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Pflegenotstand in Irland -zu wenig Schwestern und Pfleger

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Pflegenotstand in Irland -zu wenig Schwestern und Pfleger
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In Irland gerät die Regierung zunehmend in die Kritik dafür, wie sie mit der Verbreitung des Coronavirus in Altenpflegeheimen umgegangen ist.

Eine Krankenschwester redet, will aber lieber anonym bleiben. Sie sagt, mehr als die Hälfte der Schwestern und Pfleger seien krankgemeldet, man sei jetzt auf Ersatz von Arbeitsvermittlern angewiesen.

Sie ziehen von Pflegeheim zu Pflegeheim oder Krankenhäusern im ganzen Land, es betrifft also nicht nur uns. Viele sind nicht getestet, und sie werden auch nicht getestet, weil sie keine Symptome zeigen.
Irische Krankenschwester
Sie möchte unerkannt bleiben

Fast zwei Drittel der Covid-19-Todesfälle in Irland sterben in Pflegeheimen - eine alarmierende Zahl im Vergleich zu anderen EU-Ländern.

Viele fürchten unausgesprochen, dass in Irland die Behandlung tödlicher ist als die Krankheit.

Ein ein Schlüsselfaktor für die Verbreitung in Pflegeheimen ist der Kontakt zwischen Pflegepersonal und anderen Mitarbeitern. Das spielt eine große Rolle, und wie das Personal außerhalb der Arbeit lebt. Ein Teil kommt aus dem Ausland und wohnt mit Kollegen zusammen, vielleicht auch aus dem Intensivbereich von Krankenhäusern. So wächst die Gefahr, dass sich die Infektion verbreitet.
Dr. Sean Kennelly
Tallaght Hospital, Dublin

Der irische Gesundheitsdienst kündigte ein großes finanzielles und personelles Unterstützungspaket an - inzwischen aber fordert die Situation ihren Tribut.

Wir weinen viel bei der Arbeit. Ein Witz bei uns ist: Es hilft, dass wir unsere Gesichtsmasken tragen, denn die meisten von uns heulen die meiste Zeit des Tages. Entweder ist es aus Trauer um verstorbene Bewohner oder es sind Schuldgefühle, dass man nicht die Zeit hat, um sich richtig um die dementen Senioren zu kümmern.
Irische Krankenschwester
Sie möchte unerkannt bleiben