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Andorra entdecken: beste Aktivitäten abseits von Skifahren und Shopping

Andorra gilt als Ziel für Skiurlaub, Shopping und Wellness.
Andorra ist bekannt für Skifahren, Shopping und Wellnessauszeiten. Copyright  Walter Martin/Unsplash
Copyright Walter Martin/Unsplash
Von Dianne Apen-Sadler
Zuerst veröffentlicht am
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Andorra la Vella ist die höchstgelegene Hauptstadt Europas. Die Stadt lockt mit historischen Gebäuden, eindrucksvollen Skulpturen und dem größten Thermalbad Südeuropas.

Als ich meinem Friseur erzählte, dass ich gerade von einer Reise nach Andorra zurückgekommen war, sagte er sofort: „Ich könnte auf einer Karte nicht zeigen, wo das liegt.“

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Angesichts der Tatsache, dass das Land kaum Schlagzeilen macht, ist das wenig überraschend.

Andorra liegt in den östlichen Pyrenäen zwischen Frankreich und Spanien. Rund 85.000 Menschen leben hier, jedes Jahr kommen etwa 8 Millionen Touristinnen und Touristen. Zum Vergleich: Frankreich, das meistbesuchte Land der Welt, zählt 102 Millionen Gäste pro Jahr. Spanien könnte 2026 ebenfalls die Marke von 100 Millionen Besuchern erreichen.

Mit rund 468 Quadratkilometern ist Andorra technisch gesehen der größte der sechs europäischen Zwergstaaten (die anderen sind der Vatikanstaat, Monaco, Malta, Liechtenstein und San Marino). Auf klassischen Reiserouten liegt das Land trotzdem kaum – außer für Skifans.

Vor meiner Reise im Juli dieses Jahres verband ich mit Andorra eigentlich nur seine Skigebiete. Und da ich keinerlei Erfahrung mit Wintersport habe, stand das Land nie besonders weit oben auf meiner Wunschliste.

Trotzdem wählen immer mehr Menschen weniger bekannte Reiseziele, weil klassische Hotspots mit Overtourism zu kämpfen haben. Also war es höchste Zeit für mich – im wahrsten Sinne des Wortes, denn Andorra la Vella ist die höchstgelegene Hauptstadt Europas –, herauszufinden, was das Land abseits der Skipisten zu bieten hat.

Andorra la Vella: Was es zu entdecken gibt

Im Zentrum von Andorra la Vella steht Salvador Dalís Skulptur „La Noblesse du Temps“
Im Zentrum von Andorra la Vella steht Salvador Dalís Skulptur „La Noblesse du Temps“ Dianne Apen-Sadler

Foto mit Salvador Dalís „La Noblesse du Temps“

In fast jedem Reiseziel auf der Welt gibt es Motive, die einfach auf jedes Urlaubsfoto gehören. In Santorin sind es die blauen Kuppeln von Oia, in Dubai der Burj Khalifa mit den Springbrunnen im Vordergrund.

In Andorra richtet sich der Bildausschnitt auf Salvador Dalís „La Noblesse du Temps“ mit der Puente de Paris im Hintergrund. Ein großes „Andorra la Vella“-Schild erinnert zusätzlich daran, wo man gerade ist.

Zum Glück muss man sich hier nicht durch Menschenmassen drängen, um ein gutes Foto zu machen. Die Skulptur erhielt ihren heutigen Standort 2010, nachdem Enric Sabater, ein enger Freund des Künstlers, sie 1999 der Regierung von Andorra geschenkt hatte.

Das Bronzewerk wiegt rund 1.400 Kilo. Es zeigt ein schmelzendes Zifferblatt, das auf einem Baumstamm liegt. Die Krone über der Uhr „repräsentiert die Herrschaft der Zeit über die Menschheit“, erklärt das Tourismusbüro von Andorra la Vella (Quelle auf Englisch).

Nach dem Rundweg Rec del Solà geht es weiter in das historische Viertel
Nach dem Rundweg Rec del Solà geht es weiter in das historische Viertel Dianne Apen-Sadler

Spaziergang auf dem Rec del Solà

Für einen weiteren spektakulären Blick auf Andorra la Vella lohnt sich ein Spaziergang auf dem Rec del Solà.

Die kurze Strecke verläuft entlang eines Bewässerungskanals in den Hügeln über der Hauptstadt und bietet Ausblicke auf die Stadt von oben. Genauere Angaben zur Route finden sich auf der Website Visit Andorra (Quelle auf Englisch).

Laut Website kann der Weg bis zu drei Stunden dauern, ich war jedoch in weniger als einer Stunde wieder unten. Vom Ende des Pfads erreicht man die hübsche Altstadt in nur fünfzehn Minuten.

Die Casa de la Vall diente bis 2011 als Sitz des Generalrats von Andorra
Die Casa de la Vall diente bis 2011 als Sitz des Generalrats von Andorra Dianne Apen-Sadler

Geschichte des Landes in der Casa de la Vall erleben

Apropos Barri Antic, also die Altstadt: Wenn Sie auf Ihrer Reise nur ein Museum oder eine Galerie besuchen, sollte es die Casa de la Vall sein.

