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Iberia droht bei ungeregeltem Brexit der Absturz

Iberia droht bei ungeregeltem Brexit der Absturz
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REUTERS/Rafael Marchante/File Photo
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In der europäischen Luftfahrtindustrie werden die negativen Auswirkungen eines möglichen ungeregelten Brexits konkreter.

So könnte die spanische Linie Iberia ihre Lizenzen für Flüge von und nach Europa verlieren.

Denn Kapital und Management müssen laut EU-Recht mehrheitlich aus EU-Ländern stammen.

Das Problem sei, dass die Iberia einen britischen Eigentümer habe, auch wenn die operative Kontrolle in spanischen Händen liege, so der Fachjurist Miguel Troncoso.

Die EU-Kommission könnte daher der Iberia die Betriebsgenehmigung entziehen, sollte keine Brexit-Regelung mit Großbritannien gefunden werden.

Die Iberia befördert pro Jahr 19 Millionen Passagiere und ist in Spanien der Arbeitgeber für mehr als 7.000 Angestellte.

Eigentümer ist die British Airways Holding IAG, doch die spanische Kaufhauskette El Corte Ingles hält 50,1 Prozent der Stimmrechte.

Die Regierung in Madrid gibt sich zuversichtlich, dass die Iberia auch nach dem Brexit fliegen wird.

Das dürfte indes trügerisch sein, meint Troncoso.

Der Luftverkehr sei seit 2008 nicht mehr national, sondern europäisch geregelt. Sollte also die Iberia nicht mehr den Bestimmungen entsprechen, dürfe die Linie nicht länger fliegen, paradoxerweise selbst nicht mehr innerhalb Spaniens.

Zuständig für die Lizenz-Überwachung sei die spanische Regierung, doch sie agiere praktisch als Arm der EU-Kommission.

Sollte Brüssel einen Bruch mit geltendem Gesetz feststellen, könnte Madrid aufgefordert werden, der Iberia die Lizenz zu entziehen.

Das Urlaubsland Spanien könnte also ein Opfer eines ungeregelten Brexits werden - sollte es denn dazu kommen.

Das jedoch liegt ganz allein in britischen Händen.