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Verborgene Naturwunder: die bestgehüteten Geheimnisse der Welt

Hoh-Regenwald: meist unterschätztes Naturwunder der Welt
Hoh-Regenwald Spitze der Liste: meist unterschätztes Naturwunder der Welt Copyright  Susan Flynn/Unsplash
Copyright Susan Flynn/Unsplash
Von Saskia O'Donoghue
Zuerst veröffentlicht am
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Von Alaskas Gletschern bis zu einer entlegenen Papageitaucher-Insel vor Schottland: Eine Studie von 54.000 Bewertungen enthüllt unterschätzte Naturwunder und überbewertete Hotspots.

Die spektakulärsten Naturwunder der Welt stehen nicht immer ganz oben auf den Wunschlisten von Reisenden.

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Im Instagram-Zeitalter wächst die Sehnsucht nach den schönsten Orten der Welt unaufhörlich. Gleichzeitig nimmt die Sorge vor Overtourism zu. Viele Menschen suchen gezielt nach weniger bekannten Zielen – und vor allem nach Orten, die noch nicht überlaufen oder stark verbaut sind.

Neue Recherchen zeigen, welche unterschätzten Natur-Reiseziele besonders eindrucksvolle Erlebnisse versprechen.

Die isländische Outdoor- und Bekleidungsmarke Icewear (Quelle auf Englisch) hat rund 54.000 Google-Rezensionen zu 75 Natursehenswürdigkeiten weltweit ausgewertet, um die meist unterschätzten Naturwunder zu ermitteln, und daraus eine Top-30-Liste erstellt.

Entscheidend waren positive Begriffe in den Bewertungen, etwa „entspannend“, „unglaublich“ oder „wunderschön“. So ließ sich erkennen, welche Orte beeindruckende Erlebnisse bieten, ohne als solche zu gelten.

In der Top-30-Liste liegen fünf europäische Ziele. Nur eines davon – das Staffa National Nature Reserve in Schottland – schafft es jedoch in die ersten fünf Plätze.

Island bietet Europas meist unterschätzte Naturziele

Der nordische Inselstaat Island ist das einzige europäische Land, das gleich zweimal im Ranking auftaucht: mit der Stuðlagil-Schlucht und dem Vatnajökull-Nationalpark.

Der Stuðlagil Canyon in Ostisland belegt weltweit Rang 24; 35,2 Prozent der Bewertungen fallen positiv aus. Die dramatische Schlucht blieb über Jahrhunderte verborgen und trat erst 2009 zutage, als der Wasserstand des Flusses Jökulsá á Dal im Zuge eines Wasserkraftprojekts sank. Heute strömen Besucher hierher, um die markanten Basaltsäulen und – in der passenden Jahreszeit – den intensiv türkisfarbenen Gletscherfluss zu bewundern.

Der Vatnajökull-Nationalpark landet mit 28,2 Prozent positiver Rezensionen auf Platz 29. Das 2008 eingerichtete Schutzgebiet rund um Europas größten Gletscher umfasst rund 13 Prozent der Fläche Islands. Es vereint Gletscherlagunen, schwarze Sandebenen und den höchsten Gipfel des Landes, den Hvannadalshnúkur – eines der vielfältigsten und spektakulärsten Landschaftsbilder der Insel.

Die weltweit meist unterschätzten Naturparadiese

Hoh Rain Forest, Washington, USA

Der Hoh-Regenwald im US-Bundesstaat Washington führt das Ranking als meist unterschätztes Naturwunder an: 69,6 Prozent der Besucher verwenden in ihren Bewertungen positive Begriffe wie „wunderschön“ oder „fantastisch“.

Mitten im Olympic-Nationalpark gehört der Wald zu fünf Naturwundern in den USA, die es in die Top 30 schaffen.

Berühmt ist er für sein dichtes, sattgrünes Blätterdach mit Douglasien, Westlichen Rotzedern und Ahornbäumen mit riesigen Blättern – ermöglicht durch einen durchschnittlichen Jahresniederschlag von 3,55 Metern.

Zahlreiche Wandermöglichkeiten und ganzjährig geöffnete Campingplätze machen die Gegend zusätzlich attraktiv.

Crater Lake, Oregon, USA

Im Nachbarstaat Oregon liegt der Crater Lake, der auf 68,5 Prozent positiver Bewertungen kommt.

Crater Lake ist berühmt für sein tiefes Blau und seine unberührte Natur
Crater Lake ist berühmt für sein tiefes Blau und seine unberührte Natur Varadh Jain/Unsplash

Der See entstand vor rund 7.700 Jahren nach einem gewaltigen Vulkanausbruch. Heute ist er der tiefste See der USA und gilt als einer der blauesten und klarsten Seen der Welt.

