Loader
Finden Sie uns
Werbung

Apple wehrt sich gegen zweiten britischen Zugriff auf iCloud-Daten

ARCHIV: Auf dieser Aufnahme vom Freitag, 13. Mai 2016, benutzt ein Mann sein Handy nahe einem Apple Store in Peking. Apple legt am 26. Juli 2016 Geschäftszahlen vor.
ARCHIV: Am Freitag, 13. Mai 2016, nutzt ein Mann sein Handy vor einem Apple Store in Peking. Apple legt am 26. Juli 2016 Geschäftszahlen vor. Copyright  (AP Photo/Ng Han Guan, File)
Copyright (AP Photo/Ng Han Guan, File)
Von Una Hajdari
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen
Teilen Close Button

Apple steht in Großbritannien erneut vor Gericht: Die Regierung will Zugriff auf verschlüsselte iCloud-Daten, nachdem der Konzern den Schutz für britische Nutzer geschwächt hatte, statt eine Hintertür einzubauen.

Apple geht erneut juristisch gegen die Forderung der britischen Regierung vor, Zugriff auf die verschlüsselten Daten seiner Kundinnen und Kunden zu erhalten. Zuvor hatte der Konzern für Nutzerinnen und Nutzer im Vereinigten Königreich eine Sicherheitsfunktion gestrichen, statt einer früheren Fassung derselben Anordnung nachzukommen.

WERBUNG
WERBUNG

Der US-Technologiekonzern reichte im vergangenen Monat eine Beschwerde beim Investigatory Powers Tribunal (IPT) ein, einem unabhängigen Gericht, das Vorwürfe rechtswidrigen Handelns der britischen Nachrichtendienste prüft.

Im Kern geht es um die Frage, ob die britische Regierung Apple zwingen darf, Zugriff auf iCloud-Daten zu gewähren, die durch so starke Verschlüsselung geschützt sind, dass selbst Apple sie nicht lesen kann.

Nach einer vom Gericht veröffentlichten Anordnung hat das Innenministerium inzwischen ein zweites Mal verlangt, eine „Hintertür“ zu verschlüsselten iCloud-Daten britischer Nutzerinnen und Nutzer zu erhalten.

Großbritannien ließ im vergangenen Jahr von seiner ursprünglichen Forderung ab, nachdem es zu einem heftigen Streit mit Washington gekommen war. Die erste Anordnung war im Januar 2025 auf Grundlage des Investigatory Powers Act ergangen und zielte auf Daten sowohl britischer als auch US-amerikanischer Kundinnen und Kunden.

Die Behörden schränkten ihren Ansatz danach ein. Später im Jahr 2025 erließen sie eine neue „Technical Capability Notice“ (TCN), die nur Nutzerinnen und Nutzer im Vereinigten Königreich betraf. Gegen diese Anordnung wehrt sich Apple nun.

Solche TCNs verpflichten Unternehmen, Ermittlungsbehörden Informationen bereitzustellen, auch in Fällen von Terrorismus oder sexualisierter Gewalt gegen Kinder, selbst wenn diese Daten verschlüsselt sind.

undefined

Apples Haltung

Apple betont seit Langem, in seine Produkte keine Funktionen einzubauen, die einen erzwungenen Zugriff ermöglichen.

Der Konzern warnt grundsätzlich, ein solches Werkzeug würde, sobald es existiert, die Sicherheit aller Nutzerinnen und Nutzer gefährden, nicht nur derjenigen, die im Visier einer konkreten Anordnung stehen.

Nach Erhalt der ursprünglichen Anordnung im Februar 2025 nahm Apple Kundinnen und Kunden im Vereinigten Königreich die Möglichkeit, „Advanced Data Protection“ zu nutzen. Die optionale iCloud-Sicherheitsfunktion verschlüsselt Daten so umfassend, dass selbst Apple keinen Einblick hat.

Advanced Data Protection ist eine freiwillig aktivierbare Zusatzfunktion, die über die Standardverschlüsselung von iCloud hinausgeht und unter anderem Geräte-Backups, Fotos und Notizen Ende-zu-Ende verschlüsselt.

Apple kann steuern, in welchen Ländern diese Funktion angeboten wird, anhand der Region des Kontos und der Ländereinstellungen, so wie bei anderen regional begrenzten Diensten auch.

Technical Capability Notices unterliegen strenger Geheimhaltung: Unternehmen dürfen ihre Existenz nicht bestätigen, und die Regierung lehnt mit Verweis auf die nationale Sicherheit regelmäßig jeden Kommentar zu einzelnen Fällen ab.

Diese Geheimhaltung steht im Zentrum der Kritik von Bürgerrechts- und Kampagnenorganisationen. Sie fordern, dass Überwachungsbefugnisse in diesem Ausmaß stärker öffentlich kontrolliert werden, als es der derzeitige Rechtsrahmen vorsieht.

Zu den Barrierefreiheitskürzeln springen
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen

Zum selben Thema

Großbritannien bildet Chirurgen der Zukunft mit OP-Robotern aus

EU und Generative KI: überleben die großen Pläne den Praxistest?

KI-Boom treibt Preise für Verbrauchertechnik im „RAMaggedon“-Chipmangel hoch