Die Ausstellung zeigt zehn nationale Kulturschätze und staatlich anerkannte Objekte. Viele Stücke stammen aus der Sammlung des verstorbenen Samsung-Milliardärs Lee Kun-hee.
Lange bevor K-Pop Stadien füllte und koreanische Filme weltweiten Ruhm erlangten, gossen Künstler der Halbinsel Tempelglocken, formten feine Keramiken und hielten Gebirgslandschaften in Tusche fest.
Diese ältere Kulturwelt steht nun im Mittelpunkt von „Korea“, der ersten großen Ausstellung des British Museum zu koreanischer Kunst und Geschichte seit mehr als vierzig Jahren.
Die Schau umfasst den Zeitraum von 300 v. Chr. bis heute. Ihre 100 Exponate erkunden Glaubensvorstellungen und Traditionen, die die Kunst Koreas geprägt haben.
Die Präsentation zeigt zehn nationale Kulturschätze und dreizehn weitere wertvolle Objekte – offizielle koreanische Einstufungen, die ihre kulturelle und historische Bedeutung anerkennen, wie der Unternehmenspartner der Ausstellung, Samsung (Quelle auf Englisch), mitteilt.
Zu den gezeigten Objekten zählen ein rund 900 Jahre altes Räuchergefäß, gekrönt von einem mythischen Wesen, und eine monumentale buddhistische Tempelglocke, die etwa 1.000 Jahre alt ist.
Die Ausstellung führt von den leuchtenden blaugrünen Keramiken der Goryeo-Dynastie zu dem von konfuzianischen Idealen geprägten, zurückhaltenden Porzellan der Joseon-Zeit, heißt es beim British Museum und bei Samsung.
Zusammen zeigen sie, wie Buddhismus und konfuzianische Ideen die koreanische Kunst über die Jahrhunderte geformt haben.
Für die Kuratorin der Ausstellung, Yoojin Kwak Choi, ist Jeong Seons „Clearing After Rain on Mount Inwang“ das „absolute Star-Exponat“.
Jeong Seon ist ein koreanischer Maler des 18. Jahrhunderts aus der Joseon-Dynastie. Er trug dazu bei, die Landschaftsmalerei von idealisierten Bildwelten im chinesischen Stil hin zu realen koreanischen Landschaften zu verändern, erläutert Choi.
Auch zeitgenössisches koreanisches Kunsthandwerk ist vertreten.
Die Vase von Yeesookyung aus dem Jahr 2018 vereint Keramikscherben aus Nord- und Südkorea. In der koreanischen Handwerkstradition wird unvollkommene Arbeit vernichtet. Die Künstlerin sammelt die Bruchstücke dieser Zerstörung und fügt sie mithilfe von Blattgold neu zusammen.
Der Großteil der Exponate stammt aus der Sammlung des verstorbenen Samsung-Vorsitzenden Lee Kun-Hee.
Der Milliardär trug im Laufe seines Lebens eine enorme Sammlung zusammen. Nach seinem Tod 2020 spendete seine Familie mehr als 23.000 Werke an südkoreanische Nationalmuseen.
„Manche Menschen denken vielleicht, koreanische Kultur sei neu. In Wirklichkeit ist sie seit Tausenden von Jahren gewachsen“, sagt Benjamin Braun, Marketingchef von Samsung Europa.
Für Besucherinnen und Besucher, die durch K-Pop und koreanisches Kino auf das Land aufmerksam wurden, öffnet die Ausstellung den Blick auf diese lange Geschichte.
„Korea“ ist im British Museum noch bis zum 31. Januar 2027 zu sehen.