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Rettungsversuche für die türkische Lira

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Rettungsversuche für die türkische Lira

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Mitten in der Währungskrise sucht die Türkei einen Ausweg aus dem Dilemma. Finanzminister Berat Albayrak sprach in einer Telefonkonferenz mit Investoren, mit vielen Investoren, von 4.000 Teilnehmern aus aller Welt war die Rede.

Die Investoren, wird kolportiert, haben eine Intervention des Internationalen Währungsfonds vorgeschlagen. Die steht aber laut Albayrak derzeit nicht an. Die Türken schaffen weiter Kapital ins Ausland, entgegen dem Aufruf von Präsident Recep Tayyip Erdogan, allfällige Vorräte von Dollar, Euro und Gold in türkische Lira zu tauschen und so die Inflation zu stoppen. Aber die türkische Lira fällt und fällt im zweistelligen Prozentbereich.

Hintergrund ist ein politischer Streit mit den USA. Ein in der Türkei festgehaltener US-Pastor auf der einen Seite, der Erzfeind der türkischen Regierung, Fethullah Gülen, den die USA nicht ausliefern will, auf der anderen Seite, das Verhältnis ist so schlecht wie nie.

In der Krise versucht die Türkei, sich wirtschaftlich näher an Europa, näher an Deutschland zu binden. Albayrak telefonierte mit Deutschlands Finanzminister Olaf Scholz, ein Treffen soll im September folgen. Scholz betonte das deutsche Interesse an einer starken türkischen Wirtschaft. Die Türkei ist unter anderem Partner der EU beim Management der Flüchtlingskrise, hier hat das Land ein potentes Druckmittel.

Doch trotz aller Bekundungen aus Deutschlands Politik: Auch dieses Verhältnis ist belastet. Erst am Donnerstag wurde bekannt, dass wieder ein Deutscher in türkischer Untersuchungshaft sitzt. Der Vorwurf: Propaganda für die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK.