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Chinas Mission Shenzhou-23: einjähriges Experiment im All

Die bemannte Raumfahrtmission Shenzhou-23 ist am 24. Mai vom Satellitenstartzentrum Jiuquan gestartet.
Shenzhou-23: bemannte Mission startet vom Raumfahrtbahnhof Jiuquan am 24. Mai Copyright  AP Photo/Ng Han Guan
Copyright AP Photo/Ng Han Guan
Von Anna Desmarais
Zuerst veröffentlicht am
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Die Astronautinnen und Astronauten prüfen, wie ein Jahr im All ihren Körper verändert. Zudem führen sie über 100 Experimente durch, etwa zu Embryonen und Reisanbau.

Am Wochenende hat China die Mission Shenzhen-23 zu seiner Raumstation gestartet. An Bord waren drei Astronautinnen und Astronauten, darunter eine Person, die ein Jahr lang im All bleiben soll.

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Die Raumkapsel hob vom Satellitenstartzentrum Jiuquan in der nordwestlichen chinesischen Wüste Gobi ab. Mit an Bord: Kommandant Zhu Yangzhu sowie Zhang Zhiyuan und Lai Ka-ying.

Die Besatzung soll im All Dutzende Experimente durchführen. Geplant ist auch ein Besatzungswechsel im Orbit mit der Crew der Vorgängermission Shenzhou-21, die sich seit mehr als zweihundert Tagen auf der Raumstation Tiangong befindet.

Die neue Mission markiert eine weitere Etappe auf Chinas Weg zur ersten bemannten Mondlandung, die bis 2030 geplant ist. Das sind die wichtigsten Punkte.

Ein Jahr im All: Wie sich Schwerelosigkeit auf den Körper auswirkt

Nach Angaben chinesischer Medien wird ein Mitglied der Shenzhou-23-Besatzung ein einjähriges Experiment im Orbit absolvieren.

Der bisher längste Einzelaufenthalt eines chinesischen Raumfahrers fand auf der vorherigen Mission Shenzhou-21 statt; diese Crew ist bereits zweihundertvier Tage im Orbit. Den Weltrekord hält der russische Kosmonaut Waleri Poljakow mit einem ununterbrochenen Aufenthalt von 437 Tagen im All.

Im Rahmen des einjährigen Flugs startet China sein erstes Forschungsprogramm zum menschlichen Körper im All. Die Mediziner sammeln umfangreiche Gesundheitsdaten des Crewmitglieds, um künftige, noch weiter entfernte Missionen vorzubereiten.

Die Daten sollen nach Angaben der Verantwortlichen dazu dienen, die medizinischen und Schutzsysteme an Bord zu verbessern.

Ziel dieses Einsatzes ist es laut Staatsmedien, die Anpassungsfähigkeit des Menschen und seine Leistungsgrenzen bei Langzeitaufenthalten im All auszuloten.

Embryonen im All züchten

Im Orbit führt die Besatzung mehr als hundert wissenschaftliche Experimente durch. Eines davon beschäftigt sich mit „künstlichen Embryonen“ und soll klären, ob sich neues Leben im All entwickeln kann.

Dafür nutzen die Astronautinnen und Astronauten Embryonen von Zebrafischen und Mäusen. Damit entsteht ein von Staatsmedien als „embryonales Forschungssystem im All“ bezeichnetes Projekt, das prüfen soll, ob sich unterschiedliche Tierarten – von wirbellosen Tieren bis zu Säugetieren – im Weltraum entwickeln können.

Chinesische Forschende schicken zudem Reissamen zur Raumstation und lassen sie dort wachsen. Ziel ist es zu verstehen, wie ein Leben im All Pflanzen über mehrere Generationen hinweg verändert.

Erstmals sollen zwei Reisgenerationen vollständig im All heranwachsen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wollen herausfinden, ob die lange Zeit in der Schwerelosigkeit das Erbgut des Reises verändert oder seine Stabilität beeinflusst.

Die Crew führt außerdem biologische Experimente durch, um zu untersuchen, wie die Schwerelosigkeit auf den menschlichen Körper wirkt, insbesondere wie Leberzellen Fett verarbeiten. Laut Staatsmedien könnten die Ergebnisse helfen, einer Fettleber bei langen Raumflügen vorzubeugen.

Pflanzensamen werden außerhalb der Raumkapsel bis zu fünf Monate lang der kosmischen Strahlung ausgesetzt. Forschende wollen beobachten, wie sich diese Belastung auf das Wachstum im All auswirkt.

Zusätzlich übernimmt die Besatzung Routineaufgaben, verlegt Frachtmodule und absolviert Außenbordeinsätze.

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