Baku sagt, dass es weiterhin seine Reaktion auf den iranischen Drohnenangriff vom Donnerstag formuliert, während die Streitkräfte des Landes in erhöhter Alarmbereitschaft bleiben.
Die internationale Gemeinschaft hat die iranischen Drohnenangriffe auf die aserbaidschanische Stadt Nachitschewan am Donnerstag verurteilt, da die Spannungen zwischen den beiden Nachbarländern nach dem Angriff weiter eskalieren.
Mehrere Golfstaaten und europäische Länder sprachen sich gegen die Angriffe aus und warnten davor, dass sie die ohnehin instabile Region weiter destabilisieren könnten.
Katar bezeichnete den Vorfall als "feindseligen Akt", der die regionale Stabilität bedrohe, während Saudi-Arabien den Angriff als "ungerechtfertigte feindselige Handlung" einstufte und seine Solidarität mit Baku betonte.
Auch Kuwait verurteilte die Angriffe und bezeichnete sie als Verletzung des Völkerrechts sowie der UN-Charta.
Mehrere europäische Staaten kritisierten den Angriff ebenfalls, darunter Frankreich, trotz der jüngsten Spannungen zwischen Paris und Baku. Litauen und weitere EU-Staaten bekundeten ihre Solidarität mit Aserbaidschan und warnten, dass der Vorfall zu einer Ausweitung des Konflikts führen könnte.
Der ukrainische Außenminister Andrii Sybiha äußerte ebenfalls Kritik an den Drohnenangriffen und betonte, dass der Vorfall zeige, dass der Iran sowohl regional als auch global eine Bedrohung darstelle.
Bei dem Angriff am Donnerstag wurden vier Zivilisten verletzt. Eine Drohne schlug in der Nähe einer Dorfschule ein, eine andere im Terminal des internationalen Flughafens von Nachitschewan.
Der aserbaidschanische Präsident Ilham Alijew beschuldigte Teheran, einen "Terrorakt" verübt zu haben, und warnte, dass künftige Angriffe auf aserbaidschanisches Territorium mit der "eisernen Faust" des Landes beantwortet würden.
Alijew betonte, dass Aserbaidschan kürzlich iranischen Diplomaten geholfen habe, das Land aufgrund der wachsenden Spannungen in der Region zu evakuieren – nur um Stunden später Ziel eines Drohnenangriffs zu werden. "Wir haben iranischen Diplomaten geholfen, das Land sicher zu verlassen, doch kurz darauf wurde unser Territorium angegriffen", sagte Alijew und bezeichnete den Vorfall als Verrat und ernste Eskalation.
Baku erklärte, dass es seine Reaktion auf den Angriff derzeit vorbereite, während die Streitkräfte des Landes in erhöhter Alarmbereitschaft verbleiben. Offizielle Stellen bestätigten, dass die aserbaidschanische Armee in "volle Kampfbereitschaft" versetzt wurde und weitere Maßnahmen geprüft werden. Gleichzeitig beraten sich die Behörden mit internationalen Partnern.
Auch das diplomatische Personal der aserbaidschanischen Botschaft in Teheran und des Generalkonsulats in Täbris wurde evakuiert, da die Spannungen mit dem Iran weiter zunehmen. Zudem beschlossen die Behörden, den grenzüberschreitenden Verkehr mit dem Iran einzustellen.
Quellen der Vereinten Nationen in Baku teilten Euronews mit, dass Aserbaidschan außerdem einige UN-Mitarbeiter und ihre Familien aus Teheran evakuiere, da die Sicherheitslage zunehmend bedrohlich sei. Die Evakuierungen erfolgten inmitten stark steigender regionaler Spannungen nach den Drohnenangriffen und der wachsenden Sorge, dass die Konfrontation zwischen Iran und Aserbaidschan weiter eskalieren könnte.
Der Vorfall vom Donnerstag gilt als einer der schwerwiegendsten direkten Angriffe auf aserbaidschanisches Territorium in den letzten Jahren und weckt Befürchtungen, dass der Konflikt auch auf andere Gebiete im Südkaukasus übergreifen könnte.
Iran hat die Verantwortung für den Angriff nicht übernommen.