Loader
Finden Sie uns
Werbung

Alibaba: neue Qwen-KI arbeitet eigenständig wie Claude

Archiv: Ein Besucher geht am Stand von Alibaba auf der 3. China International Supply Chain Expo in Peking, China, am 18. Juli 2025.
ARCHIV: Ein Besucher geht vor dem Alibaba-Stand auf der dritten China International Supply Chain Expo in Peking, China, am 18. Juli 2025. Copyright  (AP Photo/Mahesh Kumar A., file)
Copyright (AP Photo/Mahesh Kumar A., file)
Von Una Hajdari
Zuerst veröffentlicht am
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen
Teilen Close Button

Das Qwen-Team von Alibaba erklärt, sein neues KI-Modell entwerfe eigenständig Computerchips und überarbeite Studien – Fähigkeiten, die Rival Anthropic schon für Claude reklamiert.

Der chinesische Technologiekonzern Alibaba erklärt, sein neuestes KI-Modell könne tagelang eigenständig und ohne Aufsicht arbeiten. Es liefere dabei weiterhin verlässliche Ergebnisse – eine Fähigkeit, die bislang fast ausschließlich der US-Konkurrent Anthropic für sich beanspruchte.

WERBUNG
WERBUNG

Das Modell Qwen3.8-Max stellte das Qwen-Team am Montag in einem Beitrag vor. Es verspreche „umfassende Verbesserungen bei Programmierung, Arbeit, Forschung und längerfristigen Aufgaben“.

Die Beschreibung erinnert stark an das, was über Anthropics Spitzenmodell Claude Fable 5 nach dessen Start zu lesen war.

Nach Angaben des Unternehmens arbeitete das System in einem Test „vollständig eigenständig rund fünf Tage beziehungsweise 125 Stunden am Stück“. Es setzte das Experiment eines mathematischen Fachartikels von Grund auf neu auf und verfeinerte es anschließend.

In einem weiteren Versuch meldete Qwen das Modell zu einem Live-Online-Wettbewerb gegen 526 menschliche Teams an. Unter einer Frist von 24 Stunden ließ es alle bis auf 68 der teilnehmenden Gruppen hinter sich.

Ähnliche Versprechen eines US-Rivalen

Anthropic erhebt für seine eigene KI ähnliche Ansprüche. Das Werkzeug Claude Code kann Programmcode lesen, Korrekturen planen und seine Änderungen mit nur geringem menschlichem Eingriff selbst testen.

Das jüngste Modell des Unternehmens, Claude Opus 5, ist am 24. Juli gestartet. Es ist darauf ausgelegt, über längere Zeit ohne Aufsicht zu laufen, und Anthropic betont, es gehe mit unbekannten Aufgaben deutlich besser um als frühere Versionen.

Anthropic bietet außerdem Claude Cowork an. Der Dienst soll es Nutzerinnen und Nutzern ermöglichen, längere Aufgaben wie Recherchen, Tabellen oder erste Textentwürfe an die KI zu übergeben, die sie weitgehend selbstständig fertigstellt.

Keines der Unternehmen hat seine Angaben bislang von unabhängigen Forschenden überprüfen lassen. Beide stellen Ergebnisse vor, die vor allem ein gutes Licht auf die eigenen Produkte werfen.

Warum das wichtig ist

Die Ankündigung gilt als bislang deutlichstes Zeichen dafür, dass sich China und die Vereinigten Staaten inzwischen direkt ein Wettrennen um KI-Vorsprünge liefern.

Washington hat in den vergangenen zwei Jahren den Export hochentwickelter Chips an chinesische KI-Firmen immer weiter eingeschränkt. Ziel ist, Konzerne wie Alibaba mindestens eine Generation zurückzuhalten.

Alibaba will nun demonstrieren, dass der Konzern keineswegs zurückliegt, und sogar einen Schritt weiter gehen als die US-Rivalen. Die Gewichte von Qwen3.8-Max stellt das Unternehmen frei zur Verfügung und lädt Fachleute weltweit ein, die Behauptungen zu überprüfen statt sie einfach zu glauben.

Investoren und Regierungen verfolgen aufmerksam, wie groß der Abstand zwischen chinesischer und amerikanischer KI-Entwicklung tatsächlich noch ist.

Zu den Barrierefreiheitskürzeln springen
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen

Zum selben Thema

KI-Boom treibt Preise für Verbrauchertechnik im „RAMaggedon“-Chipmangel hoch

Nach OpenAI nun Anthropic: KI-Modelle griffen bei Tests auf externe Systeme zu

Urheberrechts-Sieg: ChatGPT schreibt nicht mehr wie Hemingway