rezeptpflichtige Medikament soll eine Alternative zur bereits erhältlichen Abnehmspritze sein und funktioniert mit demselben Wirkstoff: Semaglutid. Er imitiert ein Darmhormon, das für das Sättigungsgefühl zuständig ist. Wie eine Sprecherin des Herstellers erklärte, soll der Apothekenverkaufspreis der Abnehm-Pille zwischen 170 und 280 Euro liegen. Während die Spritzversion von Wegovy bereits für Kinder ab 12 Jahren zugelassen ist, ist die Tablettenform nur für Erwachsene zugelassen.

Bei Einnahme von Semaglutid-Tabletten reduzierten Erwachsene mit Übergewicht ihr Gewicht durchschnittlich um rund 13,6 Prozent, so die OASIS-4 Studie, die im Wesentlichen die Grundlage der EU-Zulassung bildete. Sie wurde von einem internationalen Forscherteam durchgeführt.

Dabei nahmen 205 Probanden das Medikament ein. 102 Probanden bekamen ein Placebo-Medikament. Bei der Spritze lag der Wert höher: bei 19 Prozent. Allerdings war der Verwendungszeitraum in der Studie mit 72 Wochen zwei Monate länger als bei der Tablette (64 Wochen).

Ähnlich wie bei der Spritze kommt es auch bei der oralen Version zu Nebenwirkungen: Viele Patienten, die das Medikament nutzen, erfahren Magen-Darm-Beschwerden, darunter Übelkeit und Durchfall. Auch zu einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse kann es kommen.

Im Vergleich zur Spritze muss die Tablette täglich genommen werden. Bei der Spritze reicht es, sie einmal wöchentlich zu verabreichen. Bei beiden Produkten komme es allerdings neben der regelmäßigen Nutzung auch auf Ernährung und Bewegung an, so Julia Szendrödi, Präsidentin der Deutschen Diabetes-Gesellschaft.

100 Milliarden Dollar-Markt

"Ob Spritze oder Tablette: Medikamente gegen Adipositas sind keine Wundermittel zur Gewichtsoptimierung, sondern Therapiebausteine für eine chronische Erkrankung", so Szendrödi. Die Nutzung von Produkten wie Wegovy sei immer Teil eines Gesamtkonzepts. Die Mittel würden keine Prävention ersetzen, so Szendrödi. Es brauche bessere Nährwertkennzeichen, Qualitätsstandards für Schulessen sowie Werbebeschränkungen für ungesunde Lebensmittel gegenüber Kindern.

International ist der Markt für Abnehmmedikamente heiß umkämpft. Laut Analysten soll er bis 2030 100 Milliarden Dollar pro Jahr in die Kassen der Pharmakonzerne spülen, so das Handelsblatt. Verschiedene Produkte sind inzwischen auf dem Markt. In Großbritannien wird etwa die Pille "Foundayo" des US-Herstellers Eli Lilly ab Ende August erhältlich sein.

Gedacht sind die Abnehmmedikamente für Menschen mit Adipositas, die einen Body-Mass-Index (BMI) über 30 haben. Bei Erkrankungen wie Diabetes Typ 2 oder Schlafapnoe, die in Zusammenhang mit erhöhtem Gewicht stehen, können sie auch schon unter einem BMI von 30 zum Einsatz kommen.

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