Das historische Wohnhaus stammt aus dem Jahr 1580 und diente bis 2011 als Sitz des Generalrats von Andorra.

Dort erfährt man mehr über die Ursprünge des Kondominiums. Die heutigen Staatsoberhäupter sind der Bischof von Urgell und der Präsident Frankreichs. Außerdem beleuchtet die Ausstellung die Geschichte von Flagge und Wappen. Zu sehen ist auch der „Schrank der sieben Schlüssel“, dessen Schlösser den Pfarrgemeinden Andorras zugeordnet sind.

Direkt nebenan steht das neue Parlamentsgebäude, und auch ein Besuch der Església de Sant Esteve, einer der historisch bedeutendsten Kirchen des Landes, lohnt sich.

Die Installation „7 Poets“ von Jaume Plensa wurde 2014 errichtet
Die Installation „7 Poets“ von Jaume Plensa wurde 2014 errichtet Dianne Apen-Sadler

Skulpturengruppe „7 Poets“ ansehen

Auf dem Platz unterhalb des neuen Parlaments steht ein weiteres bekanntes Kunstwerk Andorras: „7 Poets“ von Jaume Plensa.

Seit 2014 thronen sieben Figuren aus Fiberglas auf hohen Sockeln und werden nachts beleuchtet.

Nach Ansicht des Künstlers „sind Dichter ein integraler Bestandteil der Gesellschaft. Sie sind zum Scheitern verurteilt, weil sie wissen, dass sie nicht einmal drei Bücher verkaufen werden, aber sie sind eine Quelle der Fruchtbarkeit, wie ein leichter Nieselregen, der in die Erde eindringt. Meiner Meinung nach ist dieser lange Prozess, der dem eines Bauern ähnelt, äußerst mutig.“

Geld ausgeben auf der Shopping Mile

Dank eines der niedrigsten Mehrwertsteuersätze Europas gilt Andorra als Einkaufsparadies.

Viele Menschen überqueren die Grenze, um ihren Wocheneinkauf zu erledigen. Auf der zentralen Shopping Mile reihen sich zudem zahlreiche internationale Modemarken aneinander – ideal für alle, die gern bummeln.

Das Projekt Caldes beleuchtet die Geschichte der natürlichen Thermalquellen und ihre Nutzung in der Textil- und Hotelbranche
Das Projekt Caldes beleuchtet die Geschichte der natürlichen Thermalquellen und ihre Nutzung in der Textil- und Hotelbranche Dianne Apen-Sadler

Thermen-Tradition im Projekt Caldes entdecken

Neben Skifahren und Shopping steht in Andorra ein drittes „S“ hoch im Kurs: Spas.

Die natürlichen Thermalquellen in Escaldes dienten zunächst der Textilindustrie. Mitte des 19. Jahrhunderts eröffneten dort die ersten Kurhotels.

Heute lässt sich diese Geschichte auf einem Spaziergang entlang von Javier Balmasedas Installation „Water and Form“ nachverfolgen. Sie besteht aus Rohren, Brunnen und Waschplätzen am Fluss zwischen der Engordany-Brücke und der Tosca-Brücke.

Wer weniger Wert auf Historie legt und die Quellen lieber selbst ausprobieren möchte, sollte einen Besuch in Caldea einplanen – dem größten Thermalbad Südeuropas.

In den Sommermonaten beginnt die Licht- und Wassershow kurz nach Sonnenuntergang
In den Sommermonaten beginnt die Licht- und Wassershow kurz nach Sonnenuntergang Dianne Apen-Sadler

Fontänenshow vor der Puente de Paris erleben

Wenn es dunkel wird, verwandelt sich der Passeig de les Fonts de la Rotonda vor der Puente de Paris in die Bühne für eine Wasser- und Lichtershow.

Die Uhrzeit variiert je nach Jahreszeit, ebenso die Musikauswahl; genaue Angaben stehen auf der Website von Andorra la Vella (Quelle auf Englisch). Unabhängig davon, welche Songs laufen, ist die Show ein stimmungsvoller Abschluss eines Erkundungstages.

Essen und Trinken in Andorra

Typisch für Andorra sind die sogenannten bordes, ehemalige Bauernhäuser, die heute als rustikale Restaurants dienen und meist außerhalb des Stadtzentrums liegen.

Wer zwischendurch schnell neue Energie in Form von Kohlenhydraten braucht und dabei nicht zu viel ausgeben möchte, wird im Laganum fündig. Dort gibt es frisch zubereitete Pasta.

Beim nächsten Mal reise ich nach Andorra für …

So malerisch Andorra im Sommer ist, ich kann mir vorstellen, dass eine frische Schneeschicht die Landschaft noch eindrucksvoller macht.

Auf den Skipisten wird man mich trotzdem nicht sehen – höchstens beim Après-Ski.

Anreise nach Andorra

Die nächstgelegenen großen internationalen Flughäfen sind Toulouse–Blagnac und Josep Tarradellas Barcelona–El Prat.

Auf dem Hinweg nach Andorra nahm ich den Bus ab Lleida, die Fahrt dauerte rund zweieinhalb Stunden. Zurück fuhr ich nach Barcelona, dafür brauchte der Bus etwa drei Stunden. Beide Fahrten buchte ich über Andbus (Quelle auf Englisch).

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