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Meta zieht Nachtruhe für Jugendliche auf Instagram ein

ARCHIV: Ein Auto passiert das neue Meta-Logo von Facebook am Firmenschild am Hauptsitz in Menlo Park, Kalifornien, am 28. Oktober 2021. (AP-Foto/Tony Avelar)
ARCHIV: Ein Auto fährt am neuen Meta-Logo auf einem Schild vor dem Firmensitz von Facebook in Menlo Park, Kalifornien, am 28. Oktober 2021 vorbei. (AP Photo/Tony Avelar) Copyright  Copyright 2021 The Associated Press. All rights reserved.
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Von Una Hajdari
Zuerst veröffentlicht am
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USA: Instagram und Facebook von Meta beschränken jugendliche Nutzer – Sperre ab Mitternacht, maximal zwei Stunden Scrollen täglich, Teil eines Vergleichs über 18 Mrd. Dollar (15,4 Mrd. Euro) mit 48 US-Bundesstaaten.

Was bedeuten Metas neue Regeln zum Schutz von Kindern konkret für die Feeds Ihrer Kinder? Ab sofort sehen Instagram und Facebook für alle unter 18 Jahren anders aus – und funktionieren auch anders.

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Meta hat einem Vergleich in Höhe von knapp 18 Milliarden Dollar (15,4 Milliarden Euro) mit 48 US-Bundesstaaten zugestimmt. Teil des Pakets sind ein tägliches Limit von zwei Stunden, eine Sperre von Mitternacht bis sechs Uhr morgens und versteckte „Gefällt mir“-Zähler – neben weiteren Änderungen.

Die Einigung vom Mittwoch sieht vor, dass Meta die Summe über einen Zeitraum von 10 Jahren zahlt. Die neuen Schutzmechanismen gelten nur in den USA; die meisten Maßnahmen bleiben dort für 10 Jahre in Kraft.

Kritikerinnen und Kritiker räumen ein, dass diese Schritte weiter gehen als alle bisherigen Kinderschutzmaßnahmen von Meta. Sie warnen aber, dass der Vergleich die Probleme der Plattform nicht von heute auf morgen löst.

Arturo Béjar, früher Technikdirektor bei Meta, nannte die Vereinbarung einen „bedeutenden Meilenstein“. Eltern sollten jedoch nicht davon ausgehen, dass Instagram damit automatisch sicher für Kinder ist.

„Das Abkommen hat ein großes Problem: Es erlaubt Meta, selbst zu definieren, was als Schaden gilt“, sagte Béjar. „Es ist, als würde man sagen: ‚Ja, du bekommst nur zwei Stunden Alkohol oder zwei Stunden Zigaretten am Tag‘ – aber es bleibt genauso schädlich, weil der Inhalt, den du bekommst, sich nicht ändert.“

Béjar, der als erster Zeuge im Bundesprozess aussagte, den der Vergleich vorzeitig beendete, wollte, dass Meta die Wirkung seiner Inhalts-Empfehlungen auf Jugendliche ernsthaft untersucht. Diese Empfehlungen könnten süchtig machen, argumentiert er.

Er betonte, dass Jugendliche selbst nach Erreichen der Zwei-Stunden-Grenze den Druck verspüren könnten, weiterzuscrollen – wegen des Designs der Plattform.

Meta erklärte, auch Erwachsene könnten einzelne dieser neuen Kontrollfunktionen nutzen, etwa Erinnerungen an tägliche Zeitlimits. Die vollständigen Schutz-Einstellungen, die für Teenager vorgesehen sind, stehen ihnen jedoch nicht zur Verfügung.

Strengere Alterskontrollen

Meta will seine Altersprüfung ausbauen und dafür eigene Technologien mit Systemen externer Anbieter kombinieren. Unabhängige Prüfer sollen regelmäßig kontrollieren, wie wirksam diese Instrumente sind.

Der Vergleich legt klare Zielwerte für Fehlalarme fest – also für Fälle, in denen Minderjährige fälschlich als Erwachsene eingestuft werden. Erkennt Meta eine Nutzerin oder einen Nutzer als unter 13 Jahren und löscht den Account, prüft das Unternehmen zusätzlich das Alter der verknüpften Freundinnen und Freunde.

„Der Abschnitt zur Alterskontrolle ist recht gut, weil er Messgrößen, unabhängige Tests und konkrete Ziele enthält“, sagte Béjar. „Meta sollte an der Wirksamkeit gemessen werden, nicht am Aufwand.“

US-Bundesrecht zum Schutz der Privatsphäre von Kindern verlangt, dass Nutzerinnen und Nutzer mindestens 13 Jahre alt sind, um ein Konto zu führen. Béjar sagte vergangene Woche vor Gericht aus, Meta habe dieses Gesetz nach dem Motto ‚nicht fragen, nichts sagen‘ gehandhabt.

