Aufnahmen der Militärischen Notfalleinheit Spaniens zeigen Einsatzkräfte, die im Trümmerfeld nach Verschütteten suchen. Angehörige der Guardia Civil und Feuerwehrleute sichern das Gebiet und unterstützen die Bergung. Rund 100 UME-Angehörige waren im Einsatz, dazu Spürhunde und Spezialteams, die sich durch verbogene Metallteile arbeiten.
Die Verletzten kamen in Kliniken in Toledo. Dort fuhren den ganzen Morgen über Krankenwagen vor, die Polizei sperrte die Zufahrten ab. Nach Angaben der Regionalregierung benötigten 58 Menschen eine Behandlung im Krankenhaus, rund 50 von ihnen waren schwer verletzt.
König Felipe VI. sprach den Opfern und ihren Angehörigen sein Beileid aus. Ministerpräsident Pedro Sánchez erklärte, er stehe den Betroffenen solidarisch zur Seite und sichere Unterstützung zu.
Der Zusammenstoß ereignete sich kurz vor neun Uhr morgens auf der Strecke Madrid–Sevilla, am Kilometer 118 zwischen Mora, Orgaz und Urda. Ein Renfe-AVE-Zug mit 397 Fahrgästen prallte auf das Heck eines privat betriebenen Iryo-Zuges, der wegen einer gemeldeten Signalstörung stehen geblieben war und zwei Wagen aus den Gleisen schleuderte. Der Iryo-Zug beförderte 147 Menschen, darunter ein Baby.
Das Unglück ist bereits der zweite schwere Bahnunfall in Spanien in diesem Jahr. Im Januar hatte ein Crash in Südspanien 45 Menschen das Leben gekostet.