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Hassrede im Netz: Plattformen löschen in der EU rassistische und antisemitische Inhalte oft nicht

Appeals Centre Europe warnt: Hass und Belästigung im Netz haben reale Folgen für viele Menschen und ganze Gemeinschaften.
Appeals Centre Europe: Online-Hass und Anfeindungen haben reale Folgen für viele Menschen und Gemeinschaften Copyright  AP Photo/Achmad Ibrahim
Copyright AP Photo/Achmad Ibrahim
Von Pascale Davies
Zuerst veröffentlicht am
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Nutzer sozialer Netzwerke haben sich vor allem über Hassrede aus Frankreich beschwert, dahinter folgen Belgien und Italien.

Soziale Netzwerke wie Facebook, TikTok, Instagram und YouTube setzen nach einem umfangreichen Transparenzbericht ihre eigenen Regeln gegen Hassrede systematisch nicht durch.

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Das Appeals Centre Europe (ACE), eine im Rahmen des Digital Services Act der Europäischen Union eingerichtete unabhängige Stelle für Nutzerstreitigkeiten, erhielt im Jahr bis März 2026 mehr als 24.000 Beschwerden von Personen und Organisationen in der gesamten EU. Das entspricht im Schnitt etwa einer Beschwerde alle 22 Minuten.

In 70 % von 1.400 Fällen, in denen die Organisation Entscheidungen der Plattformen überprüfte, gemeldete Hassrede dennoch online zu lassen, hob ACE diese Entscheidungen wieder auf.

Zu den beanstandeten Fällen zählen rassistische Kommentare, in denen Schwarze Fußballer mit Affen verglichen wurden. Nach einem Spiel der UEFA Champions League blieben sie nach Angaben von ACE auf Instagram online.

In einem anderen Fall wurden antisemitische Videos auf YouTube von prominenten Persönlichkeiten in Polen verbreitet. Sie blieben trotz Verstoßes gegen die Richtlinie der Plattform zu Hassrede online, so ACE.

Weitere Formen von Hassrede richteten sich gegen religiöse Minderheiten, Romnja und Roma, Migrantinnen und Migranten sowie LGBTQI+-Gemeinschaften. ACE meldete zudem ein KI-generiertes Video zum Krieg zwischen Russland und der Ukraine, das trotz Verstoßes gegen TikToks Regeln zu Desinformation online blieb.

Am schlechtesten schnitt in dem Bericht TikTok ab: ACE kassierte dort in 83 % der Fälle die Entscheidung, mögliche Hassrede online zu lassen. Instagram folgte mit 74 %, Facebook mit 61 % und YouTube mit 58 %.

„Unsere Entscheidungen beginnen, Muster prominenter und wiederkehrender Probleme bei der Moderation von Inhalten durch soziale Netzwerke sichtbar zu machen“, heißt es in dem Bericht.

Europas Nutzer wehren sich

Der Bericht zeigt zudem, dass immer mehr Menschen in Europa gegen Entscheidungen der Plattformen vorgehen. Insgesamt hat ACE nach eigenen Angaben bereits mehr als 30.000 Beschwerden erhalten. Die meisten zulässigen Fälle kamen aus Frankreich, gefolgt von Belgien und Italien.

Doch nicht alle Verfahren drehen sich um Hassrede. In einem prominenten Fall wurden die Fotos eines tschechischen Fotografen von Facebook fälschlich unter Verweis auf die Regeln zu Nacktheit von Erwachsenen und sexueller Aktivität entfernt.

„Hass und Belästigung im Netz haben ganz reale Folgen für viele Menschen und Gemeinschaften“, sagte Thomas Hughes, Geschäftsführer des Appeals Centre Europe.

„In mehr als zwei Dritteln unserer Entscheidungen zu Hassrede haben wir festgestellt, dass die Plattformen ihre eigenen Richtlinien nicht eingehalten und hasserfüllte Inhalte online gelassen haben.

„Das zeigt, dass die Plattformen keineswegs immer richtig liegen.“

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