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Google-KI-Zusammenfassungen: französische Tageszeitungen rufen Wettbewerbshüter an

Archiv: Eine Frau geht an einer Großbildwand mit dem Google-Logo vorbei, bei einem Event im Google Lab in Paris am Rand des Gipfels „AI Action“.
ARCHIV - Eine Frau geht an einer riesigen Leinwand mit dem Google-Logo vorbei, bei einem Event im Google Lab in Paris am Rande des Gipfels „AI Action“. Copyright  Thibault Camus/Copyright 2025 The AP. All rights reserved
Copyright Thibault Camus/Copyright 2025 The AP. All rights reserved
Von Serge Duchêne mit AFP
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Der Presseverband Apig verlangt von der französischen Wettbewerbsbehörde, Google zur Einhaltung der 2022 vereinbarten Ausgleichszahlungen an französische Mediengruppen zu verpflichten.

Ein französischer David gegen einen amerikanischen Goliath? Die Hoffnung: Am Ende soll es ähnlich ausgehen.

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Eine Föderation, die fast 300 französische Zeitungen vertritt, hat am Dienstag mitgeteilt, dass sie bei der Wettbewerbsbehörde Beschwerde eingelegt hat. Anlass sind die neuen, von der Google-KI erzeugten Zusammenfassungen der Suchergebnisse.

Das ist der jüngste Vorstoß von Medienunternehmen gegen die Nutzung ihrer Artikel und anderer Inhalte durch den US-Technologiekonzern. Zugleich sinken ihre Werbeeinnahmen.

Google hat Ende Juli in Frankreich seine „AI Overviews“ eingeführt, KI-generierte Übersichten. Sie erscheinen oberhalb der klassischen Linkliste zu Suchergebnissen und bündeln Informationen aus zahlreichen Quellen.

Viele Medien befürchten, dass dieses Angebot Nutzer davon abhält, auf ihre Links zu klicken. Wer die Antwort auf seine Frage schon in der KI-Übersicht von Google findet, besucht die Originalseite oft gar nicht mehr. Den Verlagen geht damit wertvoller Verkehr und Werbeumsatz verloren.

Beispiel für Googles KI-Übersichten – hier zum Thema dieses Artikels
Beispiel für Googles KI-Übersichten – hier zum Thema dieses Artikels Capture d'écran des résultats de recherche Google, effectuée par euronews

Trotzdem fordert die APIG (Alliance de la presse d’information générale) (Quelle auf Französisch), dass die französische Wettbewerbsbehörde darauf achtet, „dass Google die 2022 eingegangenen Verpflichtungen einhält“. Damals schloss der Konzern einen Vergütungsvertrag mit französischen Mediengruppen. „Die einseitige Einführung neuer Nutzungsformen von Presseinhalten ohne vorherige Zustimmung und ohne spezielle Vergütung verstößt gegen diese Zusagen“, erklärt der Verband.

Google reagiert erstmals

Der US-Konzern hat zunächst erklärt, er habe sein Vergütungsmodell für die Presse überprüft. Es solle „berücksichtigen, wie geschützte Inhalte in den KI-Übersichten und im AI Mode angezeigt werden“.

Außerdem betont Google gegenüber Franceinfo: „Die Betreiber von Websites können entscheiden, ob sie in diesen KI-Funktionen erscheinen wollen oder nicht.“

„33 bis 38 Prozent weniger Traffic“

Die französische Medien- und Digitalaufsicht Arcom schätzt den durch KI-Übersichten verursachten Rückgang des Traffics „auf 33 bis 38 Prozent“, wie die APIG betont.

„Information hat einen erheblichen Wert“, erklärt Marc Feuillée, Präsident der APIG und Geschäftsführer des Figaro, in einer Mitteilung.

„Die Verlage wollen Innovation nicht stoppen. Sie verlangen, dass dieser Wert geteilt wird und dass die Nutzung ihrer Inhalte vergütet wird – so wie es das Gesetz vorsieht“, heißt es weiter in der Erklärung.

„Die Verlage sind bereit, diese neuen Nutzungen zu unterstützen“, versichert die APIG. Voraussetzung sei ein ausgewogenes System mit verhandelter Zustimmung und einer Bezahlung, die der durch ihre Inhalte geschaffenen Wertschöpfung entspricht.

Der Verband wirft Google vor, die neuen KI-Zusammenfassungen ohne seine Zustimmung eingeführt zu haben. Das verstoße gegen die Vereinbarung von 2022.

In Frankreich schloss Google 2022 Verträge mit 450 Presseverlagen über sogenannte „Leistungsschutzrechte“. Sie sollen sicherstellen, dass Zeitungen, Magazine und Nachrichtenagenturen Geld erhalten, wenn digitale Plattformen ihre Inhalte nutzen.

Die Wettbewerbsbehörde hatte Google 2024 bereits zu einer Geldstrafe von 250 Millionen Euro (290 Millionen Dollar) verurteilt, weil der Konzern Teile dieser Vereinbarung nicht eingehalten habe.

Presseumsätze im freien Fall

Viele Medienkonzerne haben ihre Einnahmen in den vergangenen zwei Jahrzehnten dramatisch schwinden sehen. Werbung wandert ins Netz, wo Technologiefirmen einen Großteil der Gewinne abschöpfen.

Kritikerinnen und Kritiker warnen, KI-Zusammenfassungen verschärften diese Entwicklung. Sie senkten den Besucherstrom auf journalistische Angebote, weil viele Nutzerinnen und Nutzer gar nicht mehr auf die Originalquelle klicken.

Google argumentiert dagegen, die neuen Werkzeuge ermöglichten komplexere Fragen und führten die Nutzer zu neuen Inhalten. Zugleich biete der Konzern Verlagen Werkzeuge, mit denen sie steuern können, wie ihre Inhalte verarbeitet werden.

Die EU kündigte im Dezember 2025 eine Untersuchung an. Sie soll klären, ob Google Wettbewerbsregeln verletzt hat, indem der Konzern Inhalte von Medien und anderen Anbietern für das Training und den Betrieb von KI-Diensten nutzt, ohne angemessene Vergütung zu zahlen.

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