Im Sommer kommen Besucher zum Wandern, Campen und Angeln, im Winter ist Schneeschuhwandern extrem beliebt.

Mendenhall Glacier Visitor Centre, Alaska, USA

Vor der Kulisse der Hauptstadt Alaskas, Juneau, liegt das Besucherzentrum des Mendenhall-Gletschers.

Als Tor zum Gletscher erhält es 67,2 Prozent positive Bewertungen.

Das Naturwunder ist ein rund 21 Kilometer langer Fluss aus Eis, der Teil des etwa 1.500 Quadratmeilen großen Juneau Ice Field ist.

Im Mendenhall Lake treiben leuchtend blaue Eisberge, dahinter ragen hohe Berge auf. Zahlreiche Wanderwege führen zu Wasserfällen und Lachsflüssen. Die Tierwelt beeindruckt ebenfalls: Mit etwas Glück lassen sich Schwarzbären, Stachelschweine und Weißkopfseeadler beobachten.

Staffa National Nature Reserve – Fingal’s Cave, Schottland

Vor der Westküste Schottlands liegt die unbewohnte Insel Staffa. Hier findet sich eines der außergewöhnlichsten Naturwunder Europas: Fingal’s Cave. Der Ort belegt weltweit Rang vier und ist die bestbewertete Stätte Europas; 62,8 Prozent der Besucherstimmen enthalten positive Formulierungen.

Die Insel gehört zu den Inneren Hebriden und ist berühmt für ihre markanten, sechseckigen Basaltsäulen und die kathedralenartige Höhle, die Felix Mendelssohn zu seiner Hebriden-Ouvertüre inspirierte.

Per Boot gelangen Besucher nach Staffa und können die dramatische Küste erkunden. Viele hoffen zudem, Papageientaucher, Krähenscharben, Trottellummen und andere Seevögel zu erspähen, die hier im Sommer brüten.

Auf Staffa in Schottland können Besucher Papageientaucher und andere Vogelarten beobachten
Auf Staffa in Schottland können Besucher Papageientaucher und andere Vogelarten beobachten Kate Bielinski/Unsplash

Grand Prismatic Spring, Wyoming, USA

Im Yellowstone-Nationalpark im Bundesstaat Wyoming belegt die Grand Prismatic Spring Rang fünf unter den meist unterschätzten Naturwundern der Welt; 61,9 Prozent der Bewertungen enthalten positive Formulierungen.

Die größte Thermalquelle der USA und die drittgrößte der Welt ist berühmt für ihr intensives Farbspektrum in Regenbogenfarben. Hitzeliebende Bakterien im mineralreichen Wasser erzeugen die leuchtenden Töne. Die Quelle misst rund 110 Meter im Durchmesser und etwa 50 Meter Tiefe und wirkt nahezu unwirklich.

Stege und nahegelegene Wanderwege bieten spektakuläre Blicke auf das Farbenspiel aus Blau, Grün, Gelb und Orange – Grand Prismatic Spring gehört zu den meistfotografierten Motiven in Yellowstone.

Die meist überschätzten Naturwunder

Am anderen Ende der Skala untersuchte die Studie auch die meist überschätzten Naturwunder. Bewertet wurden sie nach dem geringsten Anteil an Rezensionen mit bestimmten positiven Begriffen wie „wunderschön“, „unglaublich“ oder „atemberaubend“.

Die Königsstuhl-Kreidefelsen auf Rügen und die Saalfelder Feengrotten in Deutschland gelten demnach als die am stärksten überschätzten Attraktionen: Nur 1,4 Prozent der Bewertungen beschreiben sie mit Begriffen wie „schön“, „atemberaubend“ oder „fantastisch“.

Auf Platz drei folgt der Nationalpark Cavernas do Peruaçu in Brasilien. Trotz seines Status als UNESCO-Welterbe seit 2025 verzeichnet er lediglich 2,8 Prozent positiver Kommentare.

Danach kommt der Rio Tinto im Süden Spaniens. Trotz seines markanten, rostrot gefärbten Wassers, das ihn zu einer Naturikone gemacht hat, erreicht der Fluss nur 3,8 Prozent guter Bewertungen.

Die Top fünf komplettiert der brasilianische Parque Nacional dos Lençóis Maranhenses.

Das Gebiet ist für seine weißen Sanddünen und die saisonalen Süßwasserlagunen bekannt, kommt im Ranking jedoch nur auf 7,2 Prozent positive Rückmeldungen.

Die vollständige Liste der meist unterschätzten und überschätzten Ziele finden Sie unter https://icewear.is/en-GB/blog/overrated-and-underrated-natural-wonders

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