Newsletter Newsletters Events Veranstaltungen Podcasts Videos Africanews
Loader
Finden Sie uns
Werbung

Seidenstraßen-Reiseziel will, dass Touristen länger bleiben

Samarkand: Registan-Platz.
Registan-Platz in Samarkand. Copyright  Euronews
Copyright Euronews
Von Rushanabonu Aliakbarova & Dilbar Primova
Zuerst veröffentlicht am
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen
Teilen Close Button

Reiseboom in Usbekistan: Touristenzahlen steigen von 6,63 Mio. im Jahr 2023 auf 11,7 Mio. 2025. Behörden verweisen auf neue Flugrouten, Region-Pakete und höhere Einnahmen.

Usbekistan will die steigenden Besucherzahlen in längere Aufenthalte und höhere Tourismuseinnahmen verwandeln. Neue Flugverbindungen stehen dabei im Zentrum der Reisepläne des Landes.

WERBUNG
WERBUNG

In den vergangenen drei Jahren hat das Wachstum deutlich angezogen. Offizielle Zahlen zeigen, dass die Reisen ausländischer Gäste von 6,63 Millionen im Jahr 2023 auf 7,96 Millionen im Jahr 2024 (Quelle auf Englisch) gestiegen sind. Vorläufige Daten für 2025 sprechen von 11,68 Millionen Reisen (Quelle auf Englisch) – ein Plus von 46,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Auch der wirtschaftliche Wert des Sektors nimmt zu. Die Ausfuhren von touristischen Dienstleistungen stiegen von 2,14 Milliarden Dollar (1,88 Milliarden Euro) im Jahr 2023 auf 3,52 Milliarden Dollar (3,09 Milliarden Euro) im Jahr 2024 (Quelle auf Englisch). Im Jahr 2025 erreichten sie 4,8 Milliarden Dollar (4,2 Milliarden Euro), wie aus Zahlen des usbekischen Präsidialamts hervorgeht (Quelle auf Englisch).

Die Zahlen zeigen, warum die Behörden das Wachstum im Tourismus mit Langstreckenflügen, regionalen Reiseangeboten und höheren Ausgaben der Gäste verknüpfen.

Mehr Ankünfte, mehr Wert: Usbekistan setzt auf Qualitäts-Tourismus

„Einer unserer strategischen Schwerpunkte ist es, mehr Langstreckenreisende aus Europa, Asien und Amerika zu gewinnen und gemeinsam mit unseren Nachbarländern regionale Tourismuspakete zu entwickeln“, sagte Abdulaziz Akkulov, Vorsitzender des usbekischen Tourismuskomitees, gegenüber Euronews.

Akkulov betonte, dass sich die Strategie stark am wirtschaftlichen Wert jedes einzelnen Aufenthalts orientiert.

„Unser Ziel ist heute nicht nur, die Zahl der Touristen zu erhöhen. Wir wollen gleichermaßen Gäste anziehen, die mehr ausgeben und damit stärker zur Wirtschaft beitragen“, sagte Akkulov.

Damit vollzieht Usbekistan einen Wandel: Weg vom reinen Zählen der Ankünfte, hin zu mehr Wert pro Reise. Das Land ist für seine Seidenstraßen-Ziele wie Samarkand, Buchara und Chiwa bekannt. Tourismusverantwortliche wollen die Besucher jedoch stärker in andere Regionen lenken und sie für längere Routen jenseits der bekannten Kulturerbestätten gewinnen.

Akkulov erklärte, Usbekistan präsentiere sich in Zeiten globaler Unsicherheit auch als sicheres Reiseziel. Die neuesten offiziellen Zahlen belegen ein anhaltendes Plus bei den Einreisen.

Die Regierung stützt die Branche mit finanziellen Anreizen. Ein im Juni erlassener Beschluss bringt Zuschüsse für Reiseveranstalter und Fluggesellschaften, um mehr internationale Gäste ins Land zu holen. Tourismusunternehmen und Hotels können sich in der Sommersaison zudem 50 Prozent der Mehrwertsteuer erstatten lassen.

Flugverbindungen rücken ins Zentrum der Tourismusstrategie

Für Usbekistan hängt der Erfolg bei Langstreckenreisenden maßgeblich vom internationalen Flugangebot ab.

„Vor fünf Jahren hatten wir 26 Flugzeuge im Einsatz. Heute umfasst unsere Flotte 45 Maschinen, die sowohl internationale als auch regionale Ziele bedienen“, sagte Shukhrat Yadgarov, stellvertretender Vorstandsvorsitzender für Handel und Tourismus bei Uzbekistan Airways.