„Meta verfügt über eine der weltweit ausgeklügeltesten Infrastrukturen, um Fake-Accounts zu erkennen“, sagte er. Für Verdachtsfälle bei unter 13-Jährigen gebe es aber „weder Ziele noch Kennzahlen“ zur Identifizierung und Altersprüfung.

Voreinstellungen statt nur Optionen

Kritikerinnen und Kritiker bemängeln seit Langem, dass viele Sicherheitsfunktionen bei Meta erst manuell aktiviert werden müssen.

Mit dem Vergleich werden einige dieser Funktionen nun automatisch eingeschaltet. Dazu gehören das Zwei-Stunden-Tageslimit, das nur mit Zustimmung der Eltern aufgehoben werden kann, und die nächtliche Sperre zwischen Mitternacht und sechs Uhr morgens.

Andere Einstellungen bleiben freiwillig: Nutzerinnen und Nutzer müssen etwa die automatische Videowiedergabe selbst abschalten oder die Anzeige der Beiträge in strikt chronologischer Reihenfolge aktivieren, statt den Algorithmus entscheiden zu lassen.

Josh Golin, Direktor der Online-Sicherheitsorganisation Fairplay, kritisierte, der Vergleich setze zu stark auf Werkzeuge für Eltern, statt riskante Funktionen grundsätzlich zu begrenzen.

„Wir sind enttäuscht, dass Empfehlungsalgorithmen, die Kinder mit gefährlichen Kontakten verbinden oder sie in riskante Abwärtsspiralen ziehen, nicht standardmäßig abgeschaltet werden“, sagte Golin.

Im Prozess nahm eine Anwältin der Bundesstaaten Instagram-Chef Adam Mosseri ins Kreuzverhör, weil nur wenige Jugendliche die Funktion „Take a Break“ nutzen. Diese fordert Nutzerinnen und Nutzer nach längerem Scrollen zu einer Pause auf.

Anfangs nutzten nur sehr wenige Jugendliche dieses Angebot. Seit 2024 ist „Take a Break“ zwar für jugendliche Accounts standardmäßig aktiviert. Wer jedoch keine Pause einlegen will, kann die Erinnerung weiterhin einfach wegwischen.

Wirkung zeigt sich wohl erst mit Verzögerung

Frühere Untersuchungen ergaben, dass viele von Metas Sicherheitsmaßnahmen kaum wirkten oder hinter den Erwartungen zurückblieben.

„Im Moment ist es leider noch zu früh, um zu sagen, ob all die Veränderungen, die wir uns wünschen, tatsächlich kommen werden“, sagte Yaël Eisenstat, Direktorin für Politik und Wirkung beim Cybersafety Research Center. Das Zentrum hatte kürzlich Sicherheitswerkzeuge bei Meta und anderen Plattformen geprüft – mit überwiegend ernüchternden Ergebnissen.

Trotzdem bezeichnete Eisenstat den Vergleich vom Mittwoch als wichtigen Schritt. Er zeige, dass Plattformen durchaus anders gestaltet werden können.

Eisenstat, die bis 2019 bei Facebook arbeitete, warf Meta vor, sich bewusst über Warnungen eigener Beschäftigter hinweggesetzt zu haben. Das Unternehmen habe aus Profitgründen ignoriert, dass bestimmte Design-Elemente unsicher seien.

Die nun angekündigten Maßnahmen zeigten, dass es technisch machbare Möglichkeiten gibt, die Plattform sicherer zu machen – etwas, auf das Whistleblower „seit Jahren sehr deutlich hinweisen“. Um die Probleme zu lösen, brauche es jedoch eine Kombination aus technischen Lösungen, Marktdruck und staatlicher Regulierung.

„Es gibt keine einzelne Wunderlösung für all diese Probleme“, sagte Eisenstat. „Ich bin nur froh, dass wir zumindest ein kleines Stück aufholen.“

Die US-Bezirksrichterin Yvonne Gonzalez Rogers genehmigte den Vergleich am Mittwoch. Er gilt auch für den Regierungsbezirk Washington und die US-Territorien.

Zwei Bundesstaaten sind nicht Teil der Einigung: New Mexico, das einen eigenen Prozess gegen Meta gewonnen hat, und Florida. Die dortige Generalstaatsanwältin lehnte den Vergleich ab, weil ihr die Auflagen nicht streng genug erschienen.

Weitere Quellen • AP

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