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Anschläge auf deutsches Stromnetz - erstes Bekennerschreiben liegt vor

Die Polizei untersucht weiter die Anschlagsversuche auf das deutsche Stromnetz
Die Polizei untersucht weiter die Anschlagsversuche auf das deutsche Stromnetz Copyright  AP Photo
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Von Patrick Drews
Zuerst veröffentlicht am
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Auch beim dritten Anschlagsversuch innerhalb von einer Woche auf das deutsche Stromnetz geht die Polizei von Sabotage aus. Den Ermittlern liegt jetzt auch ein Bekennerschreiben vor

Dritter versuchter Anschlag innerhalb einer Woche. Am Abend hat ein Spaziergänger in einem Feld im Stadtteil Gohr von Dormagen ungewöhnliche Gegenstände entdeckt und die Polizei alarmiert. Es soll sich um Abschussvorrichtungen für selbstgebaute Raketen handeln. Von der Bauart und dem Prinzip scheinen sich die Abschussvorrichtungen mit den bei den weiteren Anschlägen in der Woche genutzten Konstruktionen in Bergheim (NRW) und Jänschwalde (Brandenburg) zu ähneln.

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Die Abschussrampe und der Sprengstoff konnten von der Polizei gesichert werden, die Stromleitungen wurden nicht beschädigt. Zum Glück wurde die Abschussrampe rechtzeitig entdeckt.

Zudem ist nun ein Bekennerschreiben aufgetaucht. Darin beschreiben der oder die Verfasser klar die Abschussvorrichtungen und deren Zweck. Sie sollen das Stromnetz in Deutschland beschädigen. Ob der Verfasser des Briefes auch einer der Täter ist, steht noch nicht fest. Im Schreiben wird aber explizit Bezug auf die weiteren Anschläge genommen.

Nach der Störung an einem Umspannwerk am Dienstag in Bergheim bei Köln hatten Ermittler auf einem angrenzenden Feld sechs Abschussvorrichtungen entdeckt. Nach Einschätzung des Leitenden Kriminaldirektors Michael Esser wurden sie vermutlich dafür konstruiert, mithilfe pyrotechnischer Gegenstände einen Draht über die Stromleitungen zu schleudern und dadurch Kurzschlüsse zu verursachen.

Ein dabei eingesetzter Draht sei verglüht und habe den Zaun beschädigt. Zeugen berichteten zudem von kurzen Lichtblitzen. Esser sprach von einem "Anschlaggeschehen".

Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) hatte zuvor einen "Anfangsverdacht einer verfassungsfeindlichen Sabotage" geäußert. Die Ermittler prüfen demnach zwei mögliche Hintergründe: "fremdstaatlich gelenkte Sabotage" und Linksextremismus.

Ebenfalls am Dienstag hatte es einen Anschlagsversuch auf das Kohlekraftwerk Jänschwalde in Brandenburg gegeben. Unbekannte hatten offenbar mit Feuerwerkskörpern versucht, Kurzschlüsse an Höchstspannungsleitungen auszulösen, um die Stromversorgung lahmzulegen.

In allen drei Fällen gibt esÄhnlichkeiten bei der Konstruktion der Abschussrampen. Eine Verbindung der drei Anschläge ist demnach nicht auszuschließen.

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