Die nationale Fluggesellschaft baut Flotte und Streckennetz aus, um die Verbindungen nach Europa, Asien, den Nahen Osten und Nordamerika zu stärken.

Uzbekistan Airways hat einen festen Vertrag über 14 Boeing 787-9 Dreamliner unterzeichnet, mit Optionen auf weitere acht Flugzeuge. Die Auslieferungen sollen 2031 beginnen und sind Teil des langfristigen Ausbaus der Langstreckenflotte.

Bereits heute setzt die Airline Boeing 787-8 auf Langstrecken ein. Die neuen Flugzeuge sollen vor allem zusätzliche Kapazität schaffen und künftige internationale Verbindungen unterstützen, statt den laufenden Betrieb sofort grundlegend zu verändern.

Für die Tourismusbehörden sind zusätzliche Direktverbindungen entscheidend, denn sie verkürzen die Reisezeit und machen Usbekistan für Gäste aus weiter entfernten Märkten leichter erreichbar.

„Wir intensivieren die direkte Zusammenarbeit mit europäischen Ländern, präsentieren Usbekistans Tourismusangebote auf großen internationalen Messen und arbeiten gemeinsam daran, die Zahl der Direktflüge nach Usbekistan zu erhöhen“, sagte Akkulov.

Regionale Reisepakete für Zentralasien

Für Langstreckenreisende hängt der Direktflug oft mit Reisen in mehrere Länder zusammen. Usbekistan möchte, dass Gäste aus weit entfernten Märkten das Land als Teil einer größeren Zentralasien-Route wahrnehmen – nicht nur als einzelnen Stopp.

Solche Routen können große Kulturstätten, regionale Hauptstädte, Bergregionen und historische Seidenstraße-Städte in mehreren Ländern miteinander verbinden.

Akkulov betonte, dass die Nachbarstaaten wichtige Herkunftsmärkte bleiben. Zugleich nannte er Europa, Asien und Amerika als Schwerpunktregionen für weiteres Wachstum.

Reisen in Usbekistan wird einfacher

Bessere Anbindung an das Land ist nur ein Teil der Aufgabe. Sind die Gäste erst einmal angekommen, müssen sie im Inland oft weite Strecken zurücklegen, etwa von Taschkent in Regionen wie Karakalpakstan.

Der rasche Zuwachs bei den Besucherzahlen mache den Ausbau des Verkehrsnetzes besonders dringlich, sagte Akkulov.

„Der Verkehrssektor hat in den vergangenen zehn Jahren besonders schnell Fortschritte gemacht“, sagte er. „Gleichzeitig ist die Zahl der Touristen um ein Mehrfaches gestiegen. Dieses starke Wachstum bedeutet, dass wir die Infrastruktur noch schneller ausbauen und neue Lösungen entwickeln müssen.“

Die Behörden planen neue Schnellverkehrskorridore, vergrößern die Flotte der Hochgeschwindigkeitszüge und entwickeln zusätzliche Flughäfen im ganzen Land.

Ziel ist es, Reisen über die wichtigsten Touristenzentren hinaus zu erleichtern und den Zugang zu einer größeren Vielfalt von Zielen zu öffnen.

Taschkent als Transitdrehscheibe

Die Offensive für bessere Verbindungen prägt auch die internationalen Ambitionen der Fluggesellschaft. Uzbekistan Airways will, dass Taschkent mehr ist als nur ein Zielflughafen.

„Unser Ziel ist es, Taschkent als strategisches Drehkreuz zwischen Europa und Asien sowie zwischen Amerika und Asien zu etablieren“, sagte Yadgarov.

Die Airline sieht Transitpassagiere als wichtiges künftiges Wachstumsfeld. Taschkent soll dabei als Verbindungspunkt zwischen Europa, Südostasien, Nordamerika und dem Nahen Osten dienen.

Yadgarov ist überzeugt, dass bessere Flugverbindungen auch Geschäftsreisen und Investitionen fördern können.

„Luftverkehr steht für Schnelligkeit, Komfort und Effizienz“, sagte er. „Wenn diese Reisen über Usbekistan führen, werden wir davon profitieren.“

Zu den Barrierefreiheitskürzeln springen
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen

Zum selben Thema

Gästehäuser entlang der Seidenstraße: wo Gastfreundschaft sich wie Zuhause anfühlt

Seidenstraßen-Reiseziel will, dass Touristen länger bleiben

Extremwetter, Konflikte, verantwortungsvoller Tourismus: Reisen verändert sich 2026