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Kultur statt Industrie: Künstlerresidenz "Motoco" in Mulhouse

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Kultur statt Industrie: Künstlerresidenz "Motoco" in Mulhouse
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Mulhouse im Elsass, ehemalige Industriestadt, die sich als Kulturstadt neu erfinden will, beherbergt die größte Künstlerresidenz Europas: Das Motoco - kurz für "more to come", auf Deutsch: Da kommt noch mehr. Seit 2012 Jahren arbeiten Künstlerinnen und Künstler aus Frankreich und anderen Ländern in dieser ehemaligen Textilfabrik auf 8500 Quadratmetern. "Es gibt Kanadier, die hierherkommen und Asiaten, die sich das System angucken", so Motoco-Leiterin Martine Zussy. "Wir haben 140 Künstler, das ist eine Größe, mit der wir von uns hören machen."

Das Motoco lebt vor allem davon, dass es Räume für Veranstaltungen vermietet. Die Residenz ist in der Gegend mitterweile eine gefragte Adresse, so Pierre Fraenkel, Künstler und Stuntman. "Diese Mischung aus Wirtschaft und Kunst kommt gut an hier in der Region, die Menschen wollen das Motoco als Erlebnis für ihre Veranstaltungen."

Herausforderung: Nicht zu einem weiteren Ort für Start-Ups werden

Jingfang Hao kommt aus China. Ihre Installationen und Bilder sind unter anderem im Pariser "Centre Pompidou" und Palais de Tokyo" zu sehen. "Es gibt viel Platz hier, viel Dynamik", sagt sie. 2Das findet man selten in anderen Städten in Frankreich."

"Die Herausforderung, vor der wir stehen, ist, das hier dauerhaft am Leben zu halten und die Künstler nicht morgen durch Start-Ups zu ersetzen, so wie es woanders oft passiert", so Zussy.

Das ehemalige Fabrikgebäude gehört dem Gemeindeverbund Mulhouse, die Residenz Motoco wird aber von privaten Investoren unterstützt und ist stolz darauf, keine öffentlichen Gelder zu beanspruchen - ein Modell, das die vom Strukturwandel geprägte Region auch für die Neubelebung anderer ehemaliger Industriegebäude anzuwenden versucht.