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"Syrian Express" nimmt Fahrt auf: Russische Kriegsschiffe wieder im Mittelmeer

Vier russische Schiffe des „Syrien-Express“
Vier russische Schiffe des „Syrien-Express“ Copyright  Military source
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Von Estelle Nilsson-Julien
Zuerst veröffentlicht am
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Zwei Monate war Russlands Marine aus dem Mittelmeer verschwunden, jetzt ist sie zurück. Vier Schiffe erreichten den syrischen Hafen Tartus, ihre Ortungssender hatten sie zuvor ausgeschaltet.

Die russische Marine ist nach zwei Monaten wieder im Mittelmeer. Damit endet nach Angaben militärischer Quellen die erste Unterbrechung ihrer Präsenz in dem Seegebiet seit 2013. Nach Informationen aus Militärkreisen schalteten einige Schiffe ihre Ortungssender aus, bevor sie die Straße von Gibraltar passierten.

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Ein ranghoher europäischer Militärvertreter, der anonym bleiben wollte, erklärte, die Schiffe des „Syrian Express" seien am Montag im syrischen Hafen Tartus eingetroffen. Die inoffizielle Bezeichnung „Syrian Express" steht für das maritime Logistiknetz Moskaus, das militärische Ausrüstung, Waffen und Material zwischen russischen Häfen und Tartus transportiert.

Diese Verbindung besteht seit Russlands Militäreinsatz in Syrien im Jahr 2015 mit Unterbrechungen. Häufig beteiligen sich daran sanktionierte Schiffe, die auch Teil der breiteren Schattenflotte Russlands sind, mit der Moskau westliche Sanktionen umgeht.

Zum jüngsten russischen Konvoi gehörten das sanktionierte Frachtschiff Sparta, der ebenfalls sanktionierte Tanker General Skobelev und das Versorgungsschiff Akademik Pashin. Begleitschutz leistete der Zerstörer Admiral Levtschenko.

Dichte europäische Überwachung

Trotz der Rückkehr ins Mittelmeer steht die russische Marine weiter unter strenger Beobachtung europäischer Staaten. Die betreffenden Schiffe verfolgte die italienische Fregatte Carabiniere aus nächster Nähe, als sie nach der Sichtung bei Gibraltar durch das zentrale Mittelmeer fuhren. Euronews liegen exklusive Fotos vor, die die italienische Fregatte Seite an Seite mit den russischen Schiffen zeigen.

Euronews liegen exklusive Fotos der italienischen Fregatte „Carabiniere“ vor, die neben den Schiffen des „Syrian Express“ fährt
Euronews liegen exklusive Fotos der italienischen Fregatte „Carabiniere“ vor, die neben den Schiffen des „Syrian Express“ fährt Military source

Daten der Spezialplattform MarineTraffic zeigen, dass die Schiffe ihre AIS-Transponder ausschalteten, bevor sie die Straße von Gibraltar durchquerten. Dieses automatische Identifikationssystem übermittelt normalerweise Identität, Position, Geschwindigkeit und Kurs von Schiffen. Großbritannien setzte drei Schiffe ein, darunter HMS Duncan, HMS St Albans und HMS Severn, um den Konvoi bei seiner Durchfahrt durch den Ärmelkanal zu überwachen.

Der europäische Militärvertreter sagte Euronews, die Schiffe des „Syrian Express" schalteten ihre AIS-Transponder in den vergangenen Monaten noch häufiger ab als früher. Diese Praxis sei inzwischen fast systematisch.

Russland sichert Präsenz in Syrien nach Assad

Tartus ist Russlands einzige Marinebasis außerhalb der ehemaligen Sowjetunion und der einzige Versorgungs- und Wartungsstützpunkt im Mittelmeer. Die Sowjetunion baute die Anlage 1971 auf Grundlage eines Pachtvertrags mit Damaskus auf und nutzte sie, um ihre Mittelmeerflotte im Kalten Krieg zu versorgen.

Russland griff im September 2015 militärisch in Syrien ein und stellte sich im Bürgerkrieg auf die Seite von Baschar al-Assad, als dessen Truppen an die Opposition Gelände verloren. Moskau erklärte zunächst, seine Luftangriffe richteten sich gegen die Terrormiliz Islamischer Staat. Internationale Organisationen dokumentierten jedoch, dass der Großteil der russischen Luftschläge zivile, von der Opposition kontrollierte Gebiete traf. Nach Einschätzung der Monitoringgruppe Airwars kamen dabei mehr als 14.000 syrische Zivilisten ums Leben.

Die neunjährige Syrienkampagne war bis zur großangelegten Invasion der Ukraine im Februar 2022 der wichtigste Militäreinsatz des Kremls außerhalb der ehemaligen Sowjetunion. Als das Assad-Regime im Dezember 2024 schließlich zusammenbrach, verließen russische Kriegsschiffe Tartus innerhalb weniger Tage. Das galt als Vorsichtsmaßnahme, um zu verhindern, dass sie festgesetzt werden oder keine Auslaufgenehmigung erhalten.

Im August gab Damaskus bekannt, es habe mit Moskau eine Vereinbarung über den Fortbestand der russischen Präsenz an den beiden Militärstützpunkten im Land geschlossen. Am 9. August zitierte die staatliche syrische Nachrichtenagentur SANA das Außenministerium mit den Worten, der Luftwaffenstützpunkt Hmeimim und der Marinestützpunkt Tartus würden unter neuen Vereinbarungen zu „gemeinsamen Ausbildungs- und Kapazitätszentren" ausgebaut, um „gegenseitige Interessen" zu wahren.

Der ranghohe europäische Militärvertreter nannte mehrere Faktoren, die Moskaus Fähigkeit zur Aufrechterhaltung seiner Präsenz im Mittelmeer beeinträchtigen: die alternde russische Flotte, europäische Sanktionen gegen die Schattenflotte und Angriffe ukrainischer See- und Luftdrohnen auf die Schwarzmeerflotte. Europäischer und ukrainischer Druck auf die Schattenflotte zwingt Russland zudem immer stärker, seine Öltanker mit Kriegsschiffen zu eskortieren.

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