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Marrakesch: Beschwingter Auftakt mit Bill Murray

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Marrakesch: Beschwingter Auftakt mit Bill Murray

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Und wieder schlägt das Herz von Marrakesch im Rhythmus des internationalen Filmfestivals. Die Jury der diesjährigen 15. Ausgabe steht unter dem Vorsitz von Regielegende Francis Ford Coppola. Naomi Kawase und Olga Kurylenko sind unter anderem seine Jurykolleginnen.

euronews-Reporterin Lise Pedersen traf bei der Eröffnungsgala Festivalgast Gemma Arterton, die 2012 in der Jury saß und Marrakesch in guter Erinnerung behält. “Afrika hat eine derart reiche Kultur, das Kino wird dabei oft vergessen. Es ist wunderbar, dass sie das Festival hierher geholt haben. Denn es gibt eine so große Wertschätzung für das Kino, vor allem in Marokko. In dem Jahr, in dem ich in der Jury war, stand Bollywood im Zentrum des Festivals, das war toll. Die Leute hier sind ganz verrückt danach. Wir sollten das in anderen Ländern machen. Es ist eine derart reiche Kultur für das Kino.”

Große Ehre gab es gleich zu Anfang für US-Star Bill Murray. Sofia Coppola, mit der er 2003 “Lost in Translation” drehte, überreichte ihm den Preis für sein Lebenswerk. Murray kam außerdem mit seinem neuen Streifen “Rock the Kasbah” nach Marrakesch.

Bill Murray: “Ich liebe dieses Land und seine Menschen. Die Leute vom Film und vom Fernsehen. Sie sind nicht nur sehr professionell, sondern auch sehr freundlich, das ist sehr angenehm.”

Das Festival findet vor dem Hintergrund der jüngsten Terrorwelle statt, die unter anderem im November Paris heimsuchte. Jurypräsident Francis Ford Coppola fand bewegende Worte in seiner Eröffnungsrede. “Heute mehr denn je ist es an der Zeit, unseren mit Freunden und Nachbarn auf der ganzen Welt darüber zu sprechen, was uns vereint, Freundschaft und Kreativität. Etwas, wozu das Kino schon immer ermutigt hat.

Während des Festivals verwandelt sich Marrakeschs berühmter Djemaa el Fna Platz in ein riesiges Open-Air-Kino mit Gratisvorführungen. Zum Auftakt gab es ein echtes Filmjuwel, den Riesenhit “Ghostbusters” mit Bull Murray von 1984. Der beliebte Schauspieler ließ es sich nicht nehmen, den Entertainer zu spielen.

euronews sprach mit Murray über seine neue Komödie, die auf der wahren Geschichte einer jungen Sängerin basiert, die als erste Frau in Afghanistan an einer allein Männern vorbehaltenen Fernseh-Talentshow teilnahm.

Bill Murray: “Sie stand unter enormem Druck und sie wurde bedroht. Aber hielt stand und setzte sich durch. Sie wurde eine Heldin in ihrem Land, als eine Frau, die sagte:’ Wir stellen 52 Prozent der Bevölkerung dar. Wir haben das Recht, gehört zu werden – und vor allem zu singen’.”

Die Sicherheitsmaßnahmen auf dem Festival wurden in diesem Jahr verschärft. Auch Marokko hat wegen seiner Zusammenarbeit mit Frankreich und Belgien nach den Pariser Attentaten Drohungen von der Terrorgruppe Islamischer Staat erhalten.

Für Künstler und Filmschaffende keine leichte Situation, wie Jury-Mitglied Jean-Pierre Jeunet bei der Pressekonferenz erklärte. “Vor gut 30 Jahren arbeitete ich bei Charlie Hebdo. Ich kannte Cabu und Wollinski. Und als ich sah, was ihnen widerfuhr, wenn mein Drehbuchautor mir vorschlagen hätte, einen Film zu machen, der Sie-wissen-schon-wen darstellt, hätte ich wohl gesagt, das lassen wir lieber. Auf gewisse Weise bedeutet das, dass man Angst hat. Und dass die Gewalt, dass die Kalaschnikow, stärker ist, als die Kamera.”

Lise Pedersen, euronews: “Das internationale Filmfestival in Marrakesch, beim marokkanischeen Publikum so beliebt wie eh und je, präsentiert in seiner 15. Ausgabe eine reiche Mischung mit einheimischen und internationalen Talenten. Mehr über die Wettbewerbsteilnehmer und Gewinner erfahren Sie bei uns!”

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