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Russland erlässt internationalen Haftbefehl gegen Telegram-Gründer Durow

ARCHIV: Pavel Durov, Gründer des führenden russischen sozialen Netzwerks VKontakte, auf dem Roten Platz in Moskau, 19. Mai 2012.
Archiv: Pavel Durov, Gründer des führenden russischen sozialen Netzwerks VKontakte, auf dem Roten Platz in Moskau, 19. Mai 2012. Copyright  AP Photo
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Von Dmitri Kavalerov and Euronews Russian
Zuerst veröffentlicht am
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Telegram-Gründer Pawel Durow, der auch einen französischen Pass besitzt und seit Jahren nicht mehr in Russland lebt, spricht von einem politischen Verfahren des Kreml gegen ihn.

Russland hat den Gründer und Chef des Messenger-Dienstes Telegram, Pawel Durow, zur internationalen Fahndung ausgeschrieben. Der Vorwurf lautet auf "Mittäterschaft bei Terrorismus".

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"Ein internationaler Haftbefehl ist ausgeschrieben worden (...) gegen den Leiter der Telegram-Administration, P. Durow“, erklärte der russische Inlandsgeheimdienst FSB in einer Mitteilung.

Moskau wirft dem in Russland geborenen Pawel Durow vor, Kanäle, Chats und Bots nicht gelöscht zu haben, die ukrainische Geheimdienste und "extremistische Organisationen“ nutzen. Über diese Strukturen seien nach Angaben der russischen Behörden "Angriffe organisiert worden, bei denen Zivilisten getötet wurden“.

Nach Darstellung des FSB erleichterten die betroffenen Plattformen "die Vorbereitung terroristischer Anschläge und krimineller Aktivitäten im Cyberraum in Russland“. Dadurch habe es zahlreiche Opfer gegeben, "darunter Frauen und Kinder“.

Ein russisches Ermittlungskomitee prüft nach eigenen Angaben zudem Strafverfahren, in denen es um die Anwerbung von Jugendlichen für mutmaßlichen Terror und Sabotage geht. Dies sei über den Telegram-Chatbot „Dayvinchik/Leo“ geschehen.

Der Kreml geht häufig gegen seine politischen Gegner vor und beschuldigt sie der Unterstützung von "Terrorismus“ oder "Extremismus“.

Durow spricht von "Vorwand, um Telegram in Russland einzuschränken"

Der 1984 im heutigen St. Petersburg geborene Pawel Durow (auch: Pavel Durov) lebt seit Jahren außerhalb Russlands. Er hat auch einen französischen Pass und einen der Vereinigten Arabischen Emirate. Durow bezeichnete das Verfahren als politisch motiviert. Auf Telegram schrieb er, die russischen Behörden suchten Vorwände, um den Zugang zur Plattform in Russland einzuschränken.

Er geriet immer wieder mit den russischen Behörden in Konflikt. In den vergangenen Jahren hat Moskau die Kontrolle über das Internet Schritt für Schritt verschärft.

Telegram gehört in Russland zu den meistgenutzten Kommunikationsdiensten, mit mehreren Millionen aktiven Nutzerinnen und Nutzern. Russische Stellen versuchten wiederholt, den Dienst zu blockieren oder einzuschränken oder Durow zu zwingen, Nutzerdaten herauszugeben.

Von 2018 bis 2020 war Telegram in Russland gesperrt. Die Behörden hoben das Verbot später ohne Begründung wieder auf. Standardmäßig bietet der Dienst keine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, allerdings sind geheime Chats mit dieser Funktion möglich. Die Struktur des Dienstes erschwert es staatlichen Stellen, die Kommunikation zu überwachen.

Der 41-jährige Durow lebt inzwischen in Frankreich, wo er sich ebenfalls mit Vorwürfen auseinandersetzen muss, über Telegram illegale Inhalte verbreitet zu haben.

Durow stammt aus Sankt Petersburg, der Heimatstadt von Russlands Präsident Wladimir Putin. Er gründete auch das soziale Netzwerk VKontakte, das auch als "Russlands Facebook“ gilt.

Unter dem Druck der Behörden musste der Gründer das Unternehmen Mitte der 2010er-Jahre faktisch verlassen. Danach gründete er Telegram.

Weitere Quellen • AFP

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