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EU diskutiert neue Landwirtschaft

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EU diskutiert neue Landwirtschaft
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Am Mittwoch steht die Zukunft der europäischen Landwirtschaft auf der Brüsseler Agenda. In einer Videokonferenz diskutieren die 27 zuständigen Minister nicht nur die Folgen der Coronavirus-Krise, sondern gleich die zukünftige gemeinsame Agrarpolitik.

Immer lauter werden die Forderungen nach einer Neuausrichtung der europäischen Agrarpolitik. Greenpeace findet, das gegenwärtige System sei weder zeitgemäss noch gerecht.

Das System ist sehr ungerecht. In etwas mehr als einem Jahrzehnt haben wir 4 Millionen Betriebe verloren, nur die Großen sind noch größer geworden. 1% der Landwirte erhält ein Drittel der gesamten Fördermittel. Dieses System kann nicht mehr gerechtfertigt werden, es muss vollständig reformiert werden.
Marco Contiero
Greenpeace Direktor für EU-Agrarpolitik

Das Agrarbudget macht rund 40% des europäischen Haushalts aus. Diese Mittel sollten in kleinere Strukturen fließen, die mehr Respekt für die Umwelt zeigen, meint Greenpeace.

Was wir wollen, ist, dass in der gemeinsamen Agrarpolitik öffentliche Gelder nicht zur Unterstützung nach Fläche vergeben werden, davon profitieren nur die großen Landbesitzer, sondern als Unterstützung für Bauern, für Landwirte, deren Betriebe einen ökologischen und sozialen Nutzens haben.
Marco Contiero
Greenpeace Direktor für EU-Agrarpolitik

Der Vorsitzende des Landwirtschaftsausschusses des Europäischen Parlamentes kennt diese Forderungen. Die Corona-Krise sei aber kein Anlass, alles über den Haufen zu werfen, es gäbe genügend Spielraum.

Wir können alle Lehren umsetzen, die wir aus dieser Krise gezogen haben. Es gibt noch laufende Verhandlungen im des Parlament, es gibt laufende Verhandlungen im Rat.
Norbert Lins
EU-Abgegeordneter und Vorsitzender des Landwirtschaftausschusses

Der Europaabgeordnete unterstützt eine ökologisch - soziale Ausrichtung des Budgets. All diese Vorschläge lägen auch im Europäischen Parlament.

Ich bin dafür und ich sehe eine Mehrheit des Landwirtschaftsausschusses im Europäischen Parlament hinter diesem Vorschlag, dass wir mehr für die kleineren Betriebe tun, für die nachhaltigen Betriebe, mehr für Biobauern, mehr für Umweltmaßnahmen, mehr für klimabezogene Maßnahmen. Und wenn man sich die Details unseres Vorschlags ansieht, es ist alles da.
Norbert Lins
EU-Abgegeordneter und Vorsitzender des Landwirtschaftausschusses

Diese Vorschläge werden natürlich genau unter die Lupe genommen, und sehr oft steckt der Teufel im Detail – wie bei allen europäischen Verhandlungen.