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CDU-Landrat vor Wahl in Mecklenburg-Vorpommern: Kanzler Merz "ungeeignet"

Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz am Mittwoch, den 9. September 2026, während der Generaldebatte im Rahmen der Haushaltsberatungen im Bundestag in Berlin.
Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz am Mittwoch, den 9. September 2026, während der Generaldebatte im Rahmen der Haushaltsberatungen im Bundestag in Berlin. Copyright  (c) Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
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Von Nela Heidner
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Kurz vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern steht die CDU mit dem Rücken zur Wand, der Einzug in den Landtag ist gefährdet. Das schlägt sich auf die Stimmung gegenüber dem Bundeskanzler nieder. Indes halten laut einer bundesweiten INSA-Umfrage nur 14 Prozent Merz für den richtigen Kanzler.

Mit Pfiffen und Schimpftiraden hatte am 31. August der einzige Auftritt von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) in Kühlungsborn im Kreis Mecklenburg-Vorpommern geendet. Einen weiteren wird es nicht geben.

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In den jüngsten Umfragen von INSA und der Forschungsgruppe Wahlen kommt die CDU in Mecklenburg-Vorpommern nur noch auf sieben Prozent. Damit kommt auch innerhalb der Union die Frage auf: Scheitert die Partei im Landtag sogar an der Fünf-Prozent-Hürde?

Seit der Wiedergründung des Landes 1990 ist die CDU bei jeder Landtagswahl in den Landtag eingezogen. Ihr bisher schlechtestes Ergebnis dort waren 13,3 Prozent im Jahr 2021.

Noch bemerkenswerter ist der bundesweite Vergleich: 1951 kam die CDU bei der Bremer Bürgerschaftswahl beispielsweise auf 9 Prozent, damit wären bereits acht Prozent in Mecklenburg-Vorpommern ein historisches Tief für die CDU bei einer Landtagswahl, wie der Rostocker Politikwissenschaftler Wolfgang Muno der Welt sagte.

Merz fehlt mehr und mehr der Rückhalt aus den eigenen Reihen. Deutlich fällt die Kritik des stellvertretenden Landesvorsitzenden Tino Schomann (CDU) aus. Im NDR machte der Nordwestmecklenburger Landrat die Bundespartei für die Misere der CDU im Land mitverantwortlich: „Berlin trägt die Hauptverantwortung.“ Vom Bund sei im Wahlkampf kein Rückenwind gekommen – im Gegenteil.

Besonders hart ging Schomann mit Bundeskanzler Merz ins Gericht. Deutschland brauche eine Führungspersönlichkeit, die „Empathie, Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit“ ausstrahle. Merz habe aus seiner Sicht bewiesen, dass er diesen Anspruch nicht erfülle. Für das Amt des Kanzlers sei er deshalb „ungeeignet“, das Land zu einen und die anstehenden Probleme zu lösen.

Eine aktuelle INSA-Umfrage im Auftrag von Springer, eine Woche vor den Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern, zeigt: Nur noch 14 Prozent der Bundesbürger halten Merz noch für den richtigen Kanzler. Eine deutliche Mehrheit von 78 Prozent ist dagegen der Meinung, dass der CDU-Chef nicht der Richtige im Kanzleramt ist. Unter den Unionswählern selbst sprechen sich 58 Prozent gegen ihn als Kanzler aus, nur 36 Prozent unterstützen ihn.

Nach den Befragungen zu urteilen, befindet sich Merz’ Beliebtheit seit rund einem Jahr im Sinkflug: Mitte 2025 äußerten sich noch deutlich mehr als 30 Prozent der Deutschen zufrieden mit seiner Arbeit. Anfang September 2026 waren davon nur noch 16 Prozent übrig.

Söder laut Umfrage an der Spitze der Beliebtheit

Doch wer könnte es aus Sicht der Befragten besser machen? An der Spitze steht CSU-Chef Markus Söder mit 31 Prozent. Dahinter folgen NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst mit 20 Prozent und Innenminister Alexander Dobrindt mit 13 Prozent. Auch in der eigenen Anhängerschaft ist das Bild eindeutig: Unter den Unionswählern liegt Söder mit 50 Prozent klar vorn, gefolgt von Wüst (33 Prozent) und Dobrindt (14 Prozent).

Auch beim Koalitionspartner gerät die Parteiführung zunehmend unter Druck. Eine Mehrheit von 51 Prozent hält SPD-Chef Lars Klingbeil inzwischen für den falschen Mann an der Spitze der Sozialdemokraten. Nur 24 Prozent sprechen sich weiterhin für ihn aus. In den eigenen Reihen fällt das Urteil allerdings deutlich positiver aus: 57 Prozent der SPD-Wähler wollen Klingbeil weiterhin als Parteichef, während sich 30 Prozent einen Wechsel an der Spitze wünschen.

SPD: Verteidigungsminister Pistorius ein Favorit

Ganz oben auf der Wunschliste steht indes Verteidigungsminister Boris Pistorius: 34 Prozent aller Befragten würden ihn als neuen SPD-Chef favorisieren, unter den SPD-Wählern sind es sogar 51 Prozent. Dahinter folgt Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig mit 20 Prozent insgesamt und 31 Prozent unter den SPD-Anhängern.

INSA fragte zudem nach der Haltung zu einem möglichen AfD-Parteiverbot. Das Ergebnis fällt denkbar knapp aus: 42 Prozent der Befragten sprechen sich dafür aus, 45 Prozent dagegen. Auch bei der sogenannten Brandmauer gegen die AfD überwiegt die Ablehnung: 46 Prozent sind dafür, sie aufzugeben. Nur 34 Prozent wollen an der bisherigen Abgrenzung festhalten.

Umfragen sind Momentaufnahmen der politischen Stimmung und keine Wahlergebnisse. Sie können eine mögliche Entwicklung abbilden, sagen den tatsächlichen Ausgang einer Wahl jedoch nicht voraus.

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