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Usbekische Hochzeit: Traditionen, Familie und Beginn des Ehelebens

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Von Rushanabonu Aliakbarova
Zuerst veröffentlicht am
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In Usbekistan begleiten Eheschließung, Hochzeitsplov, Segensrituale der Familie und der Brauch „Kelin Salom“ Paare in ihre gemeinsame Zukunft.

In Usbekistan ist eine Hochzeit ein wichtiges Familienereignis, bei dem Verwandte, Freunde und mehrere Generationen zusammenkommen. Bevor gefeiert wird, lässt das Paar seine Ehe im Standesamt eintragen. Traditionelle Bräuche beginnen oft schon vorher: Die Familien treffen sich zu gemeinsamen Mahlzeiten, Segenswünschen und kleinen Zeremonien, die das Paar auf den Hochzeitstag vorbereiten.

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Vom Standesamt zum Hochzeitstisch

Am Hochzeitstag laufen die Vorbereitungen getrennt in den Häusern der beiden Familien. Der Bräutigam macht sich mit Verwandten und Freunden bereit, die Braut bereitet sich im Elternhaus vor.

Später zieht der Bräutigam mit seinen Freunden im Rahmen von „Kuyov Navkar“ los, einem traditionellen Zug oder Empfang, der ihn zum Haus der Braut begleitet.

Essen steht im Mittelpunkt der Feier. Im Haus der Braut versammeln sich die Gäste am Tisch zum Hochzeits-Plov, der typischen Reis­speise Usbekistans, meist mit Fleisch, Karotten und Zwiebeln.

Bevor sie zur großen Hochzeitsfeier aufbrechen, erhalten Braut und Bräutigam den Segen ihrer Eltern und älteren Verwandten.

Für den Bräutigam Abbos Sabitov markiert dieser Tag einen neuen Abschnitt in seinem Leben.

„Alle meine Lieben an einem Ort zu sehen, macht mich sehr glücklich. Ich beginne ein neues Kapitel in meinem Leben. Ich spüre eine große Verantwortung und mir ist bewusst, was alles dazugehört.“

Anschließend geht die Gesellschaft zur Hauptfeier über, bei der Musik, Tanz und Essen die beiden Familien zusammenführen.

Fest für zwei Familien

Die neu verbundenen Familien tauschen Blumen aus, Verwandte und Freunde beteiligen sich an den Festlichkeiten. Für Feruza Avazova, die Schwester des Bräutigams, sind diese Treffen eine Gelegenheit, gemeinsam zu essen, einander zu begegnen und dem Paar gute Wünsche mitzugeben.

Usbekische Hochzeiten bringen oft Hunderte von Gästen zusammen. Freunde und Verwandte beteiligen sich an Tänzen, Spielen und weiteren Programmpunkten während der Feier.

Die Feiern reichen über den Hochzeitstag hinaus. Avazova nennt Challar, ein Treffen nach der Hochzeit, das die Familie der Braut für das Paar und die Angehörigen des Bräutigams ausrichtet, sowie Beshik Toy, eine spätere Feier nach der Geburt eines Kindes.

Am Ende der Hochzeit treten die Mütter des Paares nach vorn und sprechen ihren Segen. Für viele Familien ist dies einer der emotionalsten Augenblicke der Feier.

Braut in neuer Familie willkommen

Die Feier setzt sich im Haus des Bräutigams fort. Dort heißt seine Mutter die Braut willkommen und wünscht dem Paar ein glückliches gemeinsames Leben.

Für Dildora Adilova, die Mutter des Bräutigams, gehen modernes Familienleben und neue Erwartungen Hand in Hand.

„Ich finde, moderne Bräute sollten in jeder Hinsicht vielseitig sein. Sie soll den Haushalt führen können, einen Beruf haben und ihre Ausbildung fortsetzen.“

Einer der bekanntesten Bräuche im Anschluss ist Kelin Salom, ein formeller Gruß, den die Braut spricht, wenn sie die Mitglieder ihrer neuen Familie trifft.

Für Muslima Sabitova, die Braut, hat diese Zeremonie eine besondere persönliche Bedeutung.

„Den Kelin Salom zu sprechen und die Mitglieder meiner neuen Familie kennenzulernen, hat in mir ganz neue Gefühle ausgelöst. Von meiner neuen Familie erwarte ich Liebe und Zuneigung und dass sie mich wie ihre eigene Tochter behandeln.“

Hochzeitsbräuche in Samarkand

Hochzeitstraditionen unterscheiden sich je nach Region. In Samarkand finden einige Zeremonien bereits vor der großen Feier statt und stehen eng mit den ersten Momenten des Ehelebens in Verbindung.

Ein solcher Brauch ist Chimildiq, ein geschützter Raum im Haus der Braut, der für das Paar vorbereitet wird. Zu den dazugehörigen Ritualen gehört, dass die beiden gemeinsam in einen Spiegel schauen und einander Honig reichen – als Symbol für den Wunsch nach einem süßen Eheleben.

Nach diesen intimen Bräuchen wird die Hochzeit wieder öffentlich: Es gibt Fotos, Musik, reichlich Essen und Zusammenkünfte beider Familien.

Die historische Architektur Samarkands bildet die Kulisse für Hochzeitsfotos. Paare besuchen dafür häufig berühmte Sehenswürdigkeiten und Fotostudios im Rahmen der Tagesvorbereitungen.

Der Freund des Bräutigams, Bobojon Ergashev, beschreibt seine Rolle im Hochzeitszug.

„Meine Aufgabe ist es, alle Probleme zu lösen, die beim Bräutigam während der Hochzeit auftreten könnten, und dafür zu sorgen, dass alles reibungslos läuft.“

Bräuche, die lange vor der Hochzeit beginnen

Für die beteiligten Familien kann die Vorbereitung einer Hochzeit sich über Jahre hinziehen. Verwandte planen die Zeremonien, organisieren Mahlzeiten, bereiten Kleidung vor und koordinieren Treffen mit einer großen Zahl von Gästen.

Die Bräuche unterscheiden sich zwischen Familien und Regionen, beruhen aber oft auf denselben Elementen: dem Miteinander der Familie, dem Segen der Älteren, gemeinsamen Mahlzeiten und der feierlichen Aufnahme eines neuen Mitglieds in die Familie.

Wenn die Feierlichkeiten enden, war die Hochzeit weit mehr als nur eine einzelne Zeremonie. Sie hat zwei Familien zusammengeführt und dem Paar den Weg in ihren gemeinsamen nächsten Lebensabschnitt geebnet.

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