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"Der Sommer ist durch" – jetzt kommt der Wettersturz

ARCHIV. Schnee bedeckt die Herbstblätter im 1.139 Meter hoch gelegenen Ortsteil Oberjoch bei Bad Hindelang in Deutschland, Mittwoch, 13. Oktober 2021.
ARCHIV. Schnee bedeckt die Herbstblätter im 1.139 Meter hoch gelegenen Ortsteil Oberjoch bei Bad Hindelang in Deutschland, Mittwoch, 13. Oktober 2021. Copyright  AP Photo
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Von Nela Heidner
Zuerst veröffentlicht am
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Noch einmal 30 Grad, dann plötzlich Herbst: Deutschland steht vor einem heftigen Wetterwechsel.

Erst noch Temperaturen um die 30 Grad, dann nur noch 14 bis 18 Grad – Deutschland steht vor einem deutlichen Wetterumschwung. Vom sommerlichen Hochdruckgebiet kommt jetzt die kühle, feuchte Meeresluft. In den Alpen kündigt sich sogar der erste Schnee an.

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Ist der Sommer damit endgültig vorbei? Diplom-Meteorologe Dominik Jung erklärt, was hinter dem Wetterwechsel steckt – und warum es jetzt im September innerhalb weniger Tage vom Hochsommer in den Herbst geht.

"Über Skandinavien liegt ein Hoch, das aber den Anschluss zum warmen Mittelmeerraum verliert. Vom Atlantik drängen Tiefausläufer heran, die Strömung dreht auf West und schaufelt kühle, feuchte Meeresluft zu uns – der Sommer wird also schlicht ‚abgeräumt‘“, so Jung zu Euronews.

20 Grad weniger – das ist spürbar

Ein derartiger Temperatursturz innerhalb weniger Tage klingt zunächst dramatisch. Meteorologisch ist das allerdings kein außergewöhnliches Ereignis.

„Es klingt dramatischer, als es ist“, betont Jung. Ein solcher Rückgang sei für Anfang September ein ganz normaler Luftmassenwechsel. „In dieser Jahreszeit liegen sommerlich warme und herbstlich kühle Luftmassen oft nur wenige Hundert Kilometer auseinander – kippt die Großwetterlage, geht es entsprechend schnell nach unten.“

Von einem extremen Kälteeinbruch möchte er nicht sprechen, eher von einem saisonalen Übergang.

Im Süden wird der Kontrast besonders deutlich

Der Wetterwechsel trifft ganz Deutschland. Besonders spürbar ist er allerdings dort, wo es zuvor am heißesten war – also vor allem im Süden und Südwesten. In den Alpen und Mittelgebirgen kommt zur sinkenden Temperatur außerdem reichlich Regen hinzu. In höheren Lagen der Alpen kann sogar Schnee fallen.

Im Norden fällt der Kontrast dagegen geringer aus, weil es dort bereits zuvor deutlich frischer war.

Von 30 Grad zu Bodenfrost

Dass Anfang September noch sommerliche Temperaturen möglich sind und wenige Tage später sogar Bodenfrost droht, ist ebenfalls kein Widerspruch. Der September ist meteorologisch eben ein klassischer Übergangsmonat.

„Tagsüber steht die Sonne noch hoch genug, um bei Hochdruck für warme Werte zu sorgen. Gleichzeitig sind die Nächte schon deutlich länger“, erklärt Jung. Treffen dann kühle Luft, klarer Himmel und wenig Wind zusammen, kann der Boden nachts stark auskühlen.

Bodenfrost sei in der aktuellen Wetterlage allerdings vor allem in höheren Lagen und geschützten Alpentälern ein Thema – „nicht flächendeckend fürs Flachland“.

Kommt noch ein goldener Altweibersommer?

Trotz des bevorstehenden Wettersturzes ist der Sommer noch nicht zwangsläufig endgültig Geschichte. Ein sogenannter goldener Altweibersommer im späteren September ist durchaus möglich.

„Durchaus realistisch, aber noch nicht sicher“, sagt Jung. Statistisch bilde sich gerade in der letzten Septemberdekade häufig eine stabile Hochdruckphase. Nach dem aktuellen Kälteeinschub könne sich der Hochdruck also wieder aufbauen.

Eine Garantie gebe es allerdings nicht: „Versprechen lässt sich das aber seriös noch nicht, das hängt von der Entwicklung der Großwetterlage ab.“

Kommen noch einmal Hitze-Ausreißer?

Um das zu bestimmen sei es noch zu früh: Zwar seien die ganz großen Hitzewellen sehr wahrscheinlich vorbei, ein weiterer spätsommerlicher Warmschub sei im September aber jederzeit möglich.

„Ein spätsommerlicher Warmschub mit noch einmal um die 30 Grad ist im September unter passendem Hochdruck jederzeit möglich – vereinzelt gab es solche Ausreißer sogar noch im Oktober. ‚Vorbei‘ wäre daher zu früh gesagt.“

Erster Schnee in den Alpen

Während im Flachland noch über spätsommerliche Temperaturen gesprochen wird, kann es in den Alpen bereits weiß werden: „Oberhalb von etwa 2.000 Metern kann es in den Alpen praktisch in jedem Monat schneien, und im September gehört das zum Übergang dazu.“ Meist handle es sich lediglich um eine dünne Schneeschicht, die schnell wieder verschwinde.

„Das ist also kein Wintereinbruch, sondern ein deutliches Zeichen, dass der Sommer nun durch ist.“

Was Alpen-Urlauber jetzt beachten sollten

Bis einschließlich Wochenanfang lohnt sich also ein Bergurlaub noch – da ist es warm und ideal zum Wandern. Ab Wochenmitte gilt: vorher unbedingt die aktuelle Berg- und Wettervorhersage prüfen, auf Herbst- bis Winterbedingungen einstellen und entsprechend packen, betont Jung: "Regenschutz, warme Schichten, feste Ausrüstung. In der Höhe kann es nass, rutschig und stellenweise weiß werden, dazu kühlt es nachts deutlich ab und es wird früher dunkel. Wer flexibel plant, verlegt anspruchsvolle Touren besser auf die warmen Tage davor."

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