Loader
Finden Sie uns
Werbung

Twitter-Comeback: Ex-Mitarbeiter kämpft um blauen Vogel

Archivbild: Symbol der Twitter-App auf einem Smartphone in Philadelphia, USA, am 26. April 2017.
ARCHIV: Twitter-App-Symbol auf einem Smartphone in Philadelphia, USA, am 26. April 2017. Copyright  AP Photo
Copyright AP Photo
Von Jonathan Benton
Zuerst veröffentlicht am
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen
Teilen Close Button

Twitter-Comeback? Ein Startup mit Ex-Twitter-Mitarbeiter Stephen Coates startet diese Woche eine „zurückeroberte“ Social-Media-Plattform und sagt Elon Musk den Kampf an.

Um ein bekanntes Sprichwort abzuwandeln: „Twitter ist tot. Es lebe Twitter.“

WERBUNG
WERBUNG

Ein neues soziales Netzwerk, das aussieht wie Twitter, sich ein Stück weit so anfühlt wie Twitter und auch Twitter heißt, ist jetzt online gegangen – trotz einer Klage von Elon Musks Plattform X.

Das in Virginia ansässige Start-up Operation Bluebird, gegründet unter anderem vom ursprünglichen Twitter-Chefjuristen und früheren Vorstandsmitglied Stephen Coates, hat in dieser Woche Twitter.now (Quelle auf Englisch) gestartet.

Coates kündigte das Projekt auf LinkedIn an und schrieb: „Get over your X. The bird is back.“

In seiner Nachricht stellte er außerdem klar, dass Twitter.now „kein Versuch ist, die alte Plattform neu aufzubauen“, sondern ein Dienst, mit dem Nutzerinnen und Nutzer selbst entscheiden können, welche Inhalte in ihren Feeds landen – nach dem Prinzip „freedom of speech, not freedom of reach“.

Die Kampagne, Twitter in irgendeiner Form zurückzubringen, setzte laut Coates ein, nachdem Elon Musk die beliebte Plattform übernommen, in X umbenannt und neu gestaltet hatte.

„Es gab einen Ort, an dem die ganze Welt miteinander sprach. Der reichste Mann der Welt hat ihn gekauft und kaputtgemacht. Wir sind ein kleines Team, das Twitter zurückholt – aufgebaut auf Vertrauen“, heißt es auf der Startseite der Website.

Begonnen hat die Kampagne, als Operation Bluebird im Dezember 2025 beim US-Patent- und Markenamt einen Antrag stellte, um die Marken „Twitter“ und „Tweet“ von X löschen zu lassen.

Das Start-up argumentierte, X habe diese Marken aufgegeben, nachdem es das Twitter-Logo entfernt und durch X ersetzt habe, und beantragte gleichzeitig eine eigene Twitter-Marke.

Daraufhin verklagte Musks Unternehmen X das Start-up, um den Start der neuen Plattform zu verhindern, und warf Operation Bluebird Urheberrechtsverletzungen vor.

Vor einem US-Bundesgericht setzte sich das Start-up mit der Argumentation durch, X habe die Marken „Twitter“ und „Tweet“ tatsächlich aufgegeben. Richter Colm Connolly erließ eine vorläufige Entscheidung, nach der X seine Schutzrechte womöglich fallen gelassen hat. Damit eröffnete sich für Operation Bluebird die Chance, seine Pläne weiterzuverfolgen.

Kampf gegen Musk: Nutzer sollen sich beteiligen

Das neue Twitter befindet sich derzeit in einer Early-Access-Phase. Interessierte können sich als „Founders“ für 20 Dollar (17 Euro) anmelden, die Plattform mit aufbauen und testen und sich frühzeitig begehrte Nutzernamen sichern.

Auf der Homepage wird klar, dass der Start eine direkte Reaktion auf Musks Umbau des ursprünglichen Twitter ist. Mitglieder werden zudem ermutigt, 40 Dollar (34 Euro) zu zahlen, um sich „the fight“ anzuschließen – dem laufenden Rechtsstreit des Start-ups gegen X.

Die Website beschreibt das Verfahren als „David-und-Goliath-Kampf“, in dem ein kleines Team gegen „den reichsten Mann der Welt“ antritt und sein Recht verteidigt, die Plattform zu starten und zu betreiben. X betont, dass noch immer Millionen Nutzerinnen und Nutzer die alte Twitter-Adresse verwenden, um zu X zu gelangen, und Beiträge dort weiterhin „Tweets“ nennen.

Ein zentrales Element der neuen Plattform sollen Transparenz und Glaubwürdigkeit sein. Das Start-up entwickelt eine Funktion, mit der Nutzerinnen und Nutzer einstellen können, wie viel „trusted“ und „low trust“ Inhalte und Quellen in ihren Feeds auftauchen.

Wie diese Vertrauensstufen genau festgelegt werden, ist noch offen. Laut Website soll die Plattform nach einer „Birdhouse Constitution“ und eigenen Community Guidelines betrieben werden.

Das Unternehmen erklärt außerdem, es wolle illegale Inhalte, Ausbeutung von Kindern, Gewaltandrohungen, Belästigung, Betrugsmaschen und andere schädliche Verhaltensweisen untersagen. Die Regeln sollen sich mit dem Wachstum der Plattform weiterentwickeln.

Damit reagiert Twitter.now auf den weit verbreiteten Vorwurf, X halte die ursprünglichen Werte der Plattform nicht mehr ein. Schätzungsweise 33 Millionen frustrierte Nutzerinnen und Nutzer weltweit setzen inzwischen auf Alternativen, die sie als verlässlicher oder nützlicher einschätzen.

Zu den Barrierefreiheitskürzeln springen
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen

Zum selben Thema

Meta zieht Nachtruhe für Jugendliche auf Instagram ein

Kaffee für Franzosen, Polizei für Algerier: Nutzer werfen Gemini Vorurteile vor

Apple stellt faltbares „iPhone Ultra“ am neunten